Suche

German Education Server Eduserver
Erweiterte Suche

Ariadne Pfad:

Inhalt

Kinder der Solidaritaet. Die sozialistische Paedagogik der

27.01.2006 - 21.04.2006

Kinder der Solidarität
Die sozialistische Pädagogik der ``Kinderfreunde`` in der Weimarer Republik


Eine Ausstellung der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung in Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung von Forschungen zur politischen Sozialisation und Partizipation (POSOPA) e. V. und dem
Archiv der Arbeiterjugendbewegung

vom 27. Januar bis 21. April 2006

in der Bibliothek fĂĽr Bildungsgeschichtliche Forschung.


Ausstellungseröffnung:

26. Januar 2006, 18:30 Uhr


Hunderttausende Arbeiterkinder besuchten ein oder zweimal in der Woche ihre Gruppennachmittage, genossen an Wochenenden auf Wanderungen und Ausflugsfahrten das Gruppenleben und übten in den Sommerferien in ihren „Kinderrepubliken“ kindgerecht Selbstverwaltung und Demokratie ein: Die sozialdemokratischen „Kinderfreunde“ wuchsen in den kurzen 13 Jahren der Weimarer Republik zu einer erfolgreichen, für Kinder und Eltern gleichermaßen attraktiven Kinder- und Erziehungsbewegung heran, an der sich am Ende der Republik etwa 200.000 Kinder, Eltern und Erzieher beteiligten.

Inspiriert von reformpädagogischen Ideen einer „Pädagogik vom Kinde aus“ versuchten die Kinderfreunde Lernfelder für Arbeiterkinder zu gestalten, in denen sie sich zu aktiven, demokratisch und solidarisch handelnden Mitgestaltern einer zukünftigen sozialistischen Gesellschaft entwickeln konnten. Dass Arbeiterkinder selbstbewusst auftreten können, dass sie lernen, Verantwortung für sich und ihre Gruppe zu übernehmen, dass sie möglichst viel und mit anderen gemeinsam selbst gestalten, ihre Gruppennachmittage, ihre Ausflüge und ihre Zeltlager, dass sie in die Arbeiterbewegung hineinwachsen und später als Erwachsene die neue, demokratische und sozialistische Gesellschaft gestalten: darum ging es den Kinderfreunden.

In den letzten Jahren der Weimarer Republik erkannte man die Kinderfreundegruppen an ihrer Kluft, dem blauen Hemd, dem roten Halstuch und dem roten Wimpel mit dem stilisierten Falken, der ihnen Freiheit symbolisierte. Sie verstanden diese Kluft nicht als Uniformierung, sondern als äußerer Ausdruck ihres inneren Zusammengehörigkeitsgefühls, als Symbol ihrer Solidarität, die sie auch mit ihrem Gruß „Freundschaft“ verdeutlichten. Mit dieser „Falkenbewegung“ betonten die Kinderfreunde das Politische ihrer Erziehung und ihren Anspruch, Kindern Lebensfelder für Selbsttätigkeit und Selbstbestimmung zu eröffnen. So entwickelten sie ihren eigenen pädagogischen Stil, der vor allem in den großen Kinderrepubliken für öffentliches Aufsehen sorgte. Besonders die Gemeinschaftserziehung von Mädchen und Jungen empörte konservative Kreise, die die Kinderfreunde auf das Heftigste bekämpften.

Die Ausstellung informiert über die politische Pädagogik der Kinderfreunde und dokumentiert anhand von Fotografien und Schriftgut ihre praktische Arbeit. Zeit- und bildungsgeschichtlich interessant sind besonders bisher nicht veröffentlichte Fotografien aus dem Leben der Berliner Kinderfreunde und „Roten Falken“. Informationsreiche Texte des Bildungshistorikers Roland Gröschel ordnen die politische Pädagogik der Kinderfreunde zeitgeschichtlich ein. Die Ausstellung konnte aus Materialien des Archivs der Arbeiterjugendbewegung (Oer-Erkenschwick) und des Vereins zur Förderung von Forschungen zur politischen Sozialisation und Partizipation POSOPA e.V. (Berlin/Neu-Zittau) zusammengestellt werden.


Anschrift:
Warschauer StraĂźe 34
10243 Berlin

Ă–ffnungszeiten:
Mo - Fr 10:00 - 18:00 Uhr

Ansprechpartner:

Christian Ritzi
Bibliothek fĂĽr Bildungsgeschichtliche Forschung
Tel. (030)29 33 60-34
E-Mail: ritzi@bbf.dipf.de

mehr/weniger
Veranstalter Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts fuer Internationale Paedagogische Forschung ; Verein zur Foerderung von Forschungen zur politischen Sozialisation und Partizipation (POSOPA) e.V. ; Archiv der Arbeiterjugendbewegung
Kontaktadresse Ritzi, Christian
Beginn der Veranstaltung 27.01.2006, 00:00
Ende der Veranstaltung 21.04.2006, 00:00
Staat Deutschland
Inhaltsbereich der Veranstaltung Wissenschaft/Bildungsforschung
Adressaten Hochschullehrer/innen / Forscher/-innen
Aufgenommen am 18.01.2006
Zuletzt geändert am 28.03.2006

Inhalt auf sozialen Plattformen teilen (nur vorhanden, wenn Javascript eingeschaltet ist)