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Bildung + Innovation Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erschienen am 26.10.2017:

„Alle Menschen sollen an der Informationsgesellschaft teilhaben“

Stiftung setzt sich für digitale Inklusion ein

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Die Stiftung Digitale Chancen informiert über die Möglichkeiten des Internets und unterstützt Menschen jeden Alters dabei, es zu nutzen. Sie fördert insbesondere die Themenfelder Medienkompetenz, Online-Sicherheit und Usability/Barrierefreiheit und tritt damit der digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegen.


Viele Menschen können sich das Internet aus ihrem Alltag nicht mehr wegdenken. Schnelle Informationen, eine große Auswahl an Musik und Filmen, unkomplizierte Kommunikation – es bietet schier unbegrenzte Möglichkeiten. Doch längst nicht alle Bevölkerungsgruppen nehmen an der virtuellen Welt teil. Um diejenigen für die Möglichkeiten des Internets zu interessieren und sie bei seiner Nutzung zu unterstützen, die bislang nicht oder kaum am digitalen Leben teilnehmen konnten, weil sie entweder keinen Zugang zum Netz haben oder auf Barrieren stoßen, engagiert sich die Stiftung Digitale Chancen mit Projekten auf nationaler und internationaler Ebene. Insbesondere in den Themenfeldern Medienkompetenzförderung, Online-Sicherheit und Usability/Barrierefreiheit tritt sie der digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegen und setzt sich für digitale Inklusion ein. Alle Menschen sollen an der Informationsgesellschaft teilhaben und sie aktiv mitgestalten können.

Die Stiftung Digitale Chancen
Hervorgegangen ist die Stiftung aus den Aktivitäten des Netzwerks Digitale Chancen. Dieses wurde vom damaligen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen der Initiative „Internet für Alle“ von März 2001 bis Januar 2002 als Projekt an der Universität Bremen gefördert. Prof. Dr. Herbert Kubicek, der Initiator des Projektes, ist neben dem Management- und Technologiedienstleister Accenture, der Hubert Burda Stiftung und der E-Plus-Gruppe immer noch als Zustifter für die Stiftung unterstützend tätig. Stifter sind die Universität Bremen und AOL Deutschland. Die Schirmherrschaft haben das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und das Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend übernommen.

Aktuelle Projekte und Aktivitäten
Die Projekte und Aktivitäten, die aus Mitteln europäischer Förderprogramme und Fördermitteln des Bundes oder anderer öffentlicher Mittelgeber finanziert werden, richten sich überwiegend an pädagogische Fach- und Lehrkräfte, die als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Kinder- und Jugendarbeit, aber auch in der Erwachsenenbildung tätig sind sowie an Migrantinnen und Migranten, schwer erreichbare Familien, Menschen mit Behinderung und sozial- und bildungsbenachteiligte Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senior/inn/en. In den Projekten kooperiert die Stiftung Digitale Chancen oft mit Partnern aus anderen europäischen Ländern.

Zu den aktuellen Projekten zählt zum Beispiel das Seniorenprojekt „Connect Seniors to the Digital World“, kurz „Seniors@DigiWorld“. Es verfolgt das Ziel, Seniorinnen und Senioren dazu zu befähigen, selbstständig Tablet-PCs für sich gewinnbringend zu nutzen, so dass sie in ihrem Alltag davon profitieren. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren werden in den Projektpartnerländern Litauen, Rumänien, Spanien und Deutschland dazu geschult, in non-formalen Bildungseinrichtungen, wie z.B. Bibliotheken oder Seniorenwohnheimen, an die älteren Menschen heranzutreten und sie zu unterstützen. Die Stiftung Digitale Chancen koordiniert das zweijährige Projekt und ist für die Erstellung des Lernkonzeptes, die Außendarstellung sowie die Durchführung der Schulungen in Deutschland verantwortlich.

Mit dem Projekt „Digital Skills for You(th)“ hingegen hat sie ein Blended-Learning-Angebot (Präsenzveranstaltungen und E-Learning Angebote werden kombiniert) für junge Menschen entwickelt, das mit Partnerorganisationen aus Tschechien und Spanien realisiert wird. Jugendliche nutzen das Internet und soziale Medien zwar ausgiebig, erhalten oft aber keine richtige Einführung und Begleitung und sind nicht wirklich medienkompetent. Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sollen im Rahmen des Projekts eine Verbesserung ihrer Medienkompetenz erwirken und werden auf diese Aufgabe zuvor umfassend vorbereitet.

Im Rahmen des Projektes „Kinderschutz und Kinderrechte in der digitalen Welt“ analysiert die Stiftung Digitale Chancen die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Alltag von Kindern und Jugendlichen sowie Maßnahmen zum Schutz von Kindern und zur Prävention von Risiken. Dahinter steht das Ziel, eine Strategie für kinder- und jugendpolitische Maßnahmen zu entwickeln und zur Umsetzung zu bringen, die zur Verwirklichung der Kinderrechte in allen Lebensbereichen und zu ihrem Schutz beiträgt.

Viele hilfreiche Materialien und praktische Tipps rund um die Themen Internet und neue Medien finden Trainerinnen und Trainer, Lotsen und so genannte Internet-Helfer seit Anfang 2016 in dem „Digitalkompass - Materialkompass für Multiplikatoren“. In einer Datenbank können die Materialien recherchiert und vorgeschlagen werden. Außerdem werden interaktive Möglichkeiten bereitgestellt, um sich austauschen zu können.

Seit einigen Jahren betreut die Stiftung Digitale Chancen auch den Wettbewerb „klicksafe Preis für Sicherheit im Internet“. Er ist eingebettet in die Maßnahmen der europäischen Initiative „klicksafe“, die seit 2007 die Öffentlichkeit auf das Thema Internetsicherheit aufmerksam macht und dafür zu sensibilisieren versucht. Der Wettbewerb zeichnet Webangebote, Maßnahmen, Projekte und Initiativen aus, die sich für „Courage im Netz“ einsetzen und einen sicheren Umgang im und mit dem Internet fördern. Die Stiftung Digitale Chancen koordiniert die Einreichungsphase und die Auswahl der Beiträge für das Expertengremium und die Jury und ist verantwortlich für die Durchführung der Experten- und Jurysitzung zur Auswahl der Nominierten und Preisträger.

Datenbank der Interneterfahrungsorte

Daneben baut die Stiftung im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie seit dem Jahr 2001 deutschlandweit eine Datenbank der Interneterfahrungsorte auf und betreibt damit digitale Inklusion vor Ort. Interneterfahrungsorte sind öffentliche Einrichtungen, in denen jeder ‒ meist kostenfrei ‒ Computer und andere digitale Geräte nutzen kann und einen Internetzugang erhält. In der Datenbank sind zurzeit rund 5.000 Zugangsmöglichkeiten zum Internet und Einrichtungen mit medienpädagogischen Angeboten verzeichnet ‒ Bibliotheken, Kulturzentren, Mehrgenerationenhäuser oder Medienkompetenzzentren ‒, in denen Menschen zum Teil auch Fortbildungs- und Unterstützungsangebote zur Internetnutzung bekommen. In der Datenbank kann man gezielt nach einer passenden Einrichtung suchen. Als Mitglied bei ALL DIGITAL ‒ dem europäischen Interessenverband der Interneterfahrungsorte ‒ engagiert sich die Stiftung Digitale Chancen auch auf europäischer Ebene für die Weiterentwicklung der Interneterfahrungsorte.

 

 

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Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 26.10.2017
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