Suche

Ariadne Pfad:

Inhalt

Ein Eisbär, der auf schmelzendem Eis auf einer dünnen Eisscholle läuft.
Bildrechte: Ihar Ivanouski / Colourbox.de

Das Eis der Erde

Flüsse und Seen frieren bei uns kaum noch zu, und an Nord- und Ostsee sieht man schon seit Jahren keine Eisschollen mehr. Klar, an Nord- und Südpol gibt's noch riesige Eismassen – aber auch die schmelzen immer schneller. Das macht nicht nur Eisbären Probleme.

Viele denken: "Ist doch weit weg – hat nichts mit uns zu tun."
Aber das stimmt nicht. Das Eis der Erde liegt zwar hauptsächlich an den Polen, doch auch bei uns gibt es noch kleinere Gletscher und in hohen Bergen sogar in den Tropen. Und in Mitteleuropa fällt immerhin noch ab und zu Schnee.

 

Die Grafik zeigt, wo Eis und Schnee auf der Erde vorkommen.
Wo gibt es Eis- und Schnee? | Bildrechte: Office for Climate Education. Das Klima in unseren Händen – Ozean und Kryosphäre. 2020, CC BY-NC-SA 4.0

 

Das Eis schmilzt – und der Meeresspiegel steigt

Auch wenn die Pole weit weg sind: Ihr Eis ist extrem wichtig für uns alle. Wenn es schmilzt, passieren vor allem zwei Dinge:

  1. Der Meeresspiegel steigt weltweit.
  2. Das Wetter verändert sich – mehr Regen, mehr Hitze, mehr Extremwetter.

Die größten Eismassen liegen auf Grönland und in der Antarktis. Würden beide komplett schmelzen, würde der Meeresspiegel über 65 Meter steigen – ganze Küstenstädte wären weg. Keine Sorge: Das dauert viele Jahrhunderte oder sogar länger.

Schneller schmelzen aber die Gletscher in Gebirgen. Sie enthalten viel weniger Eis und würden "nur" etwa 40 cm zum Meeresspiegelanstieg beitragen.

Wie stark der Meeresspiegel wirklich steigt, hängt davon ab, wie viel CO₂ wir weiter in die Luft pusten. Weniger Emissionen = langsamerer Anstieg.

 

Auch unser Klima verändert sich – wegen schmelzendem Eis

Was hat das Eis an den Polen mit unserem Wetter zu tun – obwohl wir so weit weg wohnen? Eine ganze Menge!

 

Die grafische Darstellung zeigt die Wirkung von Eis und Schnee auf die Sonneneinstrahlung und die Wärmeaufnahme.
Bildrechte: Irina Gorodetskaya, Melanie Lauer & Therasa Kiszler auf Frontiers for Young Minds, bearbeitet von Anja Hermans mit Canva., CC BY 4.0

 

Rund um den Nordpol erwärmt sich die Erde viermal schneller als im Rest der Welt. Warum?
Eis und Schnee sind weiß und reflektieren Sonnenlicht wie ein Spiegel. Das nennt man Albedo. Wenn das Eis schmilzt, verschwindet diese "Spiegeloberfläche". Dunkler Boden und Meer absorbieren viel mehr Wärme – und dadurch schmilzt noch mehr Eis. Ein richtiger Teufelskreis.

Weil die Arktis dadurch immer wärmer wird, schrumpft der Temperaturunterschied zwischen Nordpol und unseren Breiten. Das schwächt den Jetstream – eine starke Luftströmung hoch oben über uns. Normalerweise trennt er warme Luft im Süden und kalte Luft im Norden.

Wenn der Jetstream langsamer wird und große Wellen schlägt, passiert Folgendes:

  • Heiße Luft aus dem Mittelmeerraum kann weit nach Mitteleuropa ziehen → Hitzewellen
  • Kalte Luft aus dem Norden kann weit nach Süden gelangen → Starkregen, Überschwemmungen oder sogar Schnee

Kurz gesagt: Schmelzendes Eis am Nordpol beeinflusst unser Wetter direkt – mit mehr Extremwetter auch bei uns.

 


In unserem Klimawiki gibt es noch mehr Infos zum Thema:


 

Erstellt am 21.02.2026, zuletzt geändert am 24.03.2026
Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Text steht unter der CC BY-SA 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dieter Kasang und Anja Hermans für klima2know. Für Bilder, Videos und andere Elemente gelten die jeweiligen Angaben.

Inhalt auf sozialen Plattformen teilen (nur vorhanden, wenn Javascript eingeschaltet ist)

Teile diese Seite:

Logos vom Deutschen Bildungsserver und dem Innovationsportal

Ein Kooperationsprojekt von: