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Winterschule: Stiftungen und Stiften im Wandel der Zeiten

09.02.2015 - 14.02.2015

Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald; D-17487 Greifswald; Martin-Luther-Straße 14
Greifswald
tagungsbuero@wiko-greifswald.de

http://www.histsem.uni-kiel.de/de/abteilungen/regionalgeschichte/tagungen/2014-Stiftungen-und-StiftenExterner Link

Von der Antike bis in die Gegenwart haben sich Menschen mit umfangreichen finanziellen Ressourcen immer wieder als Stifter bet√§tigt. Am Anfang stand Stiften und die Errichtung von Stiftungen im engen Zusammenhang mit kultischen und religi√∂sen Akten. Im nachreformatorischen Europa zeichnete sich dann eine allm√§hliche Abl√∂sung des Stiftens von der Religion ab. Waren Stiftungen bisher zumeist Religionsgemeinschaften anvertraut worden, kam es nun auch zur Errichtung von s√§kularen ausserhalb der Kirche angesiedelten Stiftungen. Stiften war dabei nie ein Verhalten, das nur M√§nnern vorbehalten war. Frauen spielten als Stifterinnen vor allem im Sozialbereich eine Rolle. Und Stiften war nicht nur ein der christlichen Religion innewohnendes Verhaltensmuster, sondern entwickelte sich auch innerhalb des j√ľdischen und islamischen Glaubens. Stiften war und ist demnach ein universales Ph√§nomen. Die Motivation zum Stiften wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte, und religi√∂se auf das Seelenheil gerichtete Gr√ľnde wurden zum Teil auch durch statussichernde oder statuserringende Motivationen begleitet oder ersetzt. In den modernen Gesellschaften des 19. Jahrhunderts, in denen soziale Gruppen und Klassen die alte Ordnung der St√§nde verdr√§ngten, spielte Stiften eine wichtige Funktion in der Schaffung sozialer Distinktion und der Begr√ľndung von Macht vor allem in den St√§dten.

Seit den 1990er Jahren hat die Erforschung dieses Stiftungswesens einen gro√üen Aufschwung genommen. Historiker aus verschiedenen Traditionen wie der B√ľrgertumsforschung, der Armutsforschung, der Mittelalter- und Fr√ľhneuzeitforschung, der Stadtgeschichtsforschung, der Bildungsforschung und der Erforschung der j√ľdischen Geschichte haben sich von verschiedenen Seiten und mit unterschiedlichen Ans√§tzen diesem bis dahin von der Geschichtswissenschaft, mit Ausnahme vielleicht der Rechtsgeschichte, vernachl√§ssigten Ph√§nomen angen√§hert.

Ziel der Winterschule ist es, Nachwuchswissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen und k√ľnftigen Lehrern einen √úberblick √ľber die Entwicklung des Stiftungswesens von der Antike bis in die Gegenwart und die hierzu laufenden Forschungsbem√ľhungen zu vermitteln. Denn obwohl wir umfangreiches Spezialwissen zur Geschichte des Stiftens angeh√§uft haben, werden diese Forschungen bisher kaum von der √Ėffentlichkeit wahrgenommen. Stiften und Stiftungen sind kein Bestandteil der Schullehrpl√§ne, und auch in Lehrveranstaltungen zur Geschichte an Universit√§ten spielen sie nur eine marginale Rolle. Dies ist besonders misslich, da an sich jede Universit√§tsgeschichte mit Stiftungsgeschichte verbunden ist, sich die jeweilige Universit√§tsgeschichte mithin sehr gut √ľber die betreffenden Stiftungen und Stifter beleuchten l√§sst. Der stets m√∂gliche Lokalbezug w√§re jeweils ein gro√üer Vorteil bei der Wissensvermittlung. Forschungen zum Stiftungswesen haben bisher auch kaum die Gesamtinterpretation der deutschen Geschichte beeinflusst. Auch wenn sich Forscher, die √ľber Stiften arbeiten, dar√ľber einig sind, dass Stiften ein wesentliches b√ľrgerliches Verhaltensmuster war und B√ľrgern die M√∂glichkeit gab, die Gesellschaft nach ihren Vorstellungen unabh√§ngig von staatlicher Beeinflussung oder auch im Konflikt mit dem Staat zu formen, so hat dieses Wissen bisher nicht allgemeine historische Darstellungen beeinflusst. Diese Winterschule ist nicht erstrangig f√ľr Studierende gedacht, die √ľber dieses Thema wissenschaftlich arbeiten oder zu arbeiten gedenken. Es soll vielmehr der n√§chsten Generation von Historikern und Geschichtslehrenden ein Einblick in diese neue Interpretationsm√∂glichkeit der Geschichte vermittelt werden und die Teilnehmer auf die Behandlung dieses Themas in ihren Lehrveranstaltungen vorbereiten.

Tagungsleitung:
Prof. Dr. Oliver Auge (Christian-Albrechts-Universität, Kiel)

Prof. Dr. Thomas Adam (University of Texas, Arlington, Tx)

Das genaue Tagungsprogramm entnehmen Sie bitte oben genannter URL

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Schlagwörter

Bildungsgeschichte, Tagung, Stiftung, Stifter,

Veranstalter Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
E-Mail des Kontakts tagungsbuero@wiko-greifswald.de
Beginn der Veranstaltung 09.02.2015, 00:00
Ende der Veranstaltung 14.02.2015, 00:00
Veranstaltungsstätte Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald; D-17487 Greifswald; Martin-Luther-Straße 14
Land der Bundesrepublik Deutschland Mecklenburg-Vorpommern
Staat Deutschland
Tagungssprache Deutsch
Inhaltsbereich der Veranstaltung Wissenschaft/Bildungsforschung
Adressaten Studierende; Hochschullehrer/innen / Forscher/-innen
Aufgenommen am 24.10.2014
Zuletzt geändert am 24.10.2014

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