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Weite Aussicht auf Ackerland mit Reihen von Nutzpflanzen unter einem bunten Sonnenuntergangshimmel.
Text: Faktencheck Klimawandel
Bildrechte: Reto Bürkler / Pexels bearbeitet mit Canva

Mehr CO₂ – weniger Hunger?

Viele Menschen sagen: „CO₂ ist doch gar nicht schlecht! Pflanzen brauchen es zum Wachsen – also ist mehr CO₂ gut gegen Hunger auf der Welt.“
Und tatsächlich steckt darin ein Stück Wahrheit: Ohne Kohlendioxid könnten Pflanzen keine Photosynthese betreiben. Sie würden also nicht wachsen. Pflanzen nutzen CO₂, um neue Blätter, Früchte und Biomasse aufzubauen.

Die Grafik zeigt, welche Wirkung CO₂ auf Pflanzen hat.
Mehr CO₂ hat zwei Seiten: Pflanzen wachsen zwar teilweise besser, gleichzeitig nehmen aber Extremwetter und Ernteprobleme zu. | Bildrechte: Dieter Kasang und Anja Hermans (2026): Eigene Darstellung., CC BY-SA 4.0

Experimente zeigen sogar: Wenn mehr CO₂ in der Luft ist, wachsen einige wichtige Nutzpflanzen tatsächlich besser. Bei Weizen und Reis können die Erträge im Durchschnitt um etwa 14 % steigen. Außerdem verlieren Pflanzen weniger Wasser, wenn sie mehr CO₂ aufnehmen.

Klingt erstmal positiv. Aber es gibt mehrere große Probleme.

 

1. Mehr CO₂ verändert das Klima

CO₂ sorgt dafür, dass sich die Erde erwärmt. Dadurch nehmen Extremwetterereignisse zu:

  • Hitzewellen
  • Dürren
  • Starkregen
  • Überschwemmungen
  • Stürme

Und genau das ist schlecht für die Landwirtschaft. Felder trocknen aus oder werden überflutet. Manchmal werden ganze Ernten zerstört.

 

2. Neue Anbauflächen helfen nur begrenzt

In kalten Regionen wie Kanada oder Sibirien wird es durch den Klimawandel zwar wärmer. Dort könnten theoretisch mehr Pflanzen wachsen.

Aber Böden entwickeln sich extrem langsam. Viele wichtige Nutzpflanzen können dort trotzdem nicht einfach angebaut werden. Außerdem leben dort nur wenige Menschen, die oft eher an Rentierzucht als an Landwirtschaft angepasst sind.

 

3. Nicht alle Pflanzen profitieren

Der sogenannte „CO₂-Düngeeffekt“ funktioniert nicht bei allen Pflanzen gleich gut.

Besonders profitieren:

  • Weizen
  • Reis
  • Kartoffeln
  • Roggen

Bei wichtigen Grundnahrungsmitteln wie:

  • Mais
  • Hirse
  • Zuckerrohr

ist der Effekt dagegen viel kleiner oder kaum messbar.

Das Problem: Gerade Mais und Hirse sind in vielen armen Regionen Afrikas und Asiens besonders wichtig für die Ernährung.

 

4. Mehr Wachstum bedeutet nicht automatisch gesündere Nahrung

Pflanzen wachsen durch mehr CO₂ oft schneller. Doch dabei sinkt häufig der Nährstoffgehalt der Lebensmittel.

Beispiele:

  • Weizen enthält weniger Proteine.
  • Reis enthält weniger B-Vitamine.
  • Auch wichtige Mineralstoffe wie Eisen und Zink nehmen ab.

Das kann zu Mangelernährung führen. Besonders betroffen sind Kinder und Schwangere. Schon heute sterben jedes Jahr Millionen Kinder an den Folgen von Eiweißmangel.

 

5. Der Effekt lässt mit der Zeit nach

Der positive Einfluss von CO₂ auf das Pflanzenwachstum bleibt nicht unbegrenzt stark. Mit der Zeit schwächt sich dieser Effekt ab.

 

Fazit

Mehr CO₂ kann zwar das Wachstum einiger Pflanzen fördern. Aber gleichzeitig verändert CO₂ das Klima und sorgt für mehr Extremwetter. Dürren, Hitzewellen und Überschwemmungen gefährden weltweit die Landwirtschaft.

Außerdem profitieren längst nicht alle Nutzpflanzen vom zusätzlichen CO₂ – und viele Lebensmittel enthalten dann sogar weniger wichtige Nährstoffe.

Mehr CO₂ bedeutet deshalb nicht automatisch weniger Hunger. Oft entstehen sogar neue Probleme für die Ernährung der Menschen.

 


Im Klimawiki gibt es mehr Informationen:


 

Erstellt am 09.09.2026, zuletzt geändert am 24.09.2026
Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Text steht unter der CC BY-SA 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Anja Hermans und Dieter Kasang für klima2know. Für Bilder, Videos und andere Elemente gelten die jeweiligen Angaben.

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