Unterrichtsmethoden und Sozialformen

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Dieser Artikel über Methoden und Sozialformen im Unterricht liefert Einblick in die Methodik und Didaktik zur Planung einer Stunde. Dabei werden unterschiedliche Möglichkeiten zur Vermittlung von Unterrichtsinhalten sowie zur Förderung von Kompetenzen erläutert.

Anbieter:

Lehrer-Online | Eduversum GmbH, Taunusstr. 52, 65183 Wiesbaden

Autor:

Redaktion Lehrer-Online

Lange Beschreibung:

Unterrichtsplanung und -gestaltung Bereits im Referendariat liegt ein Schwerpunkt der unterrichtlichen Arbeit auf der Auswahl geeigneter Methoden und Sozialformen zur Vorbereitung eines "guten Unterrichts". Sind die Lernziele und zu fördernden Kompetenzen einer Unterrichtsstunde oder Lerneinheit einmal festgelegt, ist die Frage zu klären, was der beste Weg zum Ziel ist: Wie also auf welchem Wege / mit welcher Methode ( Methodik ) können die gewählten Unterrichtsinhalte und zu fördernden Kompetenzen ( Didaktik ) am besten vermittelt beziehungsweise erworben werden? Sozialformen Bei der Beantwortung dieser Frage denken viele sicher zunächst an die zu wählende Sozialform und überlegen, ob der jeweilige Unterrichtsgegenstand besser alleine, zu zweit, in (Klein-)Gruppen, mit der gesamten Lerngruppe erarbeitet oder beispielsweise in einem Vortrag (durch die Lehrkraft oder eine sonstige Expertin beziehungsweise eines sonstigen Experten) präsentiert und erklärt werden sollte. Zu den Sozialformen gehören also: Einzelarbeit / Stillarbeit Partnerarbeit Gruppenarbeit Plenumsunterricht / Großgruppenunterricht Frontalunterricht Dabei treten natürlich auch Mischformen auf, und verschiedene Sozialformen können zudem kombiniert werden. Dies ist etwa beim sogenannten Think-Pair-Share der Fall, einem Dreischritt, in dem sich jede Schülerin beziehungsweise jeder Schüler zunächst alleine mit dem Unterrichtsgegenstand auseinandersetzt und sich dann mit einer Partnerin oder einem Partner austauscht, bevor die Ergebnisse schließlich im Plenum zusammengetragen werden. Realisierung der Sozialformen mit unterschiedlichen Unterrichtsmethoden Jede dieser Sozialformen kann wiederum auf unterschiedliche Arten und Weisen das heißt durch unterschiedliche Methoden realisiert werden: Einzelarbeit kann beispielsweise als Stationenlernen oder Lerntheke realisiert werden (wobei diese beiden Methoden im Unterricht etwa auch in den Sozialformen der Partner- oder Gruppenarbeit realisiert werden können). In einer Partner- oder Gruppenarbeit können die einzelnen Paare beziehungsweise Gruppen (und deren jeweilige Mitglieder) an denselben oder an unterschiedlichen Arbeitsaufträgen arbeiten. Arbeitsteilige Partner- beziehungsweise Gruppenarbeit als kooperative Lernform kann dabei etwa als Partner-/Gruppenpuzzle realisiert werden. Im Plenums- beziehungsweise Großgruppenunterricht arbeitet die gesamte Klasse beziehungsweise der gesamte Kurs gemeinsam an einer Aufgabe, etwa in Form einer offenen Diskussion oder Debatte beziehungsweise in Form eines Unterrichtsgesprächs , das durch die Lehrkraft (oder auch durch Schülerinnen und Schüler) nur minimal gesteuert wird. Im Frontalunterricht wiederum findet eine Wissensvermittlung beispielsweise in Form einer Präsentation (etwa eines Experiments oder eines Erklärfilms) oder als Vortrag (Lehrervortrag oder Schülerreferat) statt. Auch stark lenkende, lehrerzentrierte Formen von Unterrichtsgesprächen, etwa der fragend-entwickelnde Unterricht , werden bisweilen dem Frontalunterricht zugeordnet. Wahl von Sozialformen und Unterrichtsmethoden Wie eingangs erwähnt sollte die Wahl der Sozialformen und Methoden immer vom Unterrichtsgegenstand ausgehend erfolgen. Erst wenn feststeht, was vermittelt beziehungsweise erarbeitet oder erlernt werden soll, kann eine Entscheidung getroffen werden, wie der Lernprozess in Methoden und Sozialformen organisiert werden sollte, um die Lernziele möglichst gut (und schnell, motivierend, nachhaltig et cetera) zu erreichen. Bei der Wahl der Methoden und Sozialformen sollten die folgenden Faktoren berücksichtigt werden: Inhalt und Ziele des Unterrichts : Welche Sozialformen und Methoden eignen sich besonders für die Erarbeitung des Unterrichtsgegenstandes / für den Erwerb der zur fördernden Kompetenz(en)? Rahmenbedingungen : Welche Sozialformen und Methoden lassen sich mit der gegebenen Größe der Lerngruppe, in den jeweiligen Räumlichkeiten, in der zur Verfügung stehenden Zeit, mit möglicherweise begrenzten Mitteln, Materialien, Medien et cetera vorbereiten und umsetzen? Kenntnisse und Erfahrungen : Welche Sozialformen und Methoden kennen die Schülerinnen und Schüler bereits? Was hat bisher gut funktioniert (und was nicht)? Präferenzen und Abwechslung : Welche Sozialformen und Methoden präferieren die Schülerinnen und Schüler? Welche präferiert die Lehrkraft? Welche Sozialformen und Methoden wurden bereits so häufig in dieser Lerngruppe eingesetzt, dass es möglicherweise zu einem Überdruss kommt, der durch einen Methodenmix / Methodenwechsel behoben werden könnte? In offenen Unterrichtsformen können sowohl die Wahl der Sozialform als auch die Wahl der jeweiligen Methode zur Realisierung dieser Sozialform den Schülerinnen und Schülern überlassen werden. Zentral ist dabei die Befähigung der Schülerinnen und Schüler zu einer reflektierten Entscheidungsfindung vor dem Hintergrund von Wissen über und Erfahrungen mit unterschiedlichen Sozialformen und Unterrichtsmethoden ( Methodenkompetenz ). Dabei ist ein gewisser Grad an Lernerautonomie also Voraussetzung und Gelingensbedingung, und autonomes Lernen ist gleichzeitig Weg und Ziel.

Bildungsebene:

Sekundarstufe I

Lizenz:

Frei nutzbares Material

Sprache:

Deutsch

Geeignet für:

Lehrer