Eine multimediale Anlauttabelle für die ganze Schule

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Dieser Fachartikel stellt multimediale Anlauttabellen als Hilfsmittel zum Lesen und Schreiben vor. Wie Schülerinnen und Schüler diese im Unterricht selbst erstellen, wird im Folgenden am Beispiel einer inklusiven Grundschule erläutert.

Anbieter:

Lehrer-Online | Eduversum GmbH, Taunusstr. 52, 65183 Wiesbaden

Autor:

Thomas Zadow

Lange Beschreibung:

Kinder kommen erfahrungsgemäß mit einem unterschiedlichen Umfang an Fähigkeiten in die Schule. So können einige bereits erste Wörter lesen, andere brauchen lange Zeit, um einzelnen Buchstaben die richtigen Laute zuordnen zu können.  Die Charlotte-Salomon-Grundschule im Berliner Bezirk Kreuzberg nimmt auch Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichsten Formen der Behinderung bis hin zum Förderschwerpunkt geistiger Behinderung auf. Bei einem Teil der Lernenden ist der Prozess der Zuordnung bei der Lautbildung sehr langwierig und muss durch verschiedenste Hilfsmittel unterstützt werden. Einsatz und Nutzen einer multimedialen Anlauttabelle Anlauttabellen sind eine bewährtes Hilfsmittel, um selbständig schreiben und lesen zu lernen. Alle Buchstaben stehen übersichtlich mit Anlautbildern zur Verfügung. Multimediale Anlauttabellen enthalten neben Anlautbildern Sounds und Filme mit Lautgebärden und können auf dem Computer im Klassenraum eingesetzt werden. Mithilfe von selbst aufgenommenen MPEG-Files, die über eine HTML-Seite im schulischen Intranet bereitgestellt werden, ist die Anlauttabelle in allen Klassen abrufbar. Die multimediale Ausführung einer Anlauttabelle kann natürlich nicht zur Erarbeitung innerhalb eines Lese- oder Schreibvorgangs herangezogen werden, sondern ist ein Mittel der zusätzlichen Motivation für die Auseinandersetzung mit Anlauten: für die einen, um durch ständiges Wiederholen zumindest einen Großteil der Laute zu lernen, für die anderen, um sich auch schwierigere Laute einzuprägen. Erstellung einer multimedialen Anlauttabelle Vorübungen mit der Kamera Wie wird die Kamera richtig auf das Stativ montiert, wie eingeschaltet? Wie wird eine Aufnahme gestartet und beendet? Das musst von jedem "Kamerateam" bestehend aus zwei Kindern einer dritten Klasse, geübt werden. Fragen zur Filmgestaltung sind dabei auch wichtig: Welchen Bildausschnitt und welche Perspektive wählen wir? Schwierige Laute besonders begehrt Sehr schnell zeigt sich, dass eine "Professionalisierung" der Teams wichtig ist, um gute Ergebnisse zu erreichen. Besonders begehrt ist hier erfahrungsgemäß, wenn einzelne schwierigere Laute - wie zum Beispiel das "ch" - selbst vorgespielt werden können. So werden mehrere der Kameraleute gleichzeitig zu Schauspielern. Nachbearbeitung Mit einem einfachen Programm zur Video-Bearbeitung (mit der Videokamera mitgeliefert) werden die Filmschnipsel vom Autoren beziehungsweise der Autorin zurechtgeschnitten. Selbst kleine Schnittprojekte nehmen relativ viel Zeit in Anspruch; man sollte daher immer mehr Zeit einplanen, als dem Anschein nach notwendig, und gegebenenfalls zu Hause schneiden. Für den Videoschnitt sollten Computer mit mindestens 2 MHz Rechenleistung und 512 MByte Speicher zur Verfügung stehen. Zur Darstellung sollte das Format MPEG1 ausgewählt werden; so sind die Ladezeiten kurz genug für langsame Computer und eine Internetpräsentation. Zugleich ist die geringe Auflösung für diesen Zweck absolut ausreichend. Am nächsten Tag können die Ergebnisse gleich am Computer betrachtet und von den Beteiligten begutachtet werden. Dadurch wieder frisch motiviert, ist die Vorfreude auf den nächsten Drehtermin sicher groß. Zusammenarbeit mit den "Großen" Schülerinnen und Schüler höherer Jahrgänge können dabei helfen, die Anlauttabelle der ganzen Schule zur Verfügung zu stellen. Sie können beispielsweise die Anlautbilder malen und die Startseite für die Anlauttabelle als Internetseite programmieren. Hierbei kann mit einem textbasierten HTML-Editor gearbeitet werden. Auch spätere Änderungen können dadurch einfach eingebaut werden, ohne dass es spezieller Programme bedarf. Bereits nach dem ersten Drehtag können die ersten Filme angesehen werden. Was anfangs noch eine Suchaufgabe ist, weil herausgefunden werden muss, hinter welchem Anlautbild wirklich ein Film versteckt ist, entwickelt sich innerhalb weniger Monate (bei wöchentlich ein bis zwei Drehterminen) eine vollständige Tabelle. Nach Abschluss der Dreharbeiten haben sich die beteiligten Kinder die Laut-Buchstabe-Verbindungen erfahrungsgemäß gut eingeprägt - schließlich werden die einzelnen Szenen während der Drehzeit immer wieder aufgerufen, um sie zum Beispiel den Mitschülerinnen und Mitschülern oder Eltern zu zeigen. Auch nach Abschluss der Arbeiten suchen die am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler sicher immer wieder die Seite mit der Anlauttabelle auf, um sich und ihre Kameradinnen und Kameraden zu betrachten. Weiterverwendung und Übertragbarkeit der Anlauttabelle Nachdem der Schule bewusst ist, wie groß der Anreiz ist, sich selbst und die Mitschülerinnen und Mitschüler in der Anlauttabelle zu entdecken, beginnt sie, die Tabelle mit den neuen ersten Klassen zu bearbeiten, also neue Filme zu drehen und in die Tabelle einzubauen. Auch die Anlauttabelle selbst wird ihr Gesicht mit der Zeit verändern, neue Bilder die bestehenden ersetzen. Wer die Anlauttabelle selbst nutzen will, kann gleich beginnen, eigene Filme zu erstellen und die vorhandenen zu ersetzen. Das Bild der Startseite kann ebenfalls mithilfe eines entsprechenden Grafikprogramms mit neuen Anlautsymbolen versehen werden. So wird aus der bestehenden Anlauttabelle eine eigene geschaffen.

Bildungsebene:

Primarstufe

Lizenz:

Frei nutzbares Material

freie Schlagwörter:

Primarschule; multimediales Material; audiovisuelles Material

Sprache:

Deutsch

Themenbereich:

Schule; Grundschule; Deutsch; Lesen
Schule; Sprachen und Literatur; Deutsch; Fachdidaktik; Kompetenzorientierung; Lesen, Texte und Medien
Schule; Sprachen und Literatur; Deutsch; Lesen, Lesetechnik
Schule; Sprachen und Literatur; Deutsch; Lesen, Lesetechnik; Leseförderun
Schule; Sprachen und Literatur; Deutsch; Lesen, Lesetechnik; Lesetechniken
Schule; Grundschule; Deutsch; Schreiben
Schule; Sprachen und Literatur; Deutsch; Fachdidaktik; Kompetenzorientierung; Schreiben
Schule; Sprachen und Literatur; Deutsch; Schreibformen; Kreatives Schreiben

Geeignet für:

Lehrer