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Bildung + Innovation Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erschienen am 22.03.2018:

„Unsere Leitbegriffe sind Anerkennung, Respekt und Vielfalt.“

beramí unterstützt Migrantinnen und Migranten dabei, sich beruflich und gesellschaftlich zu integrieren

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Bildrechte: beramí e.V.

Der Frankfurter Verein beramí begleitet seit 1990 Migrantinnen und Migranten bei der Entwicklung einer beruflichen Perspektive. Er eröffnet ihnen vielseitige und umfassende Beratungs- sowie Qualifizierungs- und Mentoring-Angebote, mit denen sie sich erfolgreich einleben.


Wer nach Deutschland kommt und hier leben möchte, braucht Information, Beratung, Sprachförderung, Angebote zur beruflichen Orientierung und Qualifizierung sowie Beistand, um Fuß zu fassen. Genau das bietet der Verein beramí mit Sitz in Frankfurt am Main. Er unterstützt Migrantinnen und Migranten seit 1990 bei der Entwicklung einer beruflichen Perspektive und befähigt sie darin, sich beruflich zu etablieren und gesellschaftlich zu integrieren. Seine Schwerpunkte liegen in der Beratung, der Entwicklung von Qualifizierungsangeboten, der Umsetzung von Mentoring-Angeboten sowie der Förderung von gesellschaftspolitischem Engagement. Er macht Fähigkeiten sichtbar, fördert Eigeninitiative und stärkt vorhandene Ressourcen. Dabei ist es beramí wichtig, die Kompetenzen und Qualifikationen der Beteiligten im Ganzen zu erfassen. Es werden also nicht nur die beruflichen Abschlüsse und Qualifikationen berücksichtigt, sondern auch Berufserfahrung und informell erworbene Kenntnisse.

beramí lebt Diversität
beramí e.V. hat sich in den vergangenen 28 Jahren zu einem Kompetenzzentrum für die Qualifizierung sowie Ausbildung und Umschulung für Migrantinnen und Migranten entwickelt. Lag der Fokus ursprünglich auf der Beratung und beruflichen Qualifizierung von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte, nehmen Angebote, die sich an beide Geschlechter gleichermaßen richten, in den letzten Jahren zu. Leitbegriffe des Vereins sind Anerkennung, Respekt und Vielfalt – eine Unternehmenskultur, die sich nicht nur in der wertschätzenden Haltung gegenüber den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sondern auch innerhalb des multiethnischen Teams spiegelt, das aus 32 Frauen und 3 Männern aus 10 Nationen besteht.

Die Bildungsangebote
Die Bildungsangebote orientieren sich an den Bedarfen der Migrantinnen und Migranten. Dazu gehören Deutschkurse, Angebote zur beruflichen Orientierung und Qualifizierung, Beratung mit verschiedenen Schwerpunkten bis hin zum individuellen Coaching sowie Projekte zur gesellschaftlichen Partizipation, aber auch EDV, Mathematik, Bewerbungstraining und die Möglichkeit, Praktika zu machen. Aktuelle Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und Veränderungen in der Gesellschaft werden berücksichtigt und die Inhalte der Angebote entsprechend angepasst. Die ganzheitliche, qualifizierte und sensible Beratung steht jeweils am Anfang eines Kontakts. Oft brauchen die Teilnehmer/innen nur wenige entscheidende Informationen, um ihren Weg zu finden. Es werden Themen wie Berufswegeplanung, Anerkennung im Ausland erworbener Schul- und Berufsabschlüsse, berufliche Qualifizierung und Nachqualifizierung behandelt. beramí bietet darüber hinaus projektbegleitende, individuelle Beratung an.

Verschiedene Projekte zur Berufsqualifizierung
Aus den Erfahrungen und Ergebnissen der Beratung entwickelt der Verein personen- und arbeitsmarktspezifische Angebote, die von der Stadt Frankfurt, dem Land Hessen, dem Bund und der EU (Europäischer Sozialfonds – ESF) gefördert werden. Dazu zählen beispielsweise „InterPäd – Internationale Fachkräfte in die KiTas“ ‒ Qualifizierungen zur Erzieherin, „Brückenmaßnahme Wirtschaftswissenschaft“, ein 4-monatiges Qualifizierungsprogramm für ausländische Wirtschaftswissenschaftler/innen oder Vorbereitungskurse für geflüchtete und zugewanderte Human- und Zahnmediziner/innen mit ausländischem Abschluss. Spezielle Angebote für Geflüchtete, wie Mentea oder ComIn, ergänzen das Angebot.

Ein Kurs ausschließlich für Frauen ist zum Beispiel NeW4Job im Rahmen des beramí-Netzwerks NeW, das ein umfassendes Qualifizierungsangebot für den beruflichen Wiedereinstieg leistet. Das im Juli 2017 gestartete Projekt „Angekommen! Berufsorientierungs- und Vorbereitungskurs für Frauen mit Flucht- und Migrationsgeschichte“ zielt darauf ab, die Teilnehmerinnen darin zu unterstützen, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden und beruflich zu orientieren. Und bei dem Projekt ELLE sammeln Frauen Praxiserfahrungen in Wirtschaftsunternehmen, Forschungsinstituten oder politischen Institutionen und lernen dabei Tätigkeiten und Berufe kennen, die ihnen neue Perspektiven eröffnen.

Das gesammelte Expertenwissen in der Bildungsberatung von Migrantinnen und Migranten bringt beramí seit einigen Jahren auch in Schulungen von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, auf Fachtagungen und in verschiedene Fortbildungsreihen ein - wie „Gender- und diversitysensible Bildungsberatung für Migrantinnen und Migranten“, „Gestaltung von Beratungsprozessen“ oder „Rechtliche Zugänge zu Bildungsförderung und Arbeitsmarkt“.

Mentoring ist das ideale Instrument
Aber eine Berufsausbildung allein reicht manchmal nicht, um den Einstieg in den Beruf zu finden oder beruflich weiterzukommen. Oft fehlen Migrantinnen und Migranten wichtige Informationen und Netzwerke. Deshalb ist Mentoring gerade für diese Zielgruppe das ideale Instrument. beramí bietet seit 2005 Mentoring-Programme mit unterschiedlichen Schwerpunkten und für verschiedene Zielgruppen an. „Aufstieg in Vielfalt“ zum Beispiel richtet sich an weibliche Führungskräfte mit Migrationshintergrund, die bereits in Führungspositionen sind oder Karriere machen wollen, „Einsteigen, Umsteigen, Aufsteigen“ begleitet die Berufsfindungsphase. Ergänzt wird das Angebot durch Qualifizierungen, Beratung und berufliche Trainings für die Mentees sowie Schulungen, interkulturelle Trainings und Supervision für die Mentorinnen und Mentoren. Das Mentoring-Programm ist außerordentlich erfolgreich. Fast 90 % der Mentees entwickeln eine berufliche Perspektive, und 50 % finden nach einem Jahr einen Arbeitsplatz, der ihren Qualifikationen entspricht.
Darüber hinaus begleitet der Verein junge Migrantinnen, die sich politisch engagieren möchten. In „Mehr Bock auf Politik – Frauen haben Mut zum Gestalten“ geben Mentorinnen einen Einblick in ihre Aktivitäten und machen sichtbar, wie politische Arbeit in Kommunen, in Schule oder Universität funktionieren kann. Darüber hinaus besuchen die Mentees eine Reihe von Workshops, in denen u. a. die Grundlagen der politischen Bildung vermittelt werden.

Gut vernetzt und in regem Austausch

beramí kooperiert auch mit anderen Institutionen und engagiert sich in internationalen Projekten, um Kompetenzen zu bündeln und vielfältige Synergien zu erzeugen. Netzwerkarbeit und Austausch auf der kommunalen und regionalen, aber auch der Landes- und Bundesebene mit Politik und Wirtschaft, mit Arbeitsmarkt- und Bildungsinstitutionen sowie mit Akteuren im sozialen Bereich sind für beramí selbstverständlich. Von daher ist der Verein nicht nur in Frankfurt am Main fest verankert, sondern weit über die Stadt hinaus bekannt.




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Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 22.03.2018
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