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Die 10 Entwicklungsvorhaben für den DBS 2000

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(Aus dem Antrag auf Fördermittel beim BMBF für die Fortsetzung der Projektförderung

1. Verknüpfung der Ressourcen-, Institutionen-, Personen- und Veranstaltungstabellen zu einem relationalen Gesamtsystem

Die im Bereich der Datenbestände des Adreßbuch Erziehungswissenschaft der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft bereits vorgenommene Verknüpfung von Personen- und Institutionendaten werden konsequent auf die bestehenden und neu hinzukommenden Datenbestände ausgedehnt, und zwar auf die Datenbanken der

  • Materialien (Internet-Projekte, Statistiken, Berichte, Multimedia-Materialien, Datenbanken...)
  • Institutionen (Übergreifend, Schule, Berufsbildung, Hochschule, Forschung, Erwachsenen-/Weiterbildung)
  • Personen (Autoren, Bildungsexperten...)
  • Veranstaltungen (in Schule und Wissenschaft von überregionaler/europäischer Bedeutung)

Das Grundsystem dafür auf der Basis der im Internet als Open Source Software frei erhältlichen Systeme MySQL und PHP3 ist im DBS bereits bis zur Testreife geführt. Im ersten Förderjahr werden die Datenbestände sukzessive miteinander verbunden.

Die Arbeiten dazu sind relativ aufwendig, da die Implementation der Relationen zwischen den vier Objektbereichen "Materialien", "Institutionen", "Personen" und "Veranstaltungen" sich nicht auf Ergänzungen der Tabellenstruktur beschränkt, sondern eine Weiterentwicklung der Benutzerschnittstellen und der Konsistenzsicherungsmechanismen erfordert. Damit sind jedoch erst die technisch-strukturellen Voraussetzungen geschaffen. Das Füllen der Relationentabellen, also z.B. die Zuordnung einzelner Mediendatensätze zu einem bestimmten Personendatensatz (etwa wenn die Person Autor der Medien ist) kann zwar technisch unterstützt aber nicht völlig automatisiert werden, ist also noch zu leistende redaktionelle Arbeit.

2. Entwicklung einer automatischen Datenpflege

Einen Bildungsserver aufzubauen und ihn mit attraktiven Daten zu füttern, ist nicht schwierig, doch Informationen veralten schnell. Daher steigt mit zunehmenden Inhalten - exponentiell - der Aufwand für ihre Pflege. Bezüglich der Institutionen-Daten sind dies z.B. Änderungen in Adresse, Telefon, E-Mail, Homepage, gleiches gilt bei Personen-Daten; dort kommen u.a. Änderungen in den Arbeits- und Interessenschwerpunkten dazu. Projekte und Materialien haben unterschiedliche Halbwertzeiten, was Aktualität der Inhalte, Zugriffsmöglichkeiten, technische Pflege u.a. betrifft.

Unsere bisherige Erfahrung zeigt, daß die Anbieter von Informationen die Metadaten i.d.R. nicht von sich aus pflegen. Unabhängig von der im einzelnen noch zu spezifizierenden Rolle der redaktionell-inhaltlich arbeitenden Gruppen müssen automatisierte Verfahren entwickelt und routinisiert werden, die beispielsweise

  • URLs wöchentlich auf Aktualität überprüfen und die entsprechenden Datenbankeinträge aus der gültigen Datenbank nehmen und archivieren, wenn die Adresse sich mehrfach als nicht mehr gültig erweist;
  • den Institutionen einmal jährlich per E-Mail einen Auszug der sie betreffenden Daten zuschicken und sie um Korrektur und Ergänzung bitten,
  • die in der Experten-Datenbank geführten Personen in ähnlicher Weise regelmäßig um Korrektur bitten,
  • den "URL-Check" zum "Metadata-check" durch automatischen Vergleich des Datensatzinhaltes mit dem Inhalt der im Dokument enthaltenen Metatags weiterentwickeln,
  • die Liste der vom Harvest-System automatisch und regelmäßig besuchten Bildungsserver in Deutschland überprüfen.

Es sind Verfahren zu entwickeln und zu testen, die den Aufwand für Nutzer wie für die Betreiber des DBS minimieren, z.B. Entwicklung von Hilfen für die Selbsteintragskontrolle: Durch automatisch generierte Anfragen an andere Server soll die Bearbeitung der Eingangskörbe erleichtert werden. (Bsp.: Postleitzahlen können gegen Städte und Bundesländer bei www.entry.de abgeglichen werden).

3. Weiterentwicklung des Datenbank-Systems

Es ist zu erwarten, daß aus der politisch gewünschten Zusammenarbeit mit inhaltlich-redaktionellen Arbeitsgruppen Anforderungen an weitere Tabellen bzw. Datenfelder entstehen. Wenn sich der DBS nicht als ein starres System versteht, dem man sich anzupassen hat, sondern als ein flexibles Entwicklungsinstrument, das inhaltlichen Anforderungen und nicht nur technischen Möglichkeiten entsprechen soll, wird mit einem kontinuierlichen, erheblichen Aufwand an Pflege und Weiterentwicklung des Datenbanksystems zu rechnen sein. Dazu kommen die Anpassungen an die informatische Entwicklung im Hardware- und Software-Bereich. Hier ist nach unserer dreijährigen Erfahrung mit einem erheblichen Arbeitsaufwand zu rechnen; es handelt sich um technische Arbeiten, die hinter den Kulissen ablaufen und von denen die Benutzer im positiven Falle nichts merken.

Als ein Beispiel sei die Entwicklung von Dokumentations-, Verweis- und Retrievalsystemen genannt, die für virtuelle Lehrveranstaltungen und multimediale Dokumente derzeit zusammen mit dem Hochschulnetzwerk Lehrerausbildung und Neue Medien und Experten aus dem Dokumentations- und Bibliotheksbereich entwickelt werden. Während die konzeptionell-inhaltliche Arbeit nicht Aufgabe des DBS sein sollte, ist ihre Realisierung über benutzerfreundliche Eingabeformulare, die Umsetzung in den Dublin Core, ein leistungsfähiges Retrieval und eine leicht zu bedienende Suchmaschine Sache des DBS.

Es ist zu erwarten, daß die inhaltlichen Anforderungen der verschiedenen Redaktionsgruppen (DIPF, FWU, DGfE, BIBB u.a.) zu laufenden Anpassungen der Datenstruktur, Datenbanken, Abfrageformulare und dynamischen Web-Seiten führen wird. Die technische Realisierung muß sich an inhaltliche Vorgaben richten, nicht umgekehrt. Dies bedingt ein hohes Engagement der technischen Mitarbeiter und die laufende Beobachtung der informatisch-wissenschaftlichen Entwicklung.

Zu den Anforderungen an das auf dem DBS laufende System gehört auch die Übertragbarkeit auf Bedingungen von Landesinstituten und schulischen Intranets, d.h. die Anpassung kostenfreier Datenbank- und Retrievalsoftware auf schulische, regionale oder universitäre Bedürfnisse von Bildungsservern. Der DBS hat sich immer als ein Entwicklungsprojekt verstanden, das übertragbare Referenzlösungen für andere Server im Bildungsbereich zur Verfügung stellt; die halbjährlichen Bonsai-Workshops für Entwickler von Bildungsservern sind ein lebendiges Beispiel dafür. Wir möchten diese Funktion weiterhin ausüben; dafür ist informatisch-technische Expertise im Entwicklerteam nötig.

4. Meta-Daten nach Dublin Core

Suchfunktion. In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Meta-Daten der IuK-Initiative der wissenschaftlichen Fachgesellschaften, mit dem Metadaten-Teilprojekt des Europäischen Schulnetzes (EUN) an der Humboldt-Universität und mit der DGfE-Beauftragten für Dublin Core im Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin sind die Kategorien der DBS-Datenbanken anzugleichen, die Eingabeformulare entsprechend zu gestalten und die ASCII-Meta-Tag-Dateien für den eingebenden Autor weiterzuentwickeln. Es sollen spezielle Suchfunktionen in den Daten nach Dublin Core eingerichtet werden.

Kompatibilität. In Kooperation mit Schulbuch- und Wissenschaftsverlagen sowie mit den Universitäten des Hochschulnetzwerks Lehrerbildung und Neue Medien der Bertelsmann-Stiftung sollen die Aktivitäten des DBS in ein gemeinsames Programm vergleichbarer Dokumentation von Multimedia-Materialien koordiniert werden. Ziel ist ein verteiltes System miteinander kompatibler Kategorien für die Erschließung und das Retrieval von Ressourcen im World Wide Web.

5. Verbesserung der Suchergebnisse

Suchergebnisse sollen durch Visualisierung (in Form von plattformunabhängigen Java-Applets) für Benutzer anschaulicher und nutzbarer gestaltet werden. Die Suchalgorithmen sollen so verbessert werden, daß die Suche auch schrittweise eingeengt werden kann. Fuzzy-Logic-Searches sollten prototypisch implementiert werden.

6. Vernetzung mit anderen Bildungsservern

In Fortsetzung der Kontakte zu den Landesservern über die halbjährlichen Bonsai-Workshops, in vertiefter Kooperation zu politischen Gremien wie KMK, BLK, HRK, zu einzelnen Hochschulen und zu den in der IuK-Initiative zusammengeschlossenen wissenschaftlichen Fachgesellschaften und deren Servern soll die Kooperation vertieft werden. Dabei ist nicht an den leicht zu realisierenden gegenseitigen Verweis über Links gedacht, sondern auf die Mitarbeit an gemeinsamen Systemen der Verwaltung und der Vermittlung ähnlicher Informationen. So haben beispielsweise das MathNet (das Netz der Deutschen Mathematiker Vereinigung) Vorschläge für secondary home pages der universitären Institute oder die IuK-Initiative eine Professional Home Page (PHP) als Ergänzung und Erweiterung personenbezogener Darstellung im Internet entwickelt. Diese und ähnliche Entwicklungen sollte der DBS aufgreifen, weiterführen und vermitteln.

7. Internationalität

Die Hauptseiten des DBS sowie die Retrieval- und Ausgabeformulare sollen in mehreren Sprachen verfügbar gemacht werden. Über die bislang schon teilweise vorhandenen englisch- und französischsprachigen Seiten hinaus denken wir an Russisch, Spanisch, Portugiesisch und möglicherweise auch Chinesisch. Aufwendig wird nicht die Übersetzung der Web-Seiten sein, sondern vielmehr die Adaption der Suchbegriffe auf das institutionelle Bildungssystem und die spezifische Terminologie pädagogischer Begriffe in verschiedenen Ländern. Hier erwarten wir die aktive Mitarbeit des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF).

Der Sprachenumfang wird von den zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen abhängig sein.

8. Weiterentwicklung der Kommunikationsdienste

Der SchulWeb-Chat gehört derzeit zu den am häufigsten benutzten Möglichkeiten der synchronen Online-Kommunikation im deutschen Bildungsbereich. Es sind nicht nur Schüler, die chatten, sondern auch Lehrer und Wissenschaftler, die einen Chat-Kanal für bestimmte Themen, geschlossene oder offene Gruppen und für bestimmte Zeiten nutzen. Dies soll inhaltlich wie technisch weiterentwickelt werden:

So sollen die Möglichkeiten für betreute Chats in Zusammenarbeit mit dem FWU und mit Servern in den Ländern erweitert werden, z.B. durch das Angebot von Beratung zu bestimmten Themen zu bestimmten Terminen. Außerdem sollen die Foren weiterentwickelt werden.

Derzeit läuft die Kommunikation dabei (immer noch) über die Tastatur und ist entsprechend langsam und für viele mühsam. Wir werden Chat und Foren multimedial weiterentwickeln: Im ersten Schritt soll die Tastatur durch das Mikrofon ergänzt werden; im zweiten Schritt - leistungsfähige Bandbreiten und die kleine Videokamera über dem Bildschirm vorausgesetzt - auch die synchrone Videokonferenz. Die dafür nötigen technischen Verfahren sollen getestet, ein entsprechender Chat aufgebaut und von interessierten inhaltlich arbeitenden Gruppen benutzt werden.

9. Evaluation

Es ist außerordentlich wichtig, daß die Entwicklung des DBS auf die Interessen von Nutzern wie Zulieferern ausgerichtet bleibt. Bislang haben wir uns fast ausschließlich der Konstruktion des DBS gewidmet, auf eine Evaluation aber verzichtet. Dabei liegt durchaus Material bereit, dessen Auswertung zu einer wesentlichen Verbesserung der Leistung des DBS führen könnte. Es sind dies zum einen die umfangreichen Logfiles aller Anfragen an den DBS (derzeit monatlich 1 Mio), aus denen man vielfältige Informationen über Benutzerverhalten, erfolgreiche und weniger erfolgreiche Recherchen, Benutzertypen u.a.m. erheben könnte. Dazu kommen die i.d.R. inhaltlich akzentuierten vielen E-Mails, die den DBS täglich erreichen.

Zugangsmöglichkeiten, Eingabe- und Suchformulare, Navigation, Web-Seiten-Gestaltung des DBS u.a.m. folgen derzeit nicht gesicherten Erkenntnisssen aus wisssenschaftlicher Begleitforschung, vielmehr dokumentieren sie ein organisches, stürmisches und manchmal auch chaotisches Wachstum mit hier und da blinden Flecken bei den Entwicklern. Im Interesse eines möglichst ökonomischen und effektiven Einsatzes der Mittel und hoher Benutzerfreundlichkeit ist eine sorgfältige Evaluation des DBS nötig. Im einzelnen sollten sukzessive die folgenden Evaluationsschritte durchgeführt werden:

  • Analyse der Logfiles hinsichtlich Nutzungshäufigkeiten bestimmter Seiten, Charakteristika von Sitzungsprotokollen, Benutzertypen, Zeitreihenanalysen
  • Analyse von Suchanfragen mit dem Ziel der Verbesserung der Abfrageformulare, Hilfetexte, Schlagwortverzeichnisse u.a.m. und der Weiterentwicklung von komplexen Anfragen (fuzzy logic searching)
  • Befragung von ausgewählten Benutzergruppen (usability evaluation) hinsichtlich Zugang, Seitenpräsentation, Retrieval
  • Integration von einfach zu bedienenden Feedback-Buttons auf wichtigen Seiten
  • Regelmäßige Beobachtung der Serverzugriffe; Testen einzelner Seiten auf nicht-Unix-Systemen, mit Modemanschluß u.a.m. mit dem Ziel, Schwachstellen aufzuspüren und Seitenaufbau technisch wie software-ergonomisch effektiver und schneller zu gestalten, vor allem unter nicht-optimalen Netzbedingungen
  • In Kooperation mit den inhaltlich-redaktionellen Gruppen Identifizierung von auch qualitativ besonders interessanten Beiträgen im Sinne von Best of... anhand eines gemeinsamen Kriterienkatalogs

10. Langfristige Institutionalisierung und Re-Finanzierung

Wenn sich der Deutsche Bildungs-Server in der auch politisch gewollten Weise zu einem Meta-Server weiterentwickelt, der in vielfältiger Weise Informationen aus Schule, Berufsbildung, Hochschule, Bildungsverwaltung koordiniert, systematisch verwaltet, miteinander vernetzt und öffentlich zugänglich macht, dann muß er aus dem Stadium eines komplexen Entwicklungsprojektes hinaus institutionalisiert werden.

Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung in Frankfurt und Berlin (DIPF), das aus Mitteln von Bund und Ländern finanziert wird, bietet sich als Ort für eine langfristige Verankerung des DBS an. Das DIPF hat in den vergangenen Monaten bereits erhebliches für die inhaltliche Weiterentwicklung des DBS geleistet (Institutionen-Datenbank, Europa, Veranstaltungsdatenbank, Bildungsforschung) und ist interessiert und bereit, diese Rolle zu übernehmen. Diese Zukunftsperspektive impliziert zunehmende Kooperation zwischen HU und DIPF, u.a. Weiterbildung des technischen Personals des DIPF-Rechenzentrums, sukzessive Übertragung von Funktionen des DBS nach Frankfurt u.a., so daß nach Ablauf der dreijährigen Förderung nicht mehr die Humboldt-Universität, sondern das Deutsche Institut Träger des DBS sein würde.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage einer langfristigen Finanzierung. Über die nach Ablauf der Projektförderung nötige Etatisierung von Stellen am DIPF hinaus soll bereits jetzt versucht werden, Möglichkeiten einer Re-Finanzierung des DBS über Einnahmen aus (sorgfältig kontrollierter) Werbung oder über Sponsoring zu erproben, um wenigstens eine Teilfinanzierung des DBS auf Dauer zu erreichen. Wir bitten darum, solche Einnahmen bereits während der Laufzeit des Projekts für die Weiterentwicklung des DBS nutzen zu können. Eventuell wären bestimmte Ausgaben für Werkverträge darüber finanzierbar.

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