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Die Familie im Schulbuch

30.09.2005 - 11.12.2005

``Die Familie im Schulbuch``

Augsburger Studierende stellen im Bayerischen Schulmuseum Ichenhausen aus


„Kein Platz für Kinder“ ist ein Kapitel in dem Lese- und Arbeitsbuch zur
Sozialkunde und Gesellschaftslehre ┬äsehen beurteilen handeln┬ô von Siegfried George und Wolfgang Hilligen 1971 ├╝berschrieben. In diesem Kapitel vergleichen die Schulbuchautoren u.a. den Parkraum je Auto (30 m2) mit der Fl├Ąche des Spielplatzes je Kind (6 m2) und ├╝berlegen gemeinsam mit den Kindern, wie der Spiel-Raum f├╝r Kinder vergr├Â├čert werden kann. In ihrem Buch diskutieren sie ├╝ber Sinn und Unsinn von Sauberkeit, erforschen die Ursachen f├╝r Kindesmi├čhandlungen und fragen danach: ┬äWas Kinder heute und morgen brauchen┬ô. Au├čerdem untersuchen sie gemeinsam mit den Sch├╝lern den Zusammenhang von Betrieb ┬ľ Familie ┬ľ Freizeit ┬ľ und Wohnen ┬ľ alles Fragen, die heute noch aktuell sind. Wie weit darf nun aber die Schule und sollen die Schulb├╝cher Problemlagen der Erziehung in der Familie thematisieren?
Zugespitzt gefragt: D├╝rfen Kinder zur Kritik an ihren Eltern erzogen werden?
Sollen sie ihre Lebensverh├Ąltnisse kritisch hinterfragen? Oder sollen sie
die Problemlagen der Eltern eher verstehen lernen und sich damit abfinden?

Dieser Balanceakt in der Darstellung der Thematik wird am Beispiel des von Wolfgang Hilligen begr├╝ndeten Schulbuchbestsellers ┬äSehen Beurteilen Handeln┬ô f├╝r den Gemeinschafts- und Sozialkundeunterricht, der von den 50er bis in die 90er Jahre in immer wieder neubearbeiteten Fassungen im Gebrauch war, im Wandel der Zeit und vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Diskurses zur Familie nachgezeichnet. 1972 sorgte die ein Jahr zuvor erschienene Ausgabe von ┬äsehen beurteilen handeln┬ô f├╝r das 5./6. Schuljahr f├╝r gro├če Aufregung, die Meinungen reichten von euphorischer Bef├╝rwortung bis zu kategorischer Ablehnung. In diesem Zusammenhang wird der Frage nachgegangen, wie ┬äSchulbuchschelte┬ô, also die kritische Ablehnung von Schulb├╝chern, funktioniert und welche Ziele damit verfolgt werden. Eng damit verbunden ist das Problemfeld der Schulbuchzulassung. In den 70er Jahren z.B. war die Ausgabe von ┬äsehen beurteilen handeln┬ô f├╝r das 5./6. Schuljahr in einigen Bundesl├Ąndern zum Unterrichtsgebrauch zugelassen und in anderen wieder nicht. Die Ausstellung forscht nach den Ursachen f├╝r die unterschiedlichen Beurteilungen des Schulbuches.

Auch aktuelle Schulb├╝cher beziehen die Ausstellungsmacher ein. Die
Sachkundeb├╝cher f├╝r die zweite Klasse in Hessen und Bayern werden
hinsichtlich der Darstellung der Familie verglichen. Und in einem Blick ├╝ber die Grenzen Deutschlands hinweg wird die Darstellung der Familie in ukrainischen Leselernb├╝chern gezeigt.

Die Ausstellung bietet sowohl f├╝r Eltern, Gro├čeltern als auch f├╝r Lehrer und Sch├╝ler sowie allen an Schulb├╝chern Interessierten anregende Aspekte.
Mit der Pr├Ąsentation des Schulprojekts der Werner-Egk-Schule- Augsburg ┬äWie stelle ich mir eine Schulbuchseite zum Thema Familie vor┬ô sollen insbesondere Sch├╝lern Anregungen geben werden, die eigenen Schulb├╝cher kritisch zu hinterfragen.

Die Ausstellung wurde am 30. September im Bayerischen Schulmuseum Unteres Schlo├č, Schlo├čplatz 3, 89335 Ichenhausen er├Âffnet.

Zu sehen ist die Ausstellung vom 30. September bis 11. Dezember 2005,
Dienstag bis Sonntag von 10-17 Uhr.


Weitere Informationen:
Dr. Carsten Heinze, Universit├Ąt Augsburg, Lehrstuhl f├╝r P├Ądagogik,
Universit├Ątsstr. 10, 86159 Augsburg, Telefon 0821/5985564 ┬ľ5573, Fax 0821
5985630, E Mail: carsten.heinze@phil.uni-augsburg.de

mehr/weniger
Veranstalter Bayerisches Schulmuseum Ichenhausen
Kontaktadresse Heinze, Carsten
Beginn der Veranstaltung 30.09.2005, 00:00
Ende der Veranstaltung 11.12.2005, 00:00
Staat Deutschland
Inhaltsbereich der Veranstaltung Wissenschaft/Bildungsforschung
Adressaten Hochschullehrer/innen / Forscher/-innen
Aufgenommen am 12.10.2005
Zuletzt ge├Ąndert am 28.03.2006

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