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21. 01. 2016

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Begegnungen zwischen Künstlern und Schülern

Die Stiftung art131 unterstützt Schulen im Bereich der kulturellen Bildung

Bild

Logo; Quelle: Stiftung art131

Die Projekte der Stiftung art131 in den Bereichen Musik, bildende Kunst, Theater, Literatur, Film und Neue Medien ermöglichen bayerischen Schülerinnen und Schülern die Begegnung mit Künstlern und Kulturschaffenden. Das Erlebnis der persönlichen Begegnung soll die Jugendlichen über das Projekt hinaus inspirieren.


An einem Abend Mitte Dezember 2015 präsentierten Schülerinnen und Schüler des Decker-Gymnasiums Amberg in Bayern eigene Gedichte und Prosatexte. Sie waren das Resultat der „kreativen Schreibwerkstatt“, die sie zuvor besucht hatten und durch die Schriftsteller Nevfel Cumart geführt hatte. Der Autor leitete im vergangenen Jahr mehrere kreative Schreibwerkstätten für Jugendliche aus den zehnten und elften Jahrgangsstufen an Schulen in Augsburg, Bamberg, Ingolstadt, Nürnberg und Amberg und veröffentlichte die Ergebnisse jetzt unter dem Titel „Die Worte aber bleiben“. In den von der Stiftung art131 und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus geförderten zweitägigen Workshops brachte er den jungen Menschen bei, verschiedene Texte – Gedichte, Geschichten in klassischer Erzählform und sogar Beiträge in Englisch und Französisch – zu verfassen. Nevfel Cumart selbst moderierte die Veranstaltung.

Die Ziele der Stiftung art131

Schreibwerkstätten, Festivals, Erzählkonzerte, Kurzfilme: Schon seit gut zehn Jahren organisiert die Stiftung art131 verschiedene Projekte in den Bereichen Kunst, Musik, Literatur, Theater, Film und Neue Medien an Schulen in Bayern, um diese im Bereich der künstlerisch-kulturellen Bildung zu unterstützen. Die Stiftung art131, die im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst verankert ist, führt die Projekte jeweils mit bekannten Künstlern und Künstlerinnen und professionell Kulturschaffenden gemeinsam durch. Ziel ist, dass Kinder und Jugendliche durch die persönliche Begegnung mit den Künstlern, die Annäherung an ihre Kunst und den künstlerischen Austausch mit ihnen „Schlüsselerlebnisse“ erfahren, die sie im besten Fall über die Projekte hinaus inspirieren. Indem sie emotional berührt werden, soll ihr eigenes kreatives Handeln angeregt werden.
Gefördert werden sollen durch die kulturellen Projekte neben ihren künstlerischen Fähigkeiten, auch Kenntnisse über Kultur, Tradition und Geschichte, das Erlernen kreativer Gestaltungstechniken, Rhetorik und das Denken in komplexen Zusammenhängen. Soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme und der Abbau von Vorurteilen werden ebenso wie die Herausbildung der eigenen Persönlichkeit positiv beeinflusst. Die Stiftung realisiert damit die in Art. 131 der Bayerischen Verfassung aufgestellten Bildungsziele im Sinne einer ganzheitlichen Bildung, zu der nicht nur die Vermittlung von Wissen und Können, sondern auch die Bildung von Herz und Charakter gehören.

Verschiedene Projekte
Die Stiftung sieht ihren Schwerpunkt in der organisatorischen und beratenden Begleitung der Projekte und in der Vermittlung zwischen den Kulturschaffenden und den Schulen. Die Projekte entwickelt sie gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern und schreibt sie anschließend landesweit an den Schulen aus. Auch sucht sie Partner und Förderer zur Finanzierung. Dr. Ludwig Spaenle, Bayerischer Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst,  meint: „Für unsere Kinder und Jugendlichen kann die Begegnung mit Künstlern und die Förderung ihrer eigenen kreativen Leistungsfähigkeit eine entscheidende Weichenstellung für die Zukunft bedeuten. Kreativität und flexibles Herangehen an komplexe Aufgabenstellungen benötigen wir in einer Zeit rascher Veränderungen heute mehr denn je. Diese Fähigkeiten zu wecken und weiterzuentwickeln ist nach meiner Überzeugung zentrale Aufgabe der Stiftung.“ Ein Projekt, das Kinder schon seit Jahren vor diese Herausforderung stellt, ist der Wettbewerb Crossmedia, den die Stiftung gemeinsam mit der LAG Neue Medien, dem MedienCampus Bayern e.V., dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus sowie der Siemens AG Corporate Communications ausrichtet und bei dem Schüler Beiträge zu den Sparten Musik & Sounddesign, Multimedia, Sprache & Text, Movie, 3D, Internet sowie Grafikdesign & Layout einreichen können. Auf dem Landesfestival Crossmedia führt die Stiftung einmal im Jahr alle Teilnehmenden des Wettbewerbs – einzelne Schülerinnen und Schüler, Schülergruppen sowie Lehrkräfte – zu einem großen Informations- und Meinungsaustausch zusammen. So erhalten alle einen optimalen Einblick in die Möglichkeiten schulischer Medienarbeit.

Schüler führen durchs Museum
In einem anderen Projekt im Bereich der bildenden Kunst bekommen kunstinteressierte Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren in 5-tägigen Seminaren die Möglichkeit, sich in der Pinakothek der Moderne und dem Museum Brandhorst in München unter verschiedenen Blickwinkeln mit Kunst und Design vor Originalen zu beschäftigen und als Vermittler zeitgenössischer Kunst ausgebildet zu werden. Unterstützt werden sie dabei von je einem Künstler und einem Kunsthistoriker bzw. einem Produkt- und einem Kommunikationsdesigner. In verschiedenen Museumsbesuchen machen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Sammlungsbeständen vertraut und suchen sich ein Kunst-/Designobjekt aus, über welches sie eine individuelle Führung ausarbeiten. Die Schülerinnen und Schüler werden anschließend einmal im Monat als „pi.loten“ eingesetzt: In Führungen erläutern sie interessierten Besuchern ausgewählte Werke, die ihnen besonders am Herzen liegen. Im Rahmen des Projekts besuchen sie auch Ateliers und Werkstätten, beschäftigen sich mit Kunst im öffentlichen Raum, theoretischen Grundlagen wie der Papierherstellung, Pigmenten oder dem Bronzeguss, recherchieren in Bibliotheken und führen Gespräche mit Kuratoren und Museumspersonal.

Tanzprojekte schaffen Heimatgefühl

Die Auseinandersetzung mit bayerischer Kunst und Kultur soll den jungen Menschen, die in Bayern leben, in einer zunehmend globalisierten Welt auch ein Heimatgefühl vermitteln. Im Rahmen des Projekts „Volkstänze mit den Well-Brüdern“ gibt Michael Well seit Frühjahr 2006 Kurse für Lehrer aller Schulformen in vorwiegend bayerischen bzw. bajuvarisierten, internationalen Tänzen wie Auftanz (Polonaise), Münchner Polka, Woidhansl (Steiermark), Knödldraahner (Allgäu) oder Zwiefacher (Oberpfalz). Anschließend studieren die Lehrer die Tänze mit ihren Schülern ein. Sein Bruder Christoph Well arrangiert die Tänze und nimmt die dazugehörige Musik mit den Kindern auf CD auf. Er fährt auch zu Proben, wenn die Musik an Schulen eingespielt wird, und arbeitet mit den Schülerinnen und Schülern daran. Die Brüder haben außerdem ein Buch herausgegeben, das die Noten, Tanzbeschreibungen und eine CD enthält.

 

 

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 21.01.2016
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