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05. 05. 2003

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

„Wir lernen voneinander“

Gemeinsame Projekte zwischen Lehrern und Schülern

Bild

Etikett

Ihr Angebot ist zahlreich. Neben reinen Lehrer-Wettbewerben wie "unterricht innovativ" und Wettbewerben ausschließlich für Schüler wie "Jugend forscht" gibt es Wettbewerbe, die sich an beide Zielgruppen richten. Wettbewerbe für Lehrer und Schüler fordern beide Gruppen auf, gemeinsam ein Projekt zu erarbeiten und damit an die Öffentlichkeit zu treten. Die Art der Wettbewerbe ist so vielfältig wie die Fähigkeiten von Lehrern und Schülern.

Das Team der Bildnerischen Erziehung an der Kunstuniversität in Linz/Österreich fördert mit dem Wettbewerb "Art Education & New Media 2003" europaweit den Einsatz der Digitalen Medien im Unterricht.

Der Verein für Jugendhilfe e.V. in Osnabrück ermutigt mit dem regionalen Wettbewerb "Mit der Natur durchs Jahr" Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Schulklassen, die Abenteuer der Natur durch die Jahreszeiten hindurch zu erkunden. Die Verbundenheit zur Natur und zur direkten Umgebung soll so aufgebaut werden.

Und das Auswärtiges Amt in Kooperation mit dem Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) und mit Unterstützung der Allianz Kulturstiftung will mit seinem Wettbewerb "Think Europe - 2020 Visions" Lehrer und Schüler bundesweit auf eine Reise durch die Zeit schicken. Gemeinsam soll ein visionärer Blick auf das Europa im Jahre 2020 geworfen werden.

Im Vordergrund bei allen steht aber immer eins: Die Zusammenarbeit von Schülern und Lehrern. Wie ihre einzelnen Rollen dabei verteilt sein können, erzählt Nina vom Albert-Einstein-Gymnasium in St. Augustin, die mit ihrer Schulklasse an dem Europäischen Wettbewerb Junger Verbraucher teilnimmt.

Europäischer Wettbewerb Junger Verbraucher
Ausgelobt vom European SchoolNet, macht dieser Wettbewerb auf Konsumententhemen und Konsumentenschutz aufmerksam. Die Absicht ist schnell erkannt: Indem Schülerinnen und Schüler ein Projekt aus dem Themenbereich gesunde Ernährung und Verbraucherschutz erarbeiten, finden sie mehr über Verbraucherfragen heraus und werden so zu informierten, bewertenden und aufmerksamen Verbrauchern. Der Wettbewerb trifft damit ein Thema aus dem Alltag der Schülerinnen und Schüler. Lebensmittelskandale wie BSE häufen sich und verunsichern auch Kinder und Jugendliche in ihrem Verhalten als Konsumenten. Ihre Bereitschaft, sich für den Wettbewerb zu engagieren, ist deshalb sehr groß.

Der Lehrer als Betreuer und Gedanken-Anreger
"Unsere Aufgabe war es zunächst, uns über die Lebensmittel und Produkte, die wir gerne essen und kaufen, zu informieren." Qualität, Sicherheit, Zusammensetzung eines Produkts, ethische Fragen wie Tierversuche und Umweltschutz sind wesentliche Faktoren, die man beim Einkaufen beachten sollte. "Dann hat unsere Lehrerin uns gefragt, was wir unter einem Konsumenten verstehen". Den betreuenden Lehrerinnen und Lehrern dieses Wettbewerbes fällt es zu, die Schüler auf dem Weg zur Themenfindung und Projektdurchführung zu begleiten und zu unterstützen. Deshalb ist es eine Möglichkeit, ein Brainstorming zu veranstalten, in dem Definitionen eines "Konsumenten", über seine Rechte und Verantwortungen und über die Verbrauchergesellschaft ganz allgemein gesammelt werden.
"Das hat uns gezeigt, dass die eigenen Mitschüler und auch die Lehrer über ein und denselben Begriff ganz andere Vorstellungen haben, als man selbst" meint Nina, die mit ihrer Klasse an dem Wettbewerb teilnimmt. "Das hilft, andere besser zu verstehen." In einer Diskussion konnten einzelne Auffassungen geklärt und zusätzliche Fragen rund um das Thema Konsum und Verbraucher behandelt und so das Verbraucherbewusstsein geschult werden.

Anregend könnten Vertreter von Verbraucher- oder Handelsorganisationen sein, die zu den Diskussionen eingeladen werden, oder Exkursionen zum Supermarkt oder zu einer Recyclinganlage. "Toll waren auch die Rollenspiele, in denen wir lernen sollten, wie globaler Handel funktioniert. Wir haben in Gruppen jeweils verschiedenste Länder mit unterschiedlichen Ressourcen präsentiert." Die ärmeren Länder haben mit viel Verhandlungsgeschick versucht, ihre Ressourcen zu vermehren.

Gruppenarbeit
In Gruppen aufgeteilt, verwirklichen Schülerinnen und Schüler dann auch gemeinsam ihre Projektideen für den Wettbewerb. "Wir haben uns für den Entwurf eines Etiketts entschieden, auf dem alle wichtigen Informationen enthalten sind." Andere Gruppen haben sich auf die Erstellung von Speisekarten für ein gesundes Menü oder die Entwicklung von Liedern, Broschüren und Postern über Prinzipien eines gesunden Lebensstils konzentriert. Der Phantasie der Schüler sind bei den Projektideen keine Grenzen gesetzt, solange sie in den Rahmen des Themenkomplexes Verbraucher und gesunde Ernährung passen. Dabei wurde zum Teil auch fächerübergreifend und mit Einsatz der Neuen Medien gearbeitet. Die graphische Darstellung der Etiketten erfolgte im Kunstunterricht und eine Website zum Thema entstand mit der neuesten Software. Die so gemeinsam erarbeiteten Projekte und Projektbeiträge können noch bis zum 9. Mai 2003 eingesandt werden!

Wettbewerbe reagieren auf moderne Unterrichtsmethoden
In Schüler-Lehrer-Wettbewerben praktizieren Schüler und Lehrer, was heute von einem guten Unterricht erwartet wird:
- Teamarbeit,
- offenen, fächerübergreifenden oder fächerverbindenden Unterricht,
- Anschaulichkeit,
- Freiarbeit,
- Einsatz von Medien sowie
- ein schülerzentriertes Vorgehen und
- eine erkennbare Praxisrelevanz zum Alltag bzw. zur Berufs- und Arbeitswelt.

Darüber hinaus aber fördert die unzensierte Projektarbeit durch die lockere aber intensive Zusammenarbeit vor allen Dingen eins: die gute Beziehung zwischen Schülern und Lehrern und die Erkenntnis, dass alle noch viel voneinander lernen können.

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 05.05.2003
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