Der neokommunikative Unterricht im digitalen Zeitalter

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Dieser Artikel zum neokommunikativen Unterricht bietet einen Überblick über didaktisch-methodische Grundsätze, die den Fremdsprachenunterricht aktuell prägen, und verweist auf digitale Anwendungen, die deren Realisierung in der Schule ermöglichen.

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Lange Beschreibung:

Seit dem didaktisch-methodischen Paradigmenwechsel der 1970er Jahre ist im Fremdsprachenunterricht eine stark ausgeprägte pragmatische Orientierung unverkennbar. Kommunikation ist das große Stichwort, das in der Welt der Fremdsprachendidaktik wiederhallt. Dabei geht es grundsätzlich um die Frage, welche Kompetenzen Lernende entwickeln müssen, um in der Fremdsprache handlungsfähig zu sein und kommunikative Situationen nicht nur sprachlich, sondern vor allem funktional und im soziokulturellen Sinne angemessen zu bewältigen. Von der kommunikativen zur neokommunikativen Methode Die frühe kommunikative Methode der 1970er und 1980er Jahre lieferte bereits zahlreiche Impulse für die Gestaltung eines Fremdsprachenunterrichts, bei dem der Lerner mit seinen kommunikativen Absichten und Erfahrungen als Handelnder auftritt und formal grammatische Aspekte lediglich als Hilfsmittel erfährt. Doch die kommunikative Methode ging ab den 1990er Jahren in eine Postphase über, als die Anzahl von pragmatisch ausgerichteten Lehr- und Lerntechniken immer größer und vielfältiger wurde. Die Notwendigkeit, kommunikative Prinzipien klarer zu definieren, um die methodischen Tendenzen der neueren Zeit besser nachvollziehen zu können, führte zur Entstehung des neokommunikativen Ansatzes (Reinfried 2001: 9) / (Martinez und Meißner 2018:2). Die Prinzipien dieser neuen Methodenkonzeption bilden heute noch die Basis des Fremdsprachenunterrichts. Aber wie können Lehrende die neokommunikativen Prinzipien im Schulalltag konkret anwenden und dabei dem Auftrag der Kultusministerkonferenz zur digitalen Bildung (KMK 2016) gerecht werden? Im Folgenden wird dieser Frage nachgegangen, indem die neokommunikativen Grundsätze und deren Realisierung mittels digitaler Anwendungen erläutert werden. Handlungsorientierung Das Prinzip der Handlungsorientierung fordert, dass die Schüler aktiv in der Fremdsprache tätig werden. Ihre Mitteilungsbedürfnisse, Interessen und Vorkenntnisse sollen im Mittelpunkt des Unterrichts stehen und den Anlass zu authentischen kommunikativen Handlungen bilden. Kooperative und kreative Arbeitsformen sowie offene Unterrichtsmethoden wie Projektarbeit oder Lernen durch Lehren (LdL) ermöglichen die Realisierung dieses Prinzips. Handlungsorientiertes Lernen lässt sich mit Unterstützung von Programmen wie Padlet durchführen. Padlet ermöglicht die freie Erstellung von digitalen Pinnwänden, auf denen Informationen zusammengeführt und kreativ verknüpft werden können. Erstellte Pinnwände können zur Präsentation von Ergebnissen als Gruppen- oder Expertenpuzzle oder zur Vermittlung erworbener Kenntnisse in Form von LdL genutzt werden. Fachübergreifendes Lernen Bei diesem Prinzip geht es grundsätzlich um die Öffnung des Fremdsprachenunterrichts für andere Sprachen oder Fächer, wie es im bilingualen Sachfachunterricht oder bei mehrsprachigen Unterrichtsformen der Fall ist. Mit dem Programm Anki lässt sich fachübergreifend arbeiten. Anki ermöglicht die regelmäßige und strukturierte Wiederholung von Wissen. Die Anwendung ist als App oder als Webversion verfügbar. Das Programm funktioniert nach dem Karteikartenprinzip, wobei die Karten nicht nur mit Text, sondern auch mit Sound, Bildern und Links gestaltet werden können. Mit Anki kann man zum Beispiel mehrsprachige Lernkarten erstellen und damit fachübergreifend lernen. Ganzheitlichkeit Das Lernen mit Einbezug aller Sinne bildet den Fokus der ganzheitlichen Spracherfahrung. Am effektivsten lässt sich dieses Prinzip in authentischen und komplexen Lernsituationen realisieren, die nicht nur zur geistigen, sondern auch zur körperlichen Aktivität motivieren. Zum ganzheitlichen Sprachenlernen empfiehlt sich der Einsatz von YouTube . Die Nutzung von Videos im Fremdsprachenunterricht fördert insbesondere das Hör-Seh-Verstehen und ermöglicht somit ein mehrkanaliges Lernen. Auf YouTube findet man zudem Videos, die zu einem bewegten Lernen anregen, etwa Videos zum Mitsingen und Mittanzen. Lernerorientierung Bei diesem Prinzip liegt der Fokus auf dem Lernenden mit seinem eigenen Lernstil und seinen Lernpräferenzen. Individuelle und nach Lerntypen differenzierte Lernaufgaben bieten sich für einen lernorientierten Unterricht an. Learningapps ist eine Anwendung, die einen lernorientierten Unterricht ermöglicht. Mit der Anwendung können interaktive Aufgaben zur Einübung und Wiederholung von Lerninhalten gestaltet werden. Zur Erstellung einer Aufgabe stehen verschiedene Templates zur Verfügung, mit denen unterschiedliche Lerntypen angesprochen werden können. Prozessorientierung Ein prozessorientierter Unterricht macht mentale Lernprozesse und Lernwege sichtbar und für den Lerner nachvollziehbar. Durch die Reflexion über angewandte Lernstrategien und die Erprobung unterschiedlicher Lerntechniken entwickeln Lernende ihre Lernbewusstheit. Das E-Portfolio ist die elektronische Version des herkömmlichen Lernportfolios. Es ermöglicht die digitale Sammlung und Dokumentation erbrachter Leistungen und verschafft Lernenden einen Überblick über ihre Lernprozesse.

Bildungsebene:

Sekundarstufe I

Lizenz:

Frei nutzbares Material

Schlagwörter:

Sprechen; Schreiben; Leseverstehen; Sprachmittlung; Grammatik; Wortschatz; Medienkompetenz

freie Schlagwörter:

Fremdsprachen; kommunikative Kompetenz; Lernstrategie; handlungsorientiertes Lernen; kooperatives Lernen; kreative Medienarbeit; Projektarbeit; fächerübergreifender Unterricht; App; digitale Lernwerkzeuge

Sprache:

Deutsch

Themenbereich:

Schule; Grundschule; Englisch
Schule; Grundschule; Englisch; Allgemeines zu Englischthemen
Schule; Sprachen und Literatur; Englisch
Schule; Sprachen und Literatur; Englisch; Allgemeines, Überblick
Schule; Sprachen und Literatur; Englisch; Literatur
Schule; Sprachen und Literatur; Englisch; Sprache, Sprachliche Fertigkeiten, Kompetenzen
Schule; Französisch
Schule; Sprachen und Literatur; Französisch
Schule; Sprachen und Literatur; Französisch; Allgemeines, Überblick
Schule; Sprachen und Literatur; Französisch; Literatur
Schule; Sprachen und Literatur; Französisch; Sprachliche Fertigkeiten, Kompetenzen
Schule; Sprachen und Literatur; Französisch; Sprachliche Fertigkeiten, Kompetenzen; Sprechen
Schule; Sprachen und Literatur; Französisch; Fachdidaktik
Schule; Sprachen und Literatur; Latein
Schule; Sprachen und Literatur; Latein; Allgemeines, Überblick
Schule; Sprachen und Literatur; Latein; Grammatik
Schule; Sprachen und Literatur; Latein; Didaktik
Schule; Sprachen und Literatur; Latein; Literatur
Schule; Sprachen und Literatur; Latein; Methodik, Beiträge zur Entwicklung von Methodenkompetenz
Schule; Sprachen und Literatur; Latein; Wortschatz, Lexik
Schule; Sprachen und Literatur; Spanisch
Schule; Sprachen und Literatur; Spanisch; Allgemeines, Überblick
Schule; Sprachen und Literatur; Spanisch; Fachdidaktik
Schule; Sprachen und Literatur; Spanisch; Literatur
Schule; Sprachen und Literatur; Spanisch; Methodik, Beiträge zur Entwicklung von Methodenkompetenz
Schule; Sprachen und Literatur; Spanisch; Sprache, Sprachliche Fertigkeiten, Kompetenzen
Schule; Grundschule; Deutsch
Schule; Sprachen und Literatur; Deutsch; Deutsch als Zweitsprache
Schule; Sprachen und Literatur; Deutsch; Deutsch als Zweitsprache; Landeskunde Deutschland
Schule; Sprachen und Literatur; Deutsch; Deutsch als Zweitsprache; Sprachliche Fertigkeiten

Geeignet für:

Lehrer