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Bildung + Innovation Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erschienen am 27.06.2019:

„Beim Deutschen Kita-Preis kommt es nicht auf das Ziel an, sondern auf den Weg dorthin.“

Der Deutsche Kita-Preis wurde zum zweiten Mal vergeben

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Alle Preisträger auf der Bühne
Bildrechte: DKJS / F.Schmitt, A. Wendler

Am 13. Mai 2019 wurde zum zweiten Mal der Deutsche Kita-Preis in den Kategorien „Kita des Jahres“ und „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ vergeben. Der Preis würdigt Einrichtungen, die gemeinsam mit ihren Trägern, Eltern und Akteuren aus dem Umfeld gute Qualität kontinuierlich weiterentwickeln.


Mehr als 1.600 Kitas und Initiativen aus ganz Deutschland bewarben sich um den Deutschen Kita-Preis 2019, der am 13. Mai zum zweiten Mal verliehen wurde. Der Preis ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) in Partnerschaft mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung, der Karg-Stiftung, dem Magazin ELTERN, dem Didacta-Verband und der Gisela-Sdorra-Stiftung und rückt ins Blickfeld, dass Qualität in der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung wichtig ist und dort am besten gelingt, wo alle in der Kita und in ihrem Umfeld gemeinsam dazu beitragen. Der Preis wird deshalb auch in zwei Kategorien vergeben: Die Ehrung „Kita des Jahres“ geht an Kita-Teams, die gemeinsam mit ihren Trägern, mit Eltern und mit Akteuren aus dem Umfeld gute Qualität kontinuierlich weiterentwickeln. Mit dem Preis „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ werden Zusammenschlüsse von Akteuren ausgezeichnet, die die Kita-Arbeit unterstützen. Das kann jede lokale Initiative in Deutschland sein, die sich dafür einsetzt, das Kinder optimal aufwachsen.

Kitas als lernende Organisationen
Am Abend des 13. Mai eröffnete Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey gemeinsam mit der Schirmherrin der DKJS Elke Büdenbender im Berliner Tempodrom die Preisverleihung. „Mit der Verleihung des 2. Deutschen Kita-Preises machen wir uns bewusst, dass sehr viele Menschen mit Herzblut für unsere Kinder da sind. Es zeigt: Hier wirken echte Multitalente. Wer in einer Kita arbeitet, ist Tröster, Spielgefährt/in, Bildungsbegleiter/in und Vorbild zugleich. Und in den zahlreichen Initiativen für frühe Bildung sind oft Empathie, umfangreiches Wissen und Kreativität gefragt. Damit es jedes Kind packt, brauchen wir mehr Menschen, die das machen. Den Finalisten des Wettbewerbs möchte ich deshalb besonders danken. Sie zeigen jeden Tag, wie spannend und vielfältig Erziehungsberufe sind“, unterstrich Franziska Giffey.

Ausgezeichnet wurden Kitas und Bündnisse, die Qualitätsentwicklung als kontinuierlichen Prozess verstehen, ihre Arbeit an den jeweiligen Bedingungen vor Ort orientieren, ihr Handeln konsequent am Kind ausrichten und den unterschiedlichen Lebenswelten von Kindern und ihren Familien Rechnung tragen. Ausgezeichnet wurden Kitas und Bündnisse, die den Sozialraum in ihre Arbeit einbeziehen und Beziehungen über die Einrichtung hinaus knüpfen, Unterschiede wertschätzen und die Mitwirkung von Kindern, Eltern und Mitarbeitenden befürworten. „Beim Deutschen Kita-Preis kommt es nicht auf das Ziel an, sondern auf den Weg dorthin. Und der ist immer unterschiedlich“, erklärte die Geschäftsführerin der DKJS Dr. Heike Kahl. Der Preis würdigt also nicht nur gute Ergebnisse, sondern auch gute Prozesse. Wichtig ist, dass sich Kitas und Bündnisse als lernende Organisation begreifen und ihr Konzept im Dialog mit den Kindern, Eltern und Partnern kontinuierlich reflektieren und weiterentwickeln.

„Kita des Jahres 2019“
Nach einem mehrmonatigen Auswahlverfahren entschied sich die 18-köpfige Experten-Jury für fünf Preisträger pro Kategorie, die mit insgesamt 130.000 Euro prämiert wurden. In beiden Kategorien wurden jeweils ein erster Preis und vier zweite Preise vergeben. Die Erstplatzierten erhielten je 25.000 Euro, die vier Zweitplatzierten jeweils 10.000 Euro.

„Kita des Jahres 2019“ wurde das Katholische Familienzentrum - Kindertagesstätte St. Sebastian in Eppertshausen. Das Kita-Team überzeugte die Juroren und Jurorinnen mit seiner engagierten Arbeit für gute Qualität. Fachkräfte, Leitung und Träger arbeiten seit 40 Jahren mit viel Einsatz, kompetent, reflektiert und vor allem unter starker Beteiligung von Kindern und Eltern an der systematischen Weiterentwicklung der Qualität und berücksichtigen dabei die Interessen und Kompetenzen aller Beteiligten. Die Kinder dürfen tagsüber frei bestimmen, in welchem Teil der Kita sie spielen wollen, und können ihre Ideen und Wünsche auf einer „Wünschewand“ festhalten. Besonders beeindruckt war die Jury von der gelebten Beschwerdekultur und der Förderung von Zivilcourage in der Einrichtung. Darüber hinaus gelingt es der inklusiv arbeitenden Kita der Jury zufolge hervorragend, alle Kinder mit ihren unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen sowie Beeinträchtigungen zu integrieren.

Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“
In der Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ belegte das Netzwerk INFamilie Hannibal- und Brunnenstraßenviertel aus Dortmund den ersten Platz. Der Zusammenschluss aus Kindertageseinrichtungen, Familienzentren, Beratungsstellen und Institutionen der Stadt Dortmund begeisterte die Jury vor allem durch sein vielseitiges und innovatives Förderangebot. Das Netzwerk arbeitet hoch engagiert und nimmt die Verantwortung für alle Kinder und Familien im Bezirk sehr ernst. So entstand zum Beispiel ein „Brückenprojekt" für Kinder, die keinen Kita-Platz bekommen haben und darüber trotzdem betreut werden.

Zweitplatzierte in der Kategorie „Kita des Jahres“ sind die AWO-Kita „An der schmalen Gera“ in Erfurt, das evangelische Eltern-Kind-Zentrum Kieselgrund in Mannheim, das Familienzentrum Gemeindekindergarten Zauberwelt in Titz und das Familienzentrum des Murkel e.V., Kinderhaus I in Siegburg; in der Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ das Bildungshaus Lurup aus Hamburg, die Initiativgruppe Familienbüro Mosaik aus Olbersdorf, das Hochwälder Familiennetzwerk HAFEN aus Hermeskeil und das Bildungsnetzwerk Südliche Friedrichstadt aus Berlin.

Der Sonderpreis der Zeitschrift ELTERN ging an die evangelische Kita „Lüttje Lü“ Aschhausen aus Bad Zwischenahn. Die Einrichtung hatte sich in einem bundesweiten Online-Voting auf Eltern.de gegen neun weitere Bewerber durchgesetzt und erhielt einen von der ELTERN-Redaktion zusammengestellten „Leseschatz“ mit vielen Kinderbüchern.

Noch bis zum 18. August 2019 können sich Kitas und lokale Bündnisse für frühe Bildung für den Deutschen Kita-Preis 2020 bewerben. Auch Eltern können Kandidaten vorschlagen; Empfehlungen werden bis zum 1. August 2019 entgegengenommen.




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Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 27.06.2019
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