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30. 07. 2015

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Klimaschutzprojekte zeigen Wirkung

Das Programm Aktion Klima! mobil zeigt, was Kinder und Jugendliche gegen den Klimawandel bewegen können

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Das Programm Aktion Klima! mobil von BildungsCent e.V. sensibilisiert Jugendliche für den Klimaschutz und ermöglicht ihnen die Umsetzung von Klimaschutzprojekten mit Hilfe eines mobilen Werkzeugkastens, dem AktionKlimaMobil.
 
 
„Raus aus der Schule – Aktiv fürs Klima“ ist das Motto des Programms Aktion Klima! mobil. Das Programm, das vom Verein BildungsCent entwickelt und getragen wurde, bot Schulen und Bildungseinrichtungen in den Jahren 2012 bis 2015 die Möglichkeit, sich mit Akteuren aus dem schulnahen Umfeld zu vernetzen, um klimaschützende und Treibhausgas reduzierende Aktivitäten umzusetzen. Silke Ramelow, Vorstandsvorsitzende von BildungsCent, fasste auf der Abschlussveranstaltung des Programms, die am 13. März 2015 im Gasometer in Berlin stattfand, zusammen: „Von Anfang an waren uns vier Aspekte besonders wichtig: Gemeinschaft – denn Klimaschutz geht nur gemeinsam und nicht alleine. Handeln – denn es geht nicht nur darum, Vorschläge zu unterbreiten und darüber zu sprechen, sondern tatsächlich etwas zu tun. Sichtbarkeit – denn es müssen Mitstreiterinnen und Mitstreiter gefunden werden, im Gemeinderat, in der Kommune, bei Unternehmen oder in der Öffentlichkeit. Und Wirkung – denn wir müssen uns daran messen lassen, was am Ende für das Klima herauskommt. Wir haben in den letzten Jahren viele Beispiele kennengelernt: Wenn wir uns zusammentun und gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir viel bewegen!“
 
BildungsCent e.V.
Der 2003 gegründete Verein BildungsCent mit Sitz in Berlin arbeitet im gesamten Bundesgebiet mit mehr als 3.000 Schulen aller Schularten zusammen. Zweck der gemeinnützigen Einrichtung ist die Förderung der Lehr- und Lernkultur in Deutschland. Alle ihre Programme verfolgen das Ziel, die Schule als einen Lebensraum zu entwickeln, in dem die Schülerinnen und Schüler ihre Potenziale entfalten und an der Gestaltung des Schullebens und des Schulumfelds aktiv teilhaben. Die verschiedenen Programme in den Bereichen Klimaschutz und Klimawandel, Partizipation und Mitwirkung sowie Schulleitungshandeln und Leadership werden dabei schulindividuell umgesetzt. BildungsCent e.V. versteht sich als Impulsgeber, der die Schulen und Bildungseinrichtungen bei diesem Prozess begleitet. Kinder und Jugendliche sollen dabei eine Haltung des nachhaltigen Denkens und Handelns verinnerlichen, Verständnis für große Zusammenhänge entwickeln und lernen, Verantwortung zu übernehmen.
 
Erfolgreicher Klimaschutz braucht die Einbindung und das Engagement der jungen Generation
Bei dem Programm Aktion Klima! mobil, das durch das Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert wurde, stand die Sensibilisierung der jungen Generation für den Klimaschutz im Focus. Das Vorhaben ermöglichte Tausenden Schülerinnen und Schülern, Klimaschutzprojekte durch die Vernetzung mit verschiedenen Partnern aus dem schulnahen Umfeld zu realisieren. Dabei konnten sie ihre Handlungs- und Gestaltungskompetenz im Hinblick auf mehr Klimaschutz steigern und lokale Vernetzungsstrukturen aufbauen, die eine nachhaltige Wirkung ihrer Initiativen garantieren.
 
Im Zeitraum von 2012 bis 2014 konnten alle Schulen und Bildungseinrichtungen, die sich in Sachen Klimaschutz engagieren wollten, mitmachen. 450 Schulen und Bildungseinrichtungen sowie 50 kommunale Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager, die sich für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einsetzen, erhielten ein AktionKlimaMobil. Schulen, die keines bekamen, konnten es sich von anderen Schulen ausleihen. Das AktionKlimaMobil ist ein mobiler Werkzeugkasten mit verschiedenen Messgeräten und Instrumenten, einer Kamera, einer Beachflag sowie zahlreichen Begleit- und Informationsmaterialien.
 
Das AktionKlimaMobil ist modular aufgebaut und umfasst in jeweils einer Kiste die Themen Erkennen, Sehen, Wissen und Handeln: Die Kiste Erkennen zum Beispiel enthielt Messgeräte wie einen Energiemonitor, ein Infrarotthermometer, ein Luxmeter oder einen Thermo-/ Hygrodatenlogger, mit denen man die Ursachen der Verschwendung von Ressourcen wie Strom, Wasser oder Wärme erkennen und beheben konnte. In der Kiste Sehen waren Buttons, Klebezettel und Aktion Klima! mobil-Visitenkarten, mit denen man für andere sichtbar machen konnte, was man für den Klimaschutz tut. Die Kiste Wissen wiederum umfasste Informationen und Anregungen zu den Themen Klimawandel und Klimaschutz, Projektmanagement, Social Media, Kommunikation und Veranstaltungsplanung. Die Kiste Handeln konnte jede Schule individuell gestalten, zum Beispiel mit dem Schullogo, mit Bildern der eigenen Aktivitäten oder den Unterschriften aller am Schulprojekt teilnehmenden Menschen. Insgesamt arbeiteten 27.000 Kinder und Jugendliche mit Hilfe des quietsch-grünen AktionKlimaMobils an eigenen Fragestellungen rund um die Themen Klimawandel und Klimaschutz.
 
Für die teilnehmenden Schulen wurden außerdem eine Internetpräsenz mit einer Austauschplattform entwickelt und im Rahmen von bundesweiten Vernetzungstreffen Gelegenheiten zu persönlicher Auseinandersetzung geschaffen. Zusätzlich erhielten die Schulen eine sechsmonatige Unterstützung und Begleitung durch das KlimaTeam von BildungsCent e.V..
 
Die Klimaschutzprojekte
Entstanden sind zahlreiche kreative und innovative Projekte, die auf das Thema Klimaschutz aufmerksam machen. Eine Schülergruppe der Radko-Stöckl-Schule Melsungen beispielsweise baute ein Fahrradkino auf – zehn Personen erzeugten mit Fahrrädern Strom, der für Laptop, Beamer und Lautsprecher ausreichte – und lud Freunde und Eltern ein, Filme über den Klimawandel zu schauen. Das Julius-Spiegelberg-Gymnasium Velchelde pflanzte mit 3.970 Bäumen einen Schulklimawald. Die Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule in Gladbeck half einer Partnerschule in Sambia, Photovoltaikanlagen zu installieren. Die Garten-AG des Gymnasiums Essen Nord-Ost hat eine solargestützte Inselanlage mit Akkubetrieb in einem bisher nicht genutzten Innenhof der Schule gebaut, um damit im Sommer eine Wasserpumpe und im Winter eine Beleuchtung zu betreiben. Die Offene Ganztagsgrundschule Stolberg erarbeitete ein von den Grundschülern selbst geschriebenes und an verschiedenen Orten aufgeführtes Umwelttheaterstück, in dem drei Regentropfen auf Weltreise gehen und dabei so manche Überraschung erleben. Insbesondere geht es um die Themen Wasserverschmutzung, Klimaveränderung und Klimaschutz. Ein Kurs des 12. Jahrgangs vom Ratsgymnasium Goslar sammelte Daten zum Thema Energie und erstellte damit unterrichtsrelevanten Stoff für die 7. bis 9. Klassen. Außerdem wurden an vielen Schulen Klima-AGs ins Leben gerufen, die sich mit den Themen Klimaschutz und Ressourcenverschwendung beschäftigten und Klimawochen oder Klimatage organisierten.
 
Das Programm zeigt Wirkung
Nach Abschluss des Programms beweist die externe Evaluation, mit der das Berliner Unternehmen goodroot GmbH beauftragt wurde, dass die Aktivitäten Wirkung zeigen. Gespräche mit Lehrerinnen und Lehrern belegen, dass die Kinder und Jugendlichen im Rahmen der Projekte von Aktion Klima! mobil Verantwortung übernommen haben, als engagierte Expertinnen und Experten aufgetreten sind und ihre Gestaltungskompetenz im Hinblick auf mehr Klimaschutz steigern konnten. Damit sind die Ziele des Programms eindeutig erreicht. Aber auch für sich selbst zogen die Lehrerinnen und Lehrer positive Bilanz. Sie empfanden Aktion Klima! mobil als Würdigung ihrer eigenen Arbeit und profitierten von den vielen positiven Impulsen, die sie durch die Vernetzung und den Austausch sowie durch die Betreuung von BildungsCent erhielten.
 
 

 
 
 

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 30.07.2015
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