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Ein Pinguin steht auf dem Land, ein anderer Pinguin schwimmt im Wasser vor einem großen Eisberg im Hintergrund.
Bildrechte: michelle2214 / Pixabay

Eiszeitalter – und wir mittendrin?

Viele Menschen sprechen heute über die globale Erwärmung. Das Überraschende ist jedoch: Wir leben immer noch in einem Eiszeitalter. Ein Eiszeitalter bedeutet nämlich nicht, dass es ständig kalt ist. Es besteht aus Kaltzeiten (Eiszeiten) und Warmzeiten (so wie heute). Diese wechseln sich seit etwa 2,5 Millionen Jahren ab.

 

Die letzte Eiszeit – eine völlig andere Welt

Die letzte Eiszeit endete vor etwa 11.000 Jahren (Abb. 1). Schon damals lebten Menschen – aber ihr Leben sah ganz anders aus als heute.

Es gab keine Städte, keinen Ackerbau und keine Maschinen. Die Menschen lebten als Jäger und Sammler. Sie jagten zum Beispiel Mammuts, riesige Tiere ähnlich wie Elefanten – und trugen zu ihrem Aussterben bei.

 

Darstellung der Änderung der globalen Mitteltemperatur vom Ende der letzten Eiszeit bis zur modernen Warmzeit.
Abb. 1: So hat sich die Temperatur seit der letzten Eiszeit verändert. Heute steigt sie besonders schnell – vor allem wegen menschlicher Aktivitäten. | Bildrechte: Dieter Kasang (angelehnt an verschiedene Quellen, u.a. USGS 2016, SkepticalScience 2013, Rahmstorf 2019, Esper 2024), CC BY-SA 4.0

 

Die Erde sah damals komplett anders aus:

  • Über Nordamerika und Skandinavien lagen kilometerdicke Eisschilde (riesige Eismassen).
  • Das Eis reichte fast bis Hamburg.
  • Der Meeresspiegel war etwa 120 Meter niedriger als heute.
  • Man konnte zu Fuß über das Gebiet laufen, wo heute die Nordsee ist.
  • Die mittlere Temperatur der Erde war etwa 5 °C kälter als heute.

 

Warum wurde es wieder wärmer?

Vor etwa 15.000 Jahren begann sich das Klima langsam zu erwärmen:

  • Eis begann zu schmelzen
  • der Meeresspiegel stieg
  • neue Lebensräume entstanden

Vor rund 8.000 Jahren war es sogar wärmer als vor der Industrialisierung.
In dieser Zeit erfanden Menschen den Ackerbau, und die ersten Hochkulturen entstanden.

 

Was hat die Sonne damit zu tun?

Die Sonne selbst schien nicht stärker. Der Grund liegt in der Bewegung der Erde um die Sonne (Abb. 2):

  • Die Erde kreist nicht immer auf derselben Bahn um die Sonne.
  • Manchmal ist ihre Bahn eher rund, manchmal eher oval.
  • Auch die Neigung der Erdachse verändert sich.

Wenn die Nordhalbkugel im Sommer nahe dran an der Sonne ist (Abb. 2, oben), können Eiszeiten enden. Das im Winter gebildete Eis schmilzt dann ab.
Wenn sie sich im Sommer weit weg von der Sonne befindet (Abb. 2, unten), schmilzt nur wenig Eis und die Eiszeit bleibt.

 

Das Schaubild zeigt einmal die Nordhalbkugel im Sommer nahe der Sonne und einmal im Winter nahe der Sonne.
Abb. 2: Warum die Form der Erdbahn über Eiszeiten entscheidet. | Bildrechte: Anja Hermans / KI-generiert mit DALL-E (nach Dirk Notz, Max-Planck-Institut für Meteorologie; unter Verwendung von Bildern von Pixabay), CC BY-SA 4.0

 

Verstärker im Klimasystem

Diese zusätzliche Sonnenenergie allein reicht aber nicht, um eine Eiszeit zu beenden.
Dafür gibt es Verstärker im Klimasystem, sogenannte Rückkopplungen:

Eis-Albedo-Effekt

Eis ist hell und reflektiert viel Sonnenlicht. Wenn Eis schmilzt, kommen dunkle Flächen wie Wasser oder Boden zum Vorschein. Diese nehmen mehr Wärme auf. Dadurch wird es noch wärmer und noch mehr Eis schmilzt.

CO₂-Rückkopplung

Wenn sich Ozeane erwärmen, geben sie CO₂ an die Atmosphäre ab. Mehr CO₂ verstärkt den Treibhauseffekt, wodurch sich die Erde weiter erwärmt.

Diese Rückkopplungen sind am Ende einer Eiszeit wichtiger als die Veränderungen der Sonneneinstrahlung selbst.

 

Und was bedeutet das für uns Menschen?

Ohne den Menschen gäbe es in einigen Tausend Jahren wahrscheinlich wieder eine neue Eiszeit. Doch durch den menschgemachten Klimawandel ist unklar, ob das überhaupt noch passieren wird.

Der Mensch verändert das Klimasystem heute schneller, als es natürliche Prozesse je getan haben.

 


Im Klimawiki gibt es noch mehr Infos zum Thema:

Oder auch:


  

Erstellt am 15.04.2026, zuletzt geändert am 15.04.2026
Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Text steht unter der CC BY-SA 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dieter Kasang und Anja Hermans für klima2know. Für Bilder, Videos und andere Elemente gelten die jeweiligen Angaben.

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