Suche

German Education Server Eduserver
Erweiterte Suche

Ariadne Pfad:

Inhalt

Familienkulturen - (und) Familientraditionen. Tagung des Arbeitskreises Historische Familienforschung in der Sektion Historische Bildungsforschung der DGfE

28.01.2010 - 30.01.2010

Universität Hildesheim
Hildesheim
groppe@hsu-hh.de


Call for Papers

zur √∂ffentlichen Tagung des Arbeitskreises Historische Familienforschung (AHFF) in der Sektion Historische Bildungsforschung der Deutschen Gesellschaft f√ľr Erziehungswissenschaft vom 28.01.-30.01.2010 an der Universit√§t Hildesheim

Familienkulturen ¬Ė (und) Familientraditionen

Familienkulturen und Familientraditionen finden in inner- und au√üerwissenschaftlichen Debatten zunehmend Aufmerksamkeit; nicht zuletzt werden sie im Gefolge von internationalen Schulleistungsvergleichen f√ľr den schulischen Erfolg oder Misserfolg von Kindern und Jugendlichen mitverantwortlich gemacht. Dabei werden Familienkulturen und -traditionen auch in den Zusammenhang der sozialen Lage von Familien, der Ver√§nderung von Lebensstilen sowie allgemeiner gesellschaftlicher Normen- und Werteentwicklungen gestellt. In historischer Perspektive ist das Interesse an der Familie zun√§chst vor allem aus den neueren Theoriedebatten um die M√∂glichkeiten und Grenzen sozial- und kulturhistorischer Zug√§nge erwachsen. In diesem Zusammenhang sind durch die st√§rkere Beachtung der historischen Akteure mikrohistorische Familienbiographien entstanden; dezidierte historische Forschungen zu Familienkulturen und -traditionen sind jedoch selten. Die Tagung fragt daher aus historischer Perspektive nach der innerfamili√§ren und der gesellschaftlichen Bedeutung von Familienkulturen und -traditionen und ihrer Entwicklung. Im Zentrum der Betrachtung steht die Familie als erziehende und sozialisierende Instanz, die neben weiteren gesellschaftlichen Institutionen die Pers√∂nlichkeitsentwicklung ihrer Mitglieder durch Generationsbeziehungen, Erziehung/Erziehungsstile und sozialisatorische Arrangements entscheidend pr√§gt. Dies erm√∂glicht analytische Zugriffe auf die Familie auf verschiedenen Ebenen. Mikrohistorisch geht es bei Familientraditionen um die Entstehung, Ausgestaltung und Weitergabe von Ritualen, Themen, Auftr√§gen, Normen und Werten etc. in der Familie. Dabei k√∂nnen auch Familienkulturen, d. h. familiale Lebensstile und Generationsbeziehungen, die Ausgestaltung kindlicher und jugendlicher Lebensr√§ume in der Familie, Familienfeste etc. stark durch Familientraditionen gepr√§gt sein. In makrohistorischer Perspektive geht es um gesellschaftliche, politische, kulturelle und √∂konomische Bedingungsgef√ľge und Einflussfaktoren auf Familienkulturen und -traditionen. Hier stellt sich unter anderem die Frage nach der Bedeutung von Standes-, Klassen-, Schicht- und Milieuzugeh√∂rigkeit, nach der Bedeutung √∂ffentlicher Debatten und Stellungnahmen, von bildungs- und familienpolitischen Ma√ünahmen etc. f√ľr Familienkulturen und -traditionen.

Auf der Tagung sollen diese Forschungsfragen in einem gro√üen zeitlichen Rahmen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart behandelt werden. Im Zuge der Durchstaatlichung der europ√§ischen Gesellschaften, die in der Fr√ľhen Neuzeit begann und sich im 18. Jahrhundert verst√§rkte, entstanden f√ľr die Familie neue Aufgaben und Zust√§ndigkeitsbereiche, die sich vor allem auf das Eltern-Kind-Verh√§ltnis bezogen: Die Familie wandelt sich von einer Versorgungs- zu einer Erziehungsgemeinschaft. In diesem Zusammenhang fragt die Tagung in mikrohistorischer Perspektive nach Familientraditionen und -kulturen in einzelnen Familien, in Verwandtschaftsnetzen und in sozialen Gruppen seit dem 18. Jahrhundert - sowohl in spezifischen Zeitr√§umen und Epochen als auch unter der Perspektive von Kontinuit√§t und Wandlungsprozessen - und in makrohistorischer Perspektive nach der Herausbildung, Kontinuit√§t und Ver√§nderung von Familienkulturen und -traditionen in Gesellschaften in einzelnen Epochen und im historischen Prozess. Transnationale und international-vergleichende Untersuchungen sind daher neben Einzelfallanalysen, regionalen und nationalen Forschungsperspektiven ausdr√ľcklich erw√ľnscht. Dar√ľber hinaus k√∂nnen auf der Tagung theoretische und methodische Zug√§nge zum Thema vorgestellt und am historischen und aktuellen Material diskutiert werden.

Historische Erkenntnisse k√∂nnen aktuelle Problemlagen aufkl√§ren helfen, der Bezug auf aktuelle Problemlagen wiederum kann neue historische Perspektiven er√∂ffnen. Mit Blick auch auf aktuelle Debatten und Forschungen √ľber Familienkulturen und -traditionen und ihre Bedeutung soll deren historische Genese und Gestaltung differenziert er√∂rtert werden. Geplant ist daher, dass auf der Tagung neben historischen Forschungen Untersuchungen zu aktuellen Familienkulturen und -traditionen vorgestellt werden und im Kontext eines thematischen Panels aus historischer Forschungsperspektive diskutiert werden k√∂nnen.

Die Beitr√§ge sollen 30 Minuten nicht √ľberschreiten. Als dead-line f√ľr Themenvorschl√§ge mit einem kurzen Expos√© setzen wir den 31. 07. 2009.

Bitte schicken Sie Ihren Vorschlag per mail an Prof. Dr. Carola Groppe, Professur f√ľr Erziehungswissenschaft, insbesondere Historische Bildungsforschung, Fakult√§t f√ľr Geistes- und Sozialwissenschaften, Helmut-Schmidt-Universit√§t, Universit√§t der Bundeswehr Hamburg, Postfach 700822, 22008 Hamburg (groppe@hsu-hh.de Tel. 040/6541-2854).

mehr/weniger
Schlagwörter

Bildungsgeschichte, Familie, Familienleben, Kulturgeschichte, Sozialgeschichte, Genealogie,

Veranstalter Arbeitskreis Historische Familienforschung (AHFF) in der Sektion Historische Bildungsforschung der Deutschen Gesellschaft f√ľr Erziehungswissenschaft
Kontaktadresse Groppe, Carola
E-Mail des Kontakts groppe@hsu-hh.de
Beginn der Veranstaltung 28.01.2010, 00:00
Ende der Veranstaltung 30.01.2010, 00:00
Veranstaltungsstätte Universität Hildesheim
Land der Bundesrepublik Deutschland Niedersachsen
Staat Deutschland
Tagungssprache Deutsch
Inhaltsbereich der Veranstaltung Wissenschaft/Bildungsforschung
Adressaten Studierende; Hochschullehrer/innen / Forscher/-innen
Aufgenommen am 24.06.2009
Zuletzt geändert am 24.06.2009

Inhalt auf sozialen Plattformen teilen (nur vorhanden, wenn Javascript eingeschaltet ist)