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Lesen in Deutschland: Landesporträt Berlin

 

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Lesen in Deutschland

Förderung von Lesen als Schlüsselkompetenz für Bildungsteilhabe: Initiativen in den Ländern

Berlin: Haupt(stadt)sache Lesen.
Projekte und Initiativen in Berlin




Lesung mit Edward van de Vendel
Lesung mit Edward van de Vendel
Foto: Erna Hattendorf
„Wenn die Welt der Kinder- und Jugendliteratur einen Himmel hat, dann befindet sich dieser Himmel für einige Tage im Jahr in Berlin.“ So preist einer der teilnehmenden Autoren, Edward van de Vendel“, das internationale Literaturfestival , das alljährlich im September Autorinnen und Autoren sowie Illustratorinnen und Illustratoren aus aller Welt mit ihren Bilderbüchern, Gedichten und Romanen präsentiert. Doch auch vor und nach dem ilb gibt es viele Höhepunkte für Berliner Leseratten: im Frühjahr die Literaturwoche Prenzlauer Berg und die Lange Buchnacht in der Kreuzberger Oranienstraße, im Mai die Berliner Bücherinseln , im Juni das poesiefestival berlin und im November die Berliner Märchentage und das Steglitzer Literaturfest .

Leseförderung von Anfang an
Berlin beteiligt sich mit sieben Verbünden an dem bundesweiten Forschungs- und Entwicklungsprogramm „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) . Ausgewählte Verbundkitas und Verbundschulen bearbeiten in Kooperation mit regionalen Bildungs- und Forschungseinrichtungen die BiSS-Module „Gezielte alltagsintegrierte Sprachbildung“, „Unterstützung der Sprachentwicklung für Kinder unter 3 Jahren“ und „Übergang vom Elementarbereich zum Primarbereich“ im Elementarbereich, „Gezielte sprachliche Bildung in fachlichen und alltäglichen Kontexten“, „Diagnose und Förderung der Leseflüssigkeit und ihrer Voraussetzungen“ und „Diagnose und Förderung des Leseverständnisses“ im Primarbereich sowie „Selbstreguliertes Lesen und Schreiben“ und „Sprachliche Bildung in fachlichen Kontexten“ in der Sekundarstufe. Ziel des BiSS-Programms ist es, herauszufinden, welche Methoden und Instrumente der Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung unter welchen Bedingungen funktionieren, und wie sie optimal für eine durchgängige wirksame Sprach- und Leseförderung vom Beginn institutioneller Betreuung bis zum Ende der Sekundarstufe I eingesetzt werden können.

Systematische und anschlussfähige Förderung der Lesekompetenz in allen Fächern und Schulstufen
Lesekompetenz spielt im Alltag, aber auch in der Schule eine bedeutsame Rolle. In nahezu allen Fächern wird den Schülerinnen und Schülern neues Wissen anhand verschiedener Texte in medial unterschiedlicher Form zugänglich gemacht und von ihnen verarbeitet. Deshalb ist die Ausbildung von Lesekompetenz eine Aufgabe von Lehrkräften aller Fächer. Der Rahmenlehrplan für die Jahrgangsstufen 1 bis 10 für Berlin und Brandenburg (unterrichtswirksam ab dem Schuljahr 2017/2018) trägt diesem Ziel Rechnung. Dort werden in einem Basiscurriculum Sprachbildung Standards im Kompetenzbereich Rezeption/Lesen am Ende der Primarstufe sowie am Ende der Sekundarstufe I als Grundlage für die Arbeit in allen Fächern beschrieben.
Lesekompetenzentwicklung ist ein kontinuierlicher, langfristiger Prozess. Im Fachteil Deutsch des Rahmenlehrplans 1 bis 10 verdeutlichen Standards auf acht Niveaustufen, wie sich Lesefertigkeiten und Lesestrategien sowie der Umgang mit literarischen Texten, Sachtexten und Texten in anderer medialer Form von der Schulanfangsphase bis zum Ende der Sekundarstufe I entwickeln sollen. So wird eine langfristig und anschlussfähig angelegte Lernbegleitung der Schülerinnen und Schüler ermöglicht.
Im Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) wurde ein Lesecurriculum erarbeitet, das unter dem Leitmotiv „Lesen ist der Schlüssel“ Angebote für ein Konzept der systematischen Entwicklung der Lesekompetenz bereitstellt. Dabei sind drei Bereiche berücksichtigt: Lesen im Unterricht, Lesen in der Schule und Kooperationen mit (über-)regionalen Partnern der Leseförderung. Für diese Bereiche finden interessierte Pädagoginnen und Pädagogen, Fachkonferenzen und Kollegien Informationen, Materialien und Handreichungen, die zur Entwicklung eines gesamtschulischen Lesekonzepts genutzt werden können.
Für die Fortbildung in den Berliner Schulen gibt es Schulberaterinnen und Schulberater, die in den Bereichen Schulanfangsphase/Schriftspracherwerb, Deutsch, Sprachbildung/Deutsch als Zweitsprache und Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten aktiv sind. Sie bilden z. B. Leiterinnen und Leiter von Fachkonferenzen fort und beraten Schulen.

Schulbibliotheken: Wissens-, Kultur-, Lern- und Medienzentren
„Schulen brauchen Schulbibliotheken“ ist der Titel einer Broschüre der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg e.V. (AGSBB) mit Berichten von 49 Schulbibliotheken aus Berlin und Brandenburg, die verdeutlichen, dass gut in den Schulalltag integrierte Schulbibliotheken einen wirksamen Beitrag zur Ausbildung und Förderung von Lese-, Medien- und Informationskompetenz leisten können. Die Mitglieder der im Jahr 2010 gegründeten AGSBB setzen sich ehrenamtlich für den Aufbau und den Erhalt von funktionierenden Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg ein, vermitteln Kontaktpersonen zu Themen der Schulbibliotheksarbeit, knüpfen Kontakte zu Biblliotheken im In- und Ausland und unterstützen die Qualifizierung der in Schulbibliotheken Beschäftigten. Seit 2008 organisiert die Arbeitsgemeinschaft den „Berlin-Brandenburger Schulbibliothekstag“ und seit 2011 die Wettbewerbe zur Ermittlung der Berliner und der Brandenburger „Schulbibliothek des Jahres“.
Impulse für eine gemeinsame Initiative von öffentlichen Bibliotheken, Schulbibliotheken und Schulverwaltung lieferte das Seminar „Medienkompetenz entwickeln mit der (Schul-)Bibliothek“ im September 2015. Vorgestellt wurden die Ergebnisse des Nutzungsmonitorings NuMoB der öffentlichen Bibliotheken, die zeigen, dass es ein großes Bedürfnis nach Kooperationen zwischen Schulen und öffentlichen Bibliotheken gibt, was sich sowohl auf die Nutzung der öffentlichen Bibliotheken als auch auf die Unterstützung der Schulbibliotheken bezieht. Von 250 befragten Schulen haben 165 Schulen (71%) eine Schulbibliothek.

Ehrenamtliches Engagement für die Leseförderung
Viele ehrenamtliche Lesepatinnen und –paten lesen regelmäßig in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen vor, wecken die Freude am Lesen, helfen beim Lesenlernen und beim Verbessern der Sprachkenntnisse. Mehrere Vereine koordinieren den Einsatz der Ehrenamtlichen. Das Bürgernetz Bildung des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller qualifiziert Lesepatinnen und –paten und vermittelt sie insbesondere an Einrichtungen mit einem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund von über 40 Prozent oder einem entsprechenden Anteil von Eltern, die von der Lernmittelzuzahlung befreit sind. Im Projekt Leselust der Bürgerstiftung Berlin begleiten und unterstützen Lesepatinnen und -paten Kinder in Grundschulen und Kitas im Einsatz – vorrangig in den Stadtteilen Kreuzberg, Schöneberg und Wedding.
Der Verein Lesewelt Berlin e.V. organisiert kostenlose Vorlesestunden für Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren in öffentlichen Einrichtungen in ganz Berlin.
Das Weiterbildungszentrum der Freien Universität Berlin bietet für ehrenamtliche Lesepatinnen und -paten ein spezielles Weiterbildungsprogramm zur Förderung der Lese- und Sprachkompetenz von Kindern an. Die Seminare und Workshops geben eine fundierte Einführung in die ehrenamtliche Arbeit, stellen verschiedene Methoden der Arbeit mit Kindern, des Vorlesens, des Theaterspielens und des freien Erzählens vor, vermitteln pädagogische Kompetenzen und theoretische Grundlagen und ermöglichen den Austausch von Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen.



Hinweis:
Das Landesporträt wird zurzeit in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM), der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft und der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg e.V. erarbeitet. Es soll einen Überblick geben über Kampagnen, Programme, Projekte, Initiativen, Aktionen und Akteure der Leseförderung im vorschulischen, schulischen und außerschulischen Bereich. Sobald neue Informationen vorliegen, werden die entsprechenden Abschnitte bzw. Verweise im Text ergänzt und aktualisiert.

Christine Schuster, DIPF, 25.02.2016



Redaktionskontakt: schuster@dipf.de


Landesporträt erstellt am: 06.01.2016

Zuletzt aktualisiert am: 25.02.2016