Mikro-Fortbildung der digitale Pausen-Snack?

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Der Fachartikel beschreibt ein Konzept von (Mikro-)Fortbildungen für die Lehreraus-, -fort- und -weiterbildung in Form von unterschiedlichen medialen und pädagogischen Begleitpaketen, um den Unterricht der Zukunft zu gestalten.

Anbieter:

Lehrer-Online | Eduversum GmbH, Taunusstr. 52, 65183 Wiesbaden

Autor:

Dr. Peter Kührt

Lange Beschreibung:

Ob schon länger um eine Digitalisierung des eigenen Unterrichts bemüht oder durch Corona urplötzlich dazu gezwungen nahezu jede Lehrkraft in Deutschland, die sich stärker im Bereich digitaler Bildung engagieren möchte, fühlt sich oftmals als Einzelkämpferin , wenn sie digitale Elemente oder Sequenzen in ihren Unterricht integrieren möchte. Nicht nur die Einarbeitung in immer neue Programme und Tools wird zur Herausforderung und zum Zeitfresser, auch bei der Suche nach einer sinnvollen methodischen und didaktischen Umsetzung digitaler Lösungen steht man vielfach alleine da. Auch die Fortbildungsangebote von Landesbildungsanstalten oder Medienzentren können dieses Problem überwiegend nicht lösen. Zum einen kann man nicht jederzeit und unbegrenzt auf Fortbildungsveranstaltungen und nicht immer ist die Fortbildung auch zielführend und interessenadäquat, zum anderen verpufft das Gelernte regelmäßig, wenn es nicht sofort eingeübt oder verwendet werden kann. Wie sollten (Mikro-)Fortbildungen aussehen? Kleine, verdauliche, jederzeit verfügbare " digitale Fortbildungshäppchen " stehen daher auf der Wunschliste der Lehrkräfte in Deutschland ganz oben. Das ergab sowohl der Hackathon #wirfuerschule als auch das Barcamp #schuleneudenken, die im Juni 2020 von der Digitalbeauftragten der Bundesregierung durchgeführt wurden. Dies können Tutorials und Videos sein, die die Arbeit mit bestimmten Tools erklären. Digitale " Mikro-Fortbildungsangebote " können auch Erfahrungsberichte oder Handlungsanleitungen für den Unterricht beinhalten bis hin zu Online-Workshops oder Onlineseminaren , in denen die Adressaten mit ihren konkreten Problemen vor Ort Beratung und Hilfe erfahren. Alle diese Angebote sollten im Idealfall orts- und zeitunabhängig sowie kostenfrei für alle Lehrkräfte, Schulen und Fächer zur Verfügung stehen. Ergänzt werden könnte dieses Angebot durch ein freiwilliges Angebot von Lehrkräften, die den Kolleginnen und Kollegen in regelmäßigen Abständen im Rahmen von offenen Sprechstunden oder Workshops mit Rat und Tat zur Seite stehen. Der größte Teil der Online-Angebote sollte niedrigschwellig , also für Anfängerinnen und Anfänger geeignet sein, um vorhandenen Ängsten zu begegnen. Die Tools sollten möglichst im eigenen Unterricht sofort anwendbar sein. Die Tutorials sollten inhaltlich komprimiert sein und maximal fünfzehn Minuten umfassen, damit sie gut in den hektischen Schullalltag oder die knappe Freizeit integrierbar sind. Der inhaltliche Schwerpunkt sollte nicht in der reinen Instruktion liegen, sondern darüber hinaus Impulse zum Ausprobieren, Diskutieren und Austauschen geben, zum Weitermachen und zur Entwicklung eigener Ideen motivieren. Zuletzt sollten die " Mikro-Snacks " Anstöße zum Experimentieren mit neuen, digitalen Lernumgebungen und Lernszenarien geben. Eine gute technische Ausstattung und noch so smarte Tools helfen nämlich nichts, wenn die Vorstellungen fehlen, wie diese Angebote pädagogisch sinnvoll in den Unterricht integriert und mit methodischem und didaktischem Mehrwert eingesetzt werden können. Merkmale von digitalen Mikro-Fortbildungen Zusammengefasst sind dies Niedrigschwelligkeit Verfasser und User auf Augenhöhe von Kolleginnen und Kollegen oder Schülerinnen und Schüler für Kolleginnen und Kollegen beziehungsweise Schülerinnen und Schüler anwendungsorientiert für Schule und Unterricht konkrete Handlungsanleitungen sofort ein- und umsetzbar methodische und didaktische Handreichungen und Empfehlungen. Ob Padlets, Tools für Videokonferenzen, Einlesen von QR-Codes, Präsentationssoftware, gemeinsame Notizbücher, Apps zum Lernen oder Programmieren bis hin zur Video- und Fotobearbeitung oder den Einsatz von Wikis die möglichen Inhalte von digitalen Fortbildungsangeboten scheinen nahezu unendlich. Jede Lehrkraft kann aus der Vielzahl der Themen das herausgreifen, was sie gerade benötigt oder ausprobieren möchte. Und man erhält eine erste Orientierung und einen schnellen Einstieg, um Anfangsfrustrationen zu vermeiden und schnelle Praxiserfolge zu ermöglichen. Zudem kann die Lehrkraft in der Schule oder Zuhaue diese Infos und Anregungen auf die Weise aufnehmen und umsetzen, wie dies individuell am erfolgreichsten ist. Sinnvollerweise sollten die einzelnen Mikro-Fortbildungsangebote von Beginn an unter schulischen, methodischen, didaktischen, fachlichen und mediendidaktischen Verwendungsmöglichkeiten verortet werden. Daraus kann sich dann ein Fortbildungsangebot für ein ganzes Schuljahr, ein Fach- oder eine Fächerverbindung, ein Medienentwicklungsplan oder Medientag entwickeln. Denkbar wäre auch eine digitale Fortbildungsmatrix nach fachlichen und medialen Verwendungsmöglichkeiten. So könnte zum Beispiel ein Glaubwürdigkeits-Check für Internetseiten ein wichtiges Modul zur Erlangung von Medienkompetenz und digitaler Lesekompetenz darstellen, gleichzeitig jedoch im Politik-, Gesundheits- oder Religionsunterricht als Fahrplan einer strukturierten Quellenkritik dienen. Konkrete Beispiele für Fortbildungskonzepte Darüber hinaus zeigen die folgenden Beispiele , wie Mikro-Fortbildungen kreativ und motivierend als Bausteine der digitalen Kompetenzentwicklung eines Lehrer- oder Dozentenkollegiums eingesetzt werden können: Mini-Fortbildungen während der Mittagspause Kurzweilige Inputs mit Praxis- und Anwendungsbezug, starrer Zeitrahmen, kurzes Ausprobieren unter Anleitung, Weiterarbeit zuhause oder in Kleingruppen mit eigenen Inhalten für die eigenen Lerngruppen, Anwendung im eigenen Unterricht auf Basis der Eindrücke aus der Fortbildung. Mehr erfahren Adventskalender für Mikro-Fortbildungen Jeden Tag ein Türchen öffnen und Ideen für einfaches, browserbasiertes Lehren und Lernen mitnehmen. Die 24 Mikro-Fortbildungen für Lehrkräfte dauern nur 5 bis 15 Minuten täglich, es sind keine Vorkenntnisse notwendig. Die vorgestellten Tools werden mit konkreten Unterrichtsideen verbunden und eignen sich daher auch von Kolleginnen und Kollegen befüllt zu werden. OpenAdvent Digitaler Musterkoffer zum Download Auf der Seite finden Sie einen Fortbildungsbaukasten für ein ganzes Schuljahr mit 18 bis 36 Mikro-Workshops, die regelmäßig durchgeführt werden können, verschiedenste Themen aus den Bereichen Motivation, Tools, Technik und Didaktik. Alle Themen werden als "Appetizer" nur angerissen. Im Idealfall stehen zusätzlich Motivationsmedien zur institutionalisierten Schulentwicklung an anderen Bildungseinrichtungen (Handzettel für Interessierte, Info-Plakate, methodische Handreichungen und vieles mehr) zur Verfügung. Mehr erfahren Natürlich kann man die Mikro-Fortbildungen für Lehrkräfte auch im eigenen Unterricht oder in Schülerprojekten sinnvoll und zeitsparend einsetzen. So helfen zum Beispiel Handreichungen für die Bedienung von Kameras oder Videobearbeitungsprogrammen Lernenden genauso wie Lehrerinnen und Lehrern. Und damit die Erarbeitung von Expertenwissen (zum Beispiel die Erstellung von Erklärfilmen) bei Schülerprojekten nicht einfach nach Projektende verpufft, sollte man bei jedem größeren Projekt auch die Sicherung der erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen anstreben. Auch solche digitalen Assets von Schülerinnen und Schülern (beispielsweise Handyvideo über den Videoschnitt mit Facebook oder die Handhabung des Mikrofons bei Straßeninterviews) können mit Erfolg in der Lehreraus-, -fort- und -weiterbildung eingesetzt und in das digitale Gedächtnis einer Schule eingereiht werden.

Bildungsebene:

Sekundarstufe I

Lizenz:

Frei nutzbares Material

freie Schlagwörter:

Medienkonzept; digitale Lernwerkzeuge; medienbasiertes Lernen; kreative Medienarbeit; Unterrichtskonzept

Sprache:

Deutsch

Geeignet für:

Lehrer