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Bildung + Innovation Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erschienen am 27.10.2016:

„Alle Kinder und Jugendlichen sollen gelingende Bildungsbiografien durchlaufen.“

Das Programm „Schulerfolg sichern“

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Logo des Programms "Schulerfolg sichern"; Quelle: DKJS

In Sachsen-Anhalt setzen sich im Rahmen des Programms „Schulerfolg sichern“ Schulen, Jugendhilfe, Kommunen und Partner gemeinsam dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen den gleichen Zugang zu Grund- und Sekundarbildung erhalten. Dabei setzt das Programm auf ein partnerschaftliches Verhältnis von Jugendhilfe und Schule, durch das Schulsozialarbeit zu einem wichtigen Impulsgeber und Beschleuniger von Schulentwicklungsprozessen wird.


In Sachsen-Anhalt machen sich seit 2008 Jugendhilfe, Kommune und weitere Partner aus der Region in dem Programm „Schulerfolg sichern“ gemeinsam dafür stark, dass alle Kinder und Jugendlichen in der Schule zurechtkommen und einen Abschluss erzielen, und dass vor allem diejenigen aufgefangen werden, die kurz vor einem Schulabbruch stehen. Das Landesprogramm wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert sowie durch das Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt kofinanziert und gemeinsam mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung als Landesweite Koordinierungsstelle umgesetzt. Nach der ersten Förderperiode (2008 – 2015) ist das Programm für fünf weitere Jahre, bis 2020, verlängert worden. Es wird von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg wissenschaftlich begleitet.

Der Aufbau kommunaler Bildungslandschaften
Ziel des Programms ist der Aufbau lokaler Netzwerke, in denen Praktiker aus Schule, Kommune und Jugendhilfe gemeinsam Lösungsansätze für inklusive Bildungslandschaften erproben, die als gute Beispiele Mut machen sollen, Schulerfolg nachhaltig zu gestalten. In allen elf Landkreisen und den drei kreisfreien Städten sind im Rahmen des Programms regionale Netzwerkstellen eingerichtet worden, die von unterschiedlichen freien und öffentlichen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe getragen werden und die Schulen, Behörden, Sozialarbeiter, Vereine und Betriebe, aber auch Eltern und Kindertagesstätten miteinander vernetzen und in ihrer Kooperation begleiten. Sie sind die direkten Ansprechpartner für die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter in der Region, sie ermitteln die Bedarfe für bildungsbezogene Angebote und bieten diese an. Auch bringen sie Jugendhilfe und Schule zum Fachaustausch zusammen.
Ergänzend zu der Arbeit der regionalen Netzwerkstellen sieht das Programm bildungsbezogene Angebote wie Peer-Learning-Projekte, Skill-Trainings, Unterstützung für Diagnostik sowie Fortbildungen an den Schulen und in den Kommunen vor. Bis zu 25 Beratungslehrkräfte sind vom Land Sachsen-Anhalt damit beauftragt, die Schülerinnen und Schüler in ihren Kompetenzen zu fördern und bei ihrer Bildung zu begleiten, damit sie den Anschluss an die weiterführenden Schulen und die Berufswelt erreichen.

Beispiele aus der Praxis
Insgesamt sind an rund 350 Schulen aller Schulformen in Sachsen-Anhalt Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter vor Ort in über 380 Schulsozialarbeitsprojekten aktiv. Sie fungieren als Vertrauensperson für die Schülerinnen und Schüler, beraten sie in Krisensituationen und Konflikten und helfen ihnen dabei, persönliche, soziale oder schulische Schwierigkeiten zu überwinden. Außerdem richten sie Bildungs- und Freizeitangebote aus, fördern das soziale Lernen und Partizipationsmöglichkeiten und gestalten die Übergänge. Dabei arbeiten sie eng mit den Eltern zusammen. „Nur im Zusammenspiel aller am Bildungs- und Ausbildungsprozess Beteiligten kann es gelingen, Kinder und Jugendliche für das Lernen und den schulischen Alltag zu begeistern“, lautet das Motto der Netzwerkstelle „Schulerfolg sichern“ im Landkreis Anhalt-Bitterfeld (ABI). Neben ihren täglichen Aufgaben setzt sie u.a. auch darauf, die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zu verknüpfen und ehrenamtliche Lernpatenschaften zu errichten, damit geflüchtete Kinder und Jugendliche im Integrationsprozess begleitet werden. In der Netzwerkstelle für Schulerfolg im Landkreis Mansfeld-Südharz setzen die Koordinator/inn/en auch eigene Akzente. Eine Netzwerkkoordinatorin leitet zum Beispiel seit vielen Jahren die Arbeitsgruppe „Mobbing“, aus der kürzlich das Präventions-Projekt „Wir sind KLASSE!“ entstand, das zur Stärkung des Klassenzusammenhalts gleich zu Beginn des 5. Schuljahres beitragen soll. Andere Netzwerkkoordinator/inn/en bearbeiten das Thema „Rechte ums Kind“, in der die Schulsozialarbeiter zu den Regelungen des Umgangs-, Sorge-und Bestimmungsrechts aufgeklärt und fortgebildet werden.

Unterstützung durch die Landesweite Koordinierungsstelle
Für die Programmentwicklung und -steuerung auf Landesebene ist die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung zuständig. Sie unterstützt die 14 Netzwerkstellen in den Regionen. Sie begleitet ihre Entwicklungsprozesse sowie den Aufbau von Kooperationsbeziehungen zwischen Schulsozialarbeit und Schule und ermöglicht einen Erfahrungsaustausch auf Fachtreffen und Konferenzen. Gemeinsam mit den Trägern, dem Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt sowie Partnern aus der Wissenschaft und der Verwaltung entwickelt sie auch Qualitätsstandards für die Schulsozialarbeit und die Netzwerkarbeit und bereitet diese in Form von Fachveranstaltungen und Publikationen auf. Außerdem erstellt sie die Projektdaten, Zwischenberichte und das Monitoring der Projektergebnisse und sorgt dafür, dass erfolgreiche Ergebnisse und Projekte in die Breite getragen werden.



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Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 27.10.2016
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