
Landunter für Megastädte
Immer mehr Menschen ziehen in große Städte – vor allem an die Küsten. Schon heute leben rund 700 Millionen Menschen in Gebieten, die weniger als 10 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Bis 2050 wird es wohl eine Milliarde sein!
Viele leben in sogenannten Megastädten – das sind Städte mit über 10 Millionen Einwohnern. Doch genau dort wird es gefährlich: Der Meeresspiegel steigt, es kommt häufiger zu Sturmfluten und heftigen Regenfällen.
Und das ist noch nicht alles: In einigen Megastädten sinkt sogar der Boden ab, weil die Gebäude so schwer sind und zu viel Grundwasser abgepumpt wird. Ergebnis: Noch mehr Überschwemmungsgefahr.

Jakarta und New York
Jakarta, die Hauptstadt von Indonesien, hat ein riesiges Problem: Die Stadt sinkt langsam ins Meer. Schon 40% von Jakarta liegen unter dem Meeresspiegel! Deshalb will das Land sogar eine neue Hauptstadt auf der Insel Borneo bauen.
Warum passiert das?
Ein Grund ist der steigende Meeresspiegel, der jedes Jahr höher wird. Aber das größte Problem ist: Der Boden unter Jakarta sackt ab – und zwar richtig schnell: 3 bis 10 cm pro Jahr! Damit ist Jakarta die am schnellsten sinkende Stadt der Welt.
Der Boden gibt nach, weil die Stadt so schwer ist und weil die Menschen zu viel Grundwasser abpumpen. Die weichen Böden im Flussdelta können das nicht mehr halten – und Jakarta geht langsam unter.
In Jakarta kommt noch etwas hinzu: Heftige Monsunregen lassen das Wasser blitzschnell ansteigen. Es ist dort schon fast normal, dass Menschen beim Einkaufen durch knietiefes Wasser laufen müssen.

Aber nicht nur Jakarta ist bedroht – auch New York, eine der berühmtesten Städte der Welt, liegt gefährlich. Die Stadt steht zwar auf festem Fels, also sinkt der Boden nicht ab. Trotzdem: Viele Stadtteile liegen weniger als 5 Meter über dem Meeresspiegel. Rund 400.000 Menschen leben in Bereichen, die überflutet werden könnten.
Wenn Stürme vom Atlantik kommen, können sie das Wasser direkt in die Stadt drücken – in Straßen, Tunnel, U-Bahnen und sogar zum Flughafen.
Genau das ist 2012 passiert, beim Hurrikan Sandy. Der Sturm hat New York voll getroffen, 19 Milliarden Dollar Schaden angerichtet und viele Menschen das Leben gekostet. Der Wasserstand stieg im Hafen um fast 4 Meter! Dazu kamen heftige Regenfälle, weil der tropische Hurrikan auf kalte Herbstluft traf.
Tokio und Shanghai
Auch die größte und drittgrößte Stadt der Welt liegen direkt am Meer – und damit in der Gefahrenzone für Überschwemmungen. Der Klimawandel und der steigende Meeresspiegel machen alles noch schlimmer. In beiden Städten ist das Absinken des Untergrunds das größte Problem. Doch Tokio und Shanghai haben – im Unterschied zu Jakarta wirksame Maßnahmen dagegen ergriffen.
Tokio ist in den letzten Jahrzehnten an manchen Stellen bis zu 4,5 Meter abgesackt!
Dagegen hat die Stadt ein riesiges Entwässerungssystem gebaut – mit unterirdischen Tanks so hoch wie Kirchtürme und Kilometern von Tunneln.
So können heute 1,6 Millionen Menschen unter dem Meeresspiegel leben, ohne ständig überflutet zu werden.
Trotzdem bleibt Tokio gefährdet – denn der Meeresspiegel steigt weiter, und Taifune werden häufiger und stärker.
Auch Shanghai ist abgesackt – 2 bis 3 Meter im 20. Jahrhundert.
Der Grund: Zu viel Grundwasser wurde für die Bevölkerung und die Industrie abgepumpt.
Die Stadt hat darauf reagiert: Viele Brunnen wurden geschlossen, und Wasser darf heute nur noch aus tieferen Erdschichten entnommen werden.
Aber auch hier gilt: Der Boden sinkt weiter, das Meer steigt – und jedes Jahr treffen mehrere Taifune auf Shanghai. Mit dem Klimawandel werden sie noch heftiger.
In unserem Klimawiki gibt es noch mehr Infos zum Thema:
Erstellt am 09.04.2026, zuletzt geändert am 27.04.2026
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