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Schweizer Schulwirklichkeit um 1800 - Rekonstruktion und Reflexion

30.09.2015, 14:00 Uhr - 02.10.2015, 18:00 Uhr

Universität Bern, Hallerstr. 6
Bern
nadine.pietzko@uzh.ch

http://www.stapferenquete.ch/files/files/Tagungsprogramm%20Stapfer.pdfExterner Link

Die historische Bildungsforschung - darunter vor allem die Schulgeschichtsforschung - war in den vergangenen Jahrzehnten rapiden methodischen und thematischen Wechseln unterworfen. Aus ideen- und personengeschichtlichen Traditionen stammend erlebte sie in den 1970er Jahren eine sozialgeschichtliche Wende, die neue Fragen nach dem Funktionieren von Bildungsinstitutionen aufwarf und das Interesse an der historischen Bildungswirklichkeit nachhaltig artikulierte. Unbestreitbar herrschte lange Zeit die Perspektive 'von oben', mit der vorwiegend das städtische höhere Schulwesen betrachtet wurde und die den Eindruck vermittelte, als hätten sich die Entwicklung der Erziehungsprogramme des 18. Jahrhunderts in klaren Phasen und aufeinander aufbauend vollzogen. Damit wurde jedoch die Schulwirklichkeit idealistisch verkürzt, denn die Durchschlagskraft der Reformbemühungen im 18. Jahrhundert vollzog sich je nach Kontext sehr unterschiedlich. Die Summe aktueller Forschungsarbeiten zieht eine nachdrückliche Relativierung des Engagements des vormodernen Staates im Schulwesen nach sich und intensiviert die Einordnung der Bildungs- und Schulgeschichte in lokale und regionale gesellschaftliche Zustände.

In diesem Zusammenhang spielt das vom Schweizerischen Nationalfonds geförderte, sechsjährige Forschungsprojekt "Das niedere Schulwesen in der Schweiz am Ende der Frühen Neuzeit. Edition und Auswertungen der Stapfer-Enquête von 1799" eine wichtige Rolle. Die sog. Stapfer-Enquête, eine umfassende Schulumfrage, die im Jahr 1799 zur Zeit der Helvetischen Republik flächendeckend an alle Formen von (hauptsächlich) niederen Schulen innerhalb der deutsch- und französischsprachigen Schweiz verteilt wurde, ermöglicht es, genau an dieser defizitären Forschungsstelle den teils pessimistischen, alten und vor allem in der schweizerischen Bildungsforschung noch sehr lückenhaften Forschungsstand des 18. Jahrhunderts zu ergänzen bzw. zu revidieren.

Die Tagung zur frühneuzeitlichen Bildungsforschung stellt dieses Credo in den Mittelpunkt des Interesses und zielt darauf ab, differenzierte Einblicke in die Entwicklung, Dynamik und Systembildung der schulischen Institutionen und ihrer Akteure zu präsentieren. Als Abschluss des Stapfer-Projektes dient die Veranstaltung dazu, aktuelle Forschungserkenntnisse im Kontext der Stapfer-Enquête aus den Bereichen Schulgeschichte, Schulalltag und Schulwissen zu präsentieren.

Bei Interesse zur Teilnahme bitten wir um eine schriftliche Anmeldung (postalisch oder E-Mail) bis spätestens Donnerstag, 03. September 2015.

Das genaue Tagungsprogramm und weitere Hinweise entnehmen Sie bitte oben genannter URL (Tagungsflyer).

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Veranstalter Universitäten Bern/Zürich/Luxembourg
Kontaktadresse Pietzko, Nadine
E-Mail des Kontakts nadine.pietzko@uzh.ch
Beginn der Veranstaltung 30.09.2015, 14:00
Ende der Veranstaltung 02.10.2015, 18:00
Veranstaltungsstätte Universität Bern, Hallerstr. 6
Staat Schweiz
Tagungssprache Deutsch
Inhaltsbereich der Veranstaltung Wissenschaft/Bildungsforschung
Adressaten Studierende; Hochschullehrer/innen / Forscher/-innen
Aufgenommen am 24.10.2014
Zuletzt geändert am 02.09.2015

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