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Bildung + Innovation Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erschienen am 28.02.2019:

„Unser Ziel ist es, talentierte Kinder und Jugendliche in allen Schulformen zu entdecken und bestmöglich zu fördern.“

Bund und Länder fördern gemeinsam leistungsstarke Schülerinnen und Schüler

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Bildrechte: Leistung macht Schule

Im Januar 2018 starteten Bund und Länder die gemeinsame Initiative „Leistung macht Schule“, mit der die Entwicklungsmöglichkeiten talentierter Kinder und Jugendlicher im Regelunterricht verbessert werden sollen. Ein interdisziplinärer Forschungsverbund begleitet die Schulen bei ihrer Schul- und Unterrichtsentwicklung.


Bestmögliche Lern- und Bildungschancen für alle – das ist das zentrale bildungspolitische Ziel der gemeinsamen Initiative von Bund und Ländern „Leistung macht Schule“, mit der die Entwicklungsmöglichkeiten talentierter Kinder und Jugendlicher – unabhängig von Herkunft, Geschlecht und sozialem Status – im Regelunterricht optimiert werden sollen. Die Initiative startete mit einer bundesweiten Auftaktveranstaltung am 30. Januar 2018 in Berlin und wurde von der damaligen Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, und Dr. Stefanie Hubig, Vizepräsidentin der Kultusministerkonferenz und Ministerin für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz, eröffnet. „In vielen Klassenzimmern aller Schulformen sitzen unerkannte Talente. Diese Schülerinnen und Schüler wollen wir frühzeitig entdecken und fördern. Denn eine chancengerechte Bildungspolitik bedeutet auch, den leistungsstarken und talentierten jungen Menschen die bestmöglichen Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten anbieten zu können“, sagte Johanna Wanka bei der Feier.

Leistung macht Schule
Die auf zehn Jahre angelegte Initiative richtet sich schulformübergreifend an Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 1 bis 10, die bereits sehr gute Leistungen erbringen bzw. deren Potenziale es zu erkennen und durch gezielte Anregung und Förderung zu entfalten gilt. Neben der Förderung der intellektuellen Fähigkeiten vor allem in den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften, Deutsch und Englisch geht es auch um musische, sportliche und emotionale Kompetenzen. „Für die immer komplexeren Probleme unserer Welt brauchen wir Menschen, die mit hoher Kompetenz, wacher Intelligenz und sozialer Verantwortung zu denken und zu arbeiten gelernt haben. Dazu müssen wir die Leistungsstärkeren in allen Schularten genauso fördern wie leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler. In einer immer heterogeneren Gesellschaft stellt sich zudem die Aufgabe, Potenziale auch dort zu erkennen, wo man sie nicht auf den ersten Blick vermutet“, betonte Stefanie Hubig.

Die Initiative wird zu gleichen Teilen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Ländern finanziert – mit insgesamt 125 Millionen Euro. Ein interdisziplinärer Forschungsverbund, bestehend aus 16 Universitäten, begleitet die Schulen bei ihrer Schul- und Unterrichtsentwicklung. In der ersten Phase (2018 – 2022) nehmen bundesweit 300 Schulen aus dem Primar- und Sekundarbereich teil.

Das BMBF ist verantwortlich für die überregionale Koordinierung, darunter fallen auch die Vernetzung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit den Schulen und die Vernetzung der Schulen untereinander. Die Länder sind zuständig für die Umsetzung der gemeinsamen Initiative, übernehmen Beratungs- und Betreuungsaufgaben, stellen personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung und unterstützen die Schulen vor Ort. Sie haben auch die Auswahl der Schulen getroffen; Kriterien waren dabei beispielsweise die regionale Verteilung, die Beteiligung aller länderspezifischen Schularten sowie die Einbeziehung von Schulen mit hohem Migrantenanteil bzw. hohem Anteil an sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern.

Zusammenarbeit von Forschung und Schulen
Der interdisziplinäre Forschungsverbund, der die Schulen in der ersten Phase begleitet, setzt sich zusammen aus renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von 16 Universitäten, die verschiedenen Disziplinen, unter anderem den Bildungs- und Erziehungswissenschaften, den Fachdidaktiken und der pädagogischen Psychologie angehören. Verbundkoordinatorin ist Prof. Dr. Gabriele Weigand von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Sie sieht in der Initiative eine bislang einzigartige Möglichkeit, mit der Unterstützung aller wichtigen Akteure Schule und Unterricht neu zu denken und bestmögliche Formen von individueller Potenzial- und Leistungsförderung im Regelunterricht für die deutsche Schullandschaft zu entwickeln. „Wir freuen uns sehr, dass unser Forschungsverbund in den kommenden Jahren die Möglichkeit hat, in Kooperation mit 300 beteiligten Schulen und deren Lehrkräften wissenschaftsbasierte Konzepte zur Förderung leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler zu entwickeln. Wir erwarten uns davon einen Schub für die Schul- und Unterrichtsentwicklung, der allen Kindern und Jugendlichen zugutekommt“, so die Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft. Dabei soll die wissenschaftliche Beratung und Unterstützung der Schulen im kontinuierlichen Austausch durch so genannte Theorie-Praxis-Brücken erfolgen.

Einteilung in Module
Die erste Phase der Initiative ist modular aufgebaut. In den insgesamt vier Modulen arbeiten die Schulen in Teilprojekten an den Strategien und Maßnahmen zur Förderung leistungsstarker und leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler. In Kernmodul 1 werden schulische Leitbilder entwickelt, die auf eine leistungsfördernde Schulentwicklung ausgerichtet sind, und kooperative Netzwerkstrukturen zwischen den Schulen aufgebaut. In Kernmodul 2 werden pädagogische Konzepte und fachdidaktische Unterrichtsmaterialien entwickelt und erprobt, mit denen leistungsstarke Schülerinnen und Schüler im Unterricht individuell gefördert werden können. Daneben erarbeiten die Schulen – je nach Interesse und eigenem Schwerpunkt – entweder in Modul 3 Instrumente zur Diagnose individueller Potenziale, Lernausgangslagen und Interessensprofile, oder sie nehmen in Modul 4 Konzepte in den Blick, mit denen die Schülerinnen und Schüler außerhalb des Unterrichts individuell gefördert sowie die Schulen miteinander vernetzt werden können. Die Ergebnisse werden dokumentiert und gemeinsam von den Lehrkräften und dem Forschungsteam ausgewertet.

In der zweiten Phase (2023-2027) werden die von den Schulen und dem Forschungsverbund gemeinsam entwickelten Konzepte, Maßnahmen und Materialien hinsichtlich ihrer Wirksamkeit evaluiert und weiteren Schulen bundesweit zur Verfügung gestellt. Die Schulen, die sich an der ersten Phase der Initiative beteiligt haben, werden dabei zu Multiplikatoren für andere Schulen.

Aufnahme der Arbeit in den Teilprojekten
Im Frühling 2018 fanden in jedem Bundesland regionale Netzwerktreffen statt, bei denen Lehrkräfte, Schulleitungen, Vertreterinnen und Vertreter der Länder und Landesinstitute Gelegenheit hatten, sich mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Forschungsverbundes zu Inhalten und Zielen der verschiedenen praxisnahen Forschungsprojekte zu verständigen. Im Rahmen des 6. Münsterschen Bildungskongresses, der vom 19. bis 22. September 2018 unter dem Titel „Begabungsförderung, Leistungsentwicklung, Bildungsgerechtigkeit – für alle“ stattfand, einigte man sich auf einen Fahrplan für die künftige Zusammenarbeit, und die Arbeit wurde aufgenommen.

 

 

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Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 28.02.2019
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