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Bildung + Innovation Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erschienen am 10.05.2018:

„Wir müssen früh anfangen, damit jedes Kind es packt.“

Die Verleihung des ersten Deutschen Kita-Preises

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Die Finalisten des Deutschen Kita-Preises mit Dr. Franziska Giffey, Elke Büdenbender und Dr. Heike Kahl
Bildrechte: DKJS / Piero Chiussi

Am 2. Mai 2018 wurde der Deutsche Kita-Preis erstmals in den Kategorien „Kita des Jahres“ und „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ vergeben. Der Preis will das gemeinsame Engagement für gute Qualität in und für Kitas sichtbar machen und würdigt die ausgezeichnete Arbeit in den Kitas sowie die Zusammenschlüsse von Akteuren, die die Arbeit in Kitas unmittelbar unterstützen.


In diesem Jahr wurde zum ersten Mal der Preis „Kita des Jahres“ vergeben. Über 1400 Einrichtungen aus allen Bundesländern hatten sich beworben, am 2. Mai 2018 fand die feierliche Preisverleihung in Berlin statt. Der Deutsche Kita-Preis ist eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung, der Karg-Stiftung, Porsche und dem Didacta Verband. Er wird von dem Magazin ELTERN, dem Kinderkanal KiKA von ARD und ZDF und der Internationalen Akademie Berlin (INA) unterstützt und ist eingerichtet worden, um das gemeinsame Engagement für gute Qualität in und für Kitas sichtbar zu machen, zur Nachahmung anzuregen sowie Qualität in der Kindertagesbetreuung zum öffentlichen Thema zu erheben.

Preise in zwei Kategorien
Entscheidend für gute Qualität in Kitas ist zum einen die tägliche Arbeit der vielen Fachkräfte, aber auch das verantwortungsvolle Zusammenwirken von Trägern, kommunalen Akteuren und weiteren Einrichtungen. Deshalb wird der Deutsche Kita-Preis in zwei Kategorien vergeben: Der Preis „Kita des Jahres“ würdigt die Arbeit in den Kitas und geht an Kita-Teams, die gute Qualität im Zusammenspiel mit Trägern, Eltern und Akteuren aus dem Umfeld der Kita kontinuierlich weiterentwickeln. Der Preis „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ ehrt Zusammenschlüsse von Akteuren, die die Arbeit in Kitas unmittelbar unterstützen, auf der Grundlage eines gemeinsam entwickelten Handlungskonzepts agieren, langfristig angelegt und in kommunale Strukturen eingebunden sind.

Die 16-köpfige Experten-Jury unter dem Vorsitz von Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, und Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, wählte nach einem mehrmonatigen Auswahlverfahren jetzt fünf Preisträger pro Kategorie aus, die mit insgesamt 130.000 Euro prämiert wurden. In beiden Kategorien wurde jeweils ein erster Preis und vier zweite Preise vergeben. Die Erstplatzierten erhielten je 25.000 Euro, die vier Zweitplatzierten jeweils 10.000 Euro.

Die vier Qualitätsdimensionen
„Qualität gelingt am besten dort, wo alle in der Kita und in ihrem Umfeld gemeinsam dazu beitragen, dass Kinder optimal aufwachsen können“, sind die Initiatoren des Preises sicher. Vor diesem Hintergrund waren bei der Auswahl der Preisträger in beiden Kategorien vier Qualitätsdimensionen entscheidend: Kita als lernende Organisation, Kindorientierung, Sozialraum und Partizipation. Die „Kita des Jahres“ bzw. das „lokale Bündnis des Jahres“ sollte sich insofern als lernende Organisation begreifen, indem sie/es Qualität und das gemeinsame Konzept im Dialog mit Kindern, Eltern und Partnern beständig weiterentwickelt, das Handeln konsequent am Kind ausrichtet und dazu beiträgt, dass jedes Kind mit seinen individuellen Voraussetzungen seine Potenziale entwickeln und an der Gemeinschaft teilhaben kann; außerdem sollten der Sozialraum als Ressource berücksichtigt werden und Beziehungen über die Kita hinaus gepflegt sowie das Mitwirken aller Akteure beachtet und die Beteiligung von Erzieher/inn/en, Eltern und Kindern an wesentlichen Entscheidungen gefördert werden.
Bewertet wurden dabei nicht nur Ergebnisse, sondern auch Prozesse, in denen sich die Einrichtungen unter Berücksichtigung der jeweils unterschiedlichen Rahmenbedingungen, in denen Kinderbetreuung vor Ort stattfindet, befinden. „Qualität hat viele Gesichter – das ist nicht ohne Grund das Motto des Deutschen Kita-Preises. Denn jeder, der sich in unserem Land für gute frühe Bildung, Betreuung und Erziehung engagiert, tut dies unter anderen Rahmenbedingungen. Mit unserer Auszeichnung wollen wir auch diesen unterschiedlichen Kontexten Rechnung tragen“, erklärt Dr. Heike Kahl.

Auszeichnung der Preisträger
Anfang Mai wurden die fünf Kitas und die fünf lokalen Bündnisse für frühe Bildung ausgezeichnet. „Kita des Jahres 2018“ ist das Familienzentrum Ludwig-Uhland-Straße aus Maintal, das die Jury unter anderem durch ihre vielfältigen Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Eltern überzeugte. Besonders beeindruckt waren die Juroren vom Projekt „Die Sache mit der Angst“, in dem geflüchtete Kinder ihre Erfahrungen gemeinsam mit Psychologen und dem Kita-Team bewältigen. Zusätzlich zum Preisgeld richtet KIKA in dieser Einrichtung eine große Kinderparty mit Anni, Christian und dem KiKANiNCHEN aus. Die Zweitplatzierten der Kategorie „Kita des Jahres“ sind die Johanniter-Kita Ackerstraße aus Bergneustadt, die Kita Menschenskinder aus Berlin, die AWO Kindertagesstätte Hanna Lucas aus Wedel sowie die Evangelische Kindertageseinrichtung Uphof aus Hamm. In der Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ wurde die Projektgruppe Quartiersbildungszentrum Blockdiek aus Bremen zum Erstplatzierten ernannt. Der Zusammenschluss aus drei Kitas, ambulanten Erziehungshilfen und weiteren Partnern ist für die Eltern und Kinder im Stadtteil Blockdiek eine feste Größe, die in allen Lebenslagen hilft und sowohl kurzfristige als auch langfristige Projekte voranbringt. In dieser Kategorie schafften es die Gemeinde Kyffhäuserland, das Netzwerk der Herner Familienzentren, das Christliche Kinderhaus Ankerplatz aus Zethau sowie das Bildungshaus Rehburg-Loccum auf die zweiten Plätze.

Ein Preis vom Publikum
Im April 2018 konnten Leser der Zeitschrift Eltern bei einem Online-Voting unter den 20 Finalisten für ihren Favoriten abstimmen. Die Kindertagesstätte Reidekäfer aus Halle an der Saale erhielt 9.054 von insgesamt rund 50.000 abgegebenen Stimmen und erhielt von der Jury deshalb spontan den „Publikumspreis“. Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey und die Schirmherrin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, Elke Büdenbender, überreichten die Trophäen an die glücklichen Preisträger. „Gute Förderung ist wichtig. Und wir müssen früh anfangen, damit jedes Kind es packt. Dafür, dass alle Kinder in Deutschland gut aufwachsen und ihre Talente entfalten können, setzen sich Erzieherinnen und Erzieher in Kita und Tagespflege jeden Tag mit viel Engagement ein. Ihren Enthusiasmus wollen wir mit dem Deutschen Kita-Preis würdigen“, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Moderiert wurde die Preisverleihung von dem Schauspielerpaar Bettina Zimmermann und Kai Wiesinger. Laudatoren waren die Schauspielerin Nadja Uhl für die Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ sowie Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis für die Kategorie „Kita des Jahres“.

Auf dem Bundeskongress „Qualität in der frühen Bildung“ am 3. und 4. Mai in Berlin stellten Dr. Barbara Junne, Programmleiterin des Deutschen Kita-Preises, und Dr. Christa Preissing, Direktorin des Berliner Kita-Instituts für Qualitätsentwicklung, die Auszeichnung vor. Die Teilnehmenden hatten außerdem die Möglichkeit, sich in moderierten Gesprächsrunden mit den Finalisten zu den Qualitätsdimensionen auszutauschen, nach denen beim Deutschen Kita-Preis bewertet wird.

Das „Gute KiTa-Gesetz“
Um zu unterstreichen, wie wichtig eine gute Kita-Zeit für jedes Kind ist, bringt Dr. Franziska Giffey nun das „Gute KiTa-Gesetz“ auf den Weg. „Das Gesetz enthält neun verschiedene Instrumente, um die Länder bei der Verbesserung der Kita-Qualität zu unterstützen ‒ von der Gebührenbefreiung über den Betreuungsschlüssel bis zur Sprachförderung“, so Giffey. Der Bund stellt den Ländern dafür allein in dieser Legislatur zusätzliche 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung.




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Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 10.05.2018
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