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Eine mittelalterliche Burg auf einem Berg.
Bildrechte: Jiří Dočkal / Pexels

Gab es eine Mittelalterliche Warmzeit?

Manchmal hört man das Argument: "Im Mittelalter war es doch schon einmal wärmer als heute. Also ist die heutige Erwärmung ganz normal."

Darüber wird viel diskutiert. Aber dieser Vergleich ist nicht richtig.

Die heutige Erwärmung betrifft nämlich die ganze Erde. Seit den 1970er Jahren steigen die Temperaturen weltweit. Gletscher schmelzen auf allen Kontinenten und auch die Ozeane werden überall wärmer.

Im Mittelalter war das anders. Damals war es nur in einigen Regionen etwas wärmer, zum Beispiel in Europa und auf Grönland. Weltweit gesehen wurde die Erde aber nicht wärmer. Tatsächlich kühlte sich das Klima über viele Jahrtausende sogar langsam ab. Diese Abkühlung führte später zur Kleinen Eiszeit.

Diagramm zur Temperaturänderung der letzten ca. 2000 Jahre im Vergleich zu 1850-1900.
Temperaturveränderung der letzten ca. 2000 Jahre im Vergleich zum Zeitraum 1850-1900. Auch große Vulkanausbrüche sind markiert. | Bildrechte: Eigene Darstellung, angelehnt an Ed Hawkins (2020): 2019 years, Daten nach PAGES2k; Vulkane beispielhaft nach verschiedenen Quellen, CC BY-SA 4.0

 

Warum spricht man trotzdem von einer Warmzeit?

Dass diese Zeit als warm gilt, hat zwei Gründe:

  1. Nach dem Mittelalter wurde es deutlich kälter, besonders während der Kleinen Eiszeit. Deshalb erscheint das Mittelalter im Vergleich warm.
  2. Viele historische Berichte stammen aus Europa. Dort gab es Hinweise auf mildere Bedingungen.

Gemälde mit einem voll besetzten Wikingerschiff auf hoher See.
Wikinger vor der Küste Grönlands um das Jahr 1000 (nach einem Gemälde des dänischen Malers Rasmussen). | Bildrechte: Carl Rasmussen, Sommer an der grönländischen Küste um circa 1000, Public Domain, via Wikimedia Commons
 Zum Beispiel:

  • Wikinger gründeten um das Jahr 1000 auf Grönland Siedlungen.
  • Sie erreichten sogar Nordamerika.
  • In Schottland und Skandinavien konnte weiter im Norden Getreide angebaut werden.
  • Landwirtschaft und Städte entwickelten sich stärker.

 

 

Warum war es damals regional wärmer?

Eine stärkere Sonnenstrahlung war wahrscheinlich nicht der Grund. Die Sonne hat sich kaum verändert.

Eine mögliche Ursache ist, dass es damals weniger große Vulkanausbrüche gab.
Vulkane schleudern Staub und Gase in die Atmosphäre. Diese können Sonnenlicht reflektieren und die Erde abkühlen.

Außerdem könnten sich Meeresströmungen verändert haben. Wahrscheinlich transportierten sie mehr warmes Wasser aus dem Süden nach Grönland und Nordwesteuropa.

Kurz gesagt: 

Die Mittelalterliche Warmzeit war nur regional

Die heutige Erwärmung ist global.

 


Weitere Infos gibt's hier:


  

Erstellt am 04.08.2026, zuletzt geändert am 11.08.2026
Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Text steht unter der CC BY-SA 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dieter Kasang und Anja Hermans für klima2know. Für Bilder, Videos und andere Elemente gelten die jeweiligen Angaben.

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