
Eiszeitalter – und wir mittendrin?
Viele Menschen sprechen heute über die globale Erwärmung. Das Überraschende ist jedoch: Wir leben immer noch in einem Eiszeitalter. Ein Eiszeitalter bedeutet nämlich nicht, dass es ständig kalt ist. Es besteht aus Kaltzeiten (Eiszeiten) und Warmzeiten (so wie heute). Diese wechseln sich seit etwa 2,5 Millionen Jahren ab.
Die letzte Eiszeit – eine völlig andere Welt
Die letzte Eiszeit endete vor etwa 11.000 Jahren (Abb. 1). Schon damals lebten Menschen – aber ihr Leben sah ganz anders aus als heute.
Es gab keine Städte, keinen Ackerbau und keine Maschinen. Die Menschen lebten als Jäger und Sammler. Sie jagten zum Beispiel Mammuts, riesige Tiere ähnlich wie Elefanten – und trugen zu ihrem Aussterben bei.

Die Erde sah damals komplett anders aus:
- Über Nordamerika und Skandinavien lagen kilometerdicke Eisschilde (riesige Eismassen).
- Das Eis reichte fast bis Hamburg.
- Der Meeresspiegel war etwa 120 Meter niedriger als heute.
- Man konnte zu Fuß über das Gebiet laufen, wo heute die Nordsee ist.
- Die mittlere Temperatur der Erde war etwa 5 °C kälter als heute.
Warum wurde es wieder wärmer?
Vor etwa 15.000 Jahren begann sich das Klima langsam zu erwärmen:
- Eis begann zu schmelzen
- der Meeresspiegel stieg
- neue Lebensräume entstanden
Vor rund 8.000 Jahren war es sogar wärmer als vor der Industrialisierung.
In dieser Zeit erfanden Menschen den Ackerbau, und die ersten Hochkulturen entstanden.
Was hat die Sonne damit zu tun?
Die Sonne selbst schien nicht stärker. Der Grund liegt in der Bewegung der Erde um die Sonne (Abb. 2):
- Die Erde kreist nicht immer auf derselben Bahn um die Sonne.
- Manchmal ist ihre Bahn eher rund, manchmal eher oval.
- Auch die Neigung der Erdachse verändert sich.
Wenn die Nordhalbkugel im Sommer nahe dran an der Sonne ist (Abb. 2, oben), können Eiszeiten enden. Das im Winter gebildete Eis schmilzt dann ab.
Wenn sie sich im Sommer weit weg von der Sonne befindet (Abb. 2, unten), schmilzt nur wenig Eis und die Eiszeit bleibt.

Verstärker im Klimasystem
Diese zusätzliche Sonnenenergie allein reicht aber nicht, um eine Eiszeit zu beenden.
Dafür gibt es Verstärker im Klimasystem, sogenannte Rückkopplungen:
Eis-Albedo-Effekt
Eis ist hell und reflektiert viel Sonnenlicht. Wenn Eis schmilzt, kommen dunkle Flächen wie Wasser oder Boden zum Vorschein. Diese nehmen mehr Wärme auf. Dadurch wird es noch wärmer und noch mehr Eis schmilzt.
CO₂-Rückkopplung
Wenn sich Ozeane erwärmen, geben sie CO₂ an die Atmosphäre ab. Mehr CO₂ verstärkt den Treibhauseffekt, wodurch sich die Erde weiter erwärmt.
Diese Rückkopplungen sind am Ende einer Eiszeit wichtiger als die Veränderungen der Sonneneinstrahlung selbst.
Und was bedeutet das für uns Menschen?
Ohne den Menschen gäbe es in einigen Tausend Jahren wahrscheinlich wieder eine neue Eiszeit. Doch durch den menschgemachten Klimawandel ist unklar, ob das überhaupt noch passieren wird.
Der Mensch verändert das Klimasystem heute schneller, als es natürliche Prozesse je getan haben.
Im Klimawiki gibt es noch mehr Infos zum Thema:
Oder auch:
- Helmholtz Klima: "Die nächste Auszeit wird ausbleiben."
- Planet Schule: Der Mensch in der Eiszeit
- GEO: Hätten Sie’s gedacht? Wir leben in einem Eiszeitalter
Erstellt am 15.04.2026, zuletzt geändert am 15.04.2026
Dieser Text steht unter der CC BY-SA 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dieter Kasang und Anja Hermans für klima2know. Für Bilder, Videos und andere Elemente gelten die jeweiligen Angaben.