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Bildung + Innovation Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erschienen am 23.08.2018:

„Voraussetzung für eine kompetente Nutzung verschiedenster Medien ist immer auch die Fähigkeit zu lesen.“

Das Projekt „Total Digital!“

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Bildrechte: dbv

„Total Digital! Lesen und erzählen mit digitalen Medien“ ist ein Projekt des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv) im Rahmen von „Kultur macht stark: Bündnisse für Bildung“ (2018-2022). Es unterstützt den Erwerb der Lesefähigkeit, damit bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche ihre Bildungschancen verbessern können.


„Online“ zu sein ist für die meisten Kinder und Jugendlichen heutzutage selbstverständlich. Smartphones, Computer, I-Pads – viele Jugendliche haben gleich mehrere Geräte, die sie täglich benutzen. Das macht sich das Projekt „Total Digital! – Lesen und erzählen mit digitalen Medien“ des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv) zunutze und versucht, Kinder über die digitalen Medien für das Lesen, Erzählen und Darstellen zu begeistern. Denn Voraussetzung für eine kompetente Nutzung verschiedenster Medien, ob analog oder digital, ist immer auch die Fähigkeit zu lesen und sich mediale Inhalte durch Lesekompetenz zu erschließen. Im Rahmen des Projekts werden lokale Bündnisse für Bildung gefördert, mit denen insbesondere Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 18 Jahren, die einen erschwerten Zugang zu Bildung haben, erreicht werden sollen, damit sie durch eine digitale Leseförderung zusätzliche Bildungschancen erhalten. Mit dem Projekt knüpft der dbv an sein erfolgreiches Vorgänger-Projekt „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien“ an.

„Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“
„Total Digital! – Lesen und erzählen mit digitalen Medien“ findet im Rahmen der zweiten Förderphase von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ (2018-2022) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) statt. Mit dem Programm fördert das BMBF seit dem Jahr 2013 außerschulische Projekte der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche, die in bildungsbenachteiligten Situationen aufwachsen. 2017 wählte das BMBF 30 Programmpartner – Verbände und Initiativen, die bundesweit tätig sind und über Kompetenzen in der außerschulischen Bildung verfügen, wie der Deutsche Bibliotheksverband – für die Umsetzung der 2. Runde des Programms aus.

Von 2018 bis 2022 sind zwei Ausschreibungen pro Jahr geplant – die erste Ausschreibungsrunde endete am 15. Mai 2018, die nächste endet am 30. November 2018 – in denen sich Institutionen, die in der Leseförderung, der Kinder- und Jugendarbeit oder der kulturellen Bildung aktiv sind oder es werden wollen, bewerben können. Dazu zählen beispielsweise Bibliotheken, Kitas, Schulen, Einrichtungen der beruflichen Bildung, Vereine, Jugendeinrichtungen oder -verbände, Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, Migrant/inn/enselbstorganisationen, kirchliche Institutionen oder Buchhandlungen. Um die außerschulische kulturelle Bildungsarbeit auf lokaler Ebene zu stärken, werden alle Projekte von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ im Verbund von mindestens drei Institutionen umgesetzt, damit unterschiedliche Kompetenzen und Erfahrungen in die Projekte eingebracht werden. Gemeinsam bilden sie jeweils ein lokales „Bündnis für Bildung“. Ideal ist, wenn sich eine Kultureinrichtung, ein sozialräumlicher Partner und ein Partner aus dem Bereich Bildung und/oder Soziales zusammenschließen.

Die Aktionen des Projekts „Total Digital!“
Ziel des Projekts „Total Digital!“ des Deutschen Bibliotheksverbands ist es, Freude am Lesen zu vermitteln, den Erwerb der Lesefähigkeit zu unterstützen und Lese-, Informations- und Medienkompetenz zu vertiefen, damit bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche ihre Bildungschancen verbessern können und in ihrer persönlichen Entwicklung gestärkt werden. Durch das Projekt erhalten sie Zugang zu Kunst und Kultur und lernen, wie sie sich mit Hilfe digitaler Medien kreativ ausdrücken können. So entstehen Videos, Filme, Fotostorys, Bilderbuch-Kinos, Hörspiele, E-Books und auch digitale Schnitzeljagden oder Rallyes mit Geo- und Edu-Caching, die sie über die sozialen Netzwerke auch teilen und verbreiten können. Alle Aktionen, in die Ehrenamtliche und die Eltern eingebunden werden, werden von ausgebildeten Medienpädagog/inn/en konzipiert und umgesetzt. Inhaltlich können die Kinder und Jugendlichen ihre Themen frei gestalten, allerdings muss das Lesen einer Geschichte, eines Textes oder die eigene Verschriftlichung eines Projektinhalts Teil der Aktion sein. Auch sollen sie die Bibliothek als Ort mit vielfältigen Bildungs- und Freizeitangeboten für sich entdecken. Darum müssen – wenn unter den Bündnispartnern keine Bibliothek ist – eine oder mehrere der Projekt-Veranstaltungen in den Räumen einer Bibliothek stattfinden oder es muss einen gemeinsamen Ausflug in eine Bibliothek geben.

Bereits realisierte Projekte

Im Rahmen des Vorgänger-Projekts „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien“ sind in den Jahren 2013 bis 2017 bereits viele spannende außerschulische Aktionen der Lese- und Sprachförderung mit digitalen Medien von lokalen Bündnissen initiiert, konzipiert und mit Erfolg durchgeführt worden, an die die Aktionen von „Total Digital!“ anknüpfen oder die sie sich zum Vorbild nehmen können. Das Projekt „Comicbücher Kreuzberg“ zum Beispiel wird seit 2015 in der Mittelpunktbibliothek Adalbertstr. Berlin – im Zentrum des sozialen Brennpunkts am Kottbusser Tor – durchgeführt. Das Angebot, an dem jeweils eine feste Projektgruppe von je neun bis 15 Kindern einmal wöchentlich teilnimmt, findet in Zusammenarbeit mit der benachbarten Jens-Nydahl-Grundschule statt. Die Kinder entwickeln in 2er-Teams unter medienpädagogischer Anleitung kurze Geschichten, die sie dann mit Hilfe von Spielfiguren inszenieren und mit – durch Projektmittel finanzierten – I-Pads fotografieren. Die entstandenen Bilder werden danach an den Tablets bearbeitet und es werden Sprechblasen eingefügt, so dass dabei richtige Comicgeschichten entstehen. Abschließend werden die Geschichten zu einem Buch zusammengefügt, das am Projektende gedruckt wird und alle Teilnehmer/innen kostenlos erhalten. Die entstandenen Comicbücher werden auch in den Bestand der Bibliothek aufgenommen.

Mögliche Formate

Für die Umsetzung der Aktionen können die Beteiligten aus drei Formaten wählen. Die 3-Termine-Veranstaltungsreihe umfasst insgesamt 13 Stunden, drei Termine à drei Stunden für die Durchführung zuzüglich zwei Termine à zwei Stunden für die Informations- und Abschlussveranstaltung. Sie eignet sich insbesondere für Bündnisse, die ein niedrigschwelliges Schnupperangebot der digitalen Leseförderung für Kinder und Jugendliche unter sechs Jahren schaffen wollen. Sie kann aber auch für Kurzworkshops mit älteren Kindern genutzt werden. Die Projektwoche mit fünf Tagen à sechs Stunden und zusätzlichen Stunden für die Informations- und Abschlussveranstaltung hat eine Dauer von insgesamt 34 Stunden und ist als Ferienangebot für Kinder und Jugendliche über sechs Jahre geeignet. Der dreimonatige Kurs mit insgesamt 46 Stunden beinhaltet 12 wöchentliche Treffen, dazu kommen drei Blocktermine und zwei Termine für die Informations- und Abschlussveranstaltung. Er ist ideal für alle Projekte, die über einen längeren Laufzeitraum mit Kindern und Jugendlichen arbeiten wollen, wie zum Beispiel das Projekt „Comicbücher Kreuzberg“.

Alle Bündnisse müssen ihre Konzepte und Projektergebnisse auf der Internetseite von „Total Digital!“ veröffentlichen. So werden sie nicht nur allen Interessierten zugänglich gemacht, sondern können auch als Vorbild für neue Bündnisse dienen.




 

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Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 23.08.2018
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