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19. 02. 2015

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Medien kompetent begegnen

Bundesweite Auszeichnung für medienpädagogische Projekte

Bild

Logo; Quelle: Dieter Baacke Preis

Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) verleiht gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend jährlich den Dieter Baacke Preis für außergewöhnliche medienpädagogische Projekte, um Kinder und Jugendliche darin zu bestärken, sich kreativ und kritisch mit Medien auseinanderzusetzen.



Medien sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Fernseher, Computer, Smartphones, iPads: Jedes Jahr kommen neue, ausgefeiltere Modelle auf den Markt. Umso wichtiger ist der richtige Umgang mit ihnen. Dieter Baacke, seinerzeit Professor für Pädagogik an der Universität Bielefeld, führte in den 90er Jahren dafür den Begriff der Medienkompetenz ein, der seitdem in zahlreichen Regierungsprogrammen, Koalitionsvereinbarungen und Verlautbarungen zur Kinder- und Jugendpolitik eingegangen ist. Er unterteilte den Begriff Medienkompetenz in die vier Dimensionen Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung. In einem Interview von 1998 erläuterte er seine Definition: Demnach war man dann medienkompetent, wenn man Medien unterscheiden und entscheiden könne, welches Medium für welche Tätigkeit geeignet sei und welche Qualität es habe. Wenn man sich Wissen über die verschiedenen Medien und den Umgang mit ihnen angeeignet habe. Und wenn man mit Medien so aktiv umgehen könne, dass man sie zur kreativen Gestaltung nutzen könne.

Der Dieter Baacke Preis
Seit seinem Tod im Jahr 1999 verleiht die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), dessen Vorsitzender Baacke seit der Gründung der Gesellschaft 1984 bis 1999 war, gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den Dieter Baacke Preis. Gewürdigt werden jedes Jahr herausragende medienpädagogische Projekte und Methoden, die Kindern, Jugendlichen und Familien einen kreativen, kritischen Umgang mit Medien vermitteln und ihre Medienkompetenz fördern.

Der Preis richtet sich an Projekte außerschulischer Träger, also z.B. an Jugendzentren, Kindergärten, Träger der Jugendhilfe oder Familienbildung, Medienzentren und Medieninitiativen sowie an Kooperationsprojekte zwischen schulischen und außerschulischen Trägern. Bewerben können sich Institutionen, Initiativen oder Einzelpersonen mit aktuellen, originellen Projekten zur Förderung von Medienkompetenz. Der Preis wird in fünf Kategorien vergeben, die mit jeweils 2.000 Euro dotiert sind. Ende November 2014 wurde der 14. Dieter Baacke Preis in Berlin vergeben. Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, betonte bei der Preisverleihung: „Medienkompetenz im Sinne des Dieter Baacke Preises umfasst nicht nur die Auseinandersetzung der Einzelnen oder des Einzelnen mit Medien. Sie bezieht auch die Fähigkeit ein, im Umgang mit Medien Teil unserer demokratischen Gesellschaft zu sein.“

Die Preisträger
Das zeigte sich in allen Sieger-Beiträgen. In der Kategorie „Projekte von und mit Kindern“, das die Kooperation der Offenen Ganztagsgrundschule Overath-Heiligenhaus mit dem DRK-Kreisverband Rheinisch Bergischer Kreis e.V. gewann, produzieren zwölf Kinder der Radio-AG der 1. bis zur 4. Klasse ein Schülerradio. Sie planen und gestalten die Sendungen selbst, beteiligen alle anderen Kinder, indem diese ihre Musikwünsche, Witze oder Live-Auftritte als Sänger beisteuern können, und einmal im Monat gibt es eine Klassensendung, bei der nach einem festen Jahresplan jeweils eine Klasse an der Vorbereitung und der Produktion einer Live-Sendung beteiligt wird.

Außergewöhnlich und sehr beeindruckend ist auch das Kooperationsprojekt des Krea-Jugendclubs Bergisch-Gladbach e.V. mit dem kreativen Netzwerk Screenagers und dem Goethe-Institut Barcelona, für das sie den Preis in der Kategorie „Interkulturelle und internationale Projekte“ bekamen. Im Rahmen des Dokumentarfilmprojekts besuchten sich 15 Jugendliche aus Köln/Bergisch Gladbach und Barcelona gegenseitig, wohnten in ihren jeweiligen Gastfamilien und drehten in deutsch-spanischen Teams, angeleitet von professionellen Filmemachern, kurze Dokumentarfilme über ihr Leben in Zeiten der Euro- und Schuldenkrise. Dadurch bot sich für die Teilnehmer die Möglichkeit, in eine andere Kultur einzutauchen, Einblick in das jeweils andere Land und die dortigen Lebenszusammenhänge zu erhalten, Verständnis füreinander zu entwickeln und dieses filmisch sowie dokumentarisch abzubilden und einen kompetenten Umgang mit den Medien zu erlernen.

Interessant sind auch die anderen prämierten Projekte. Dazu gehören das Tuned-Jugendprojekt von Nico Hartung (Sozialpädagoge, Sozialmanager, Tontechniker und Rap-Trainer) in Kooperation mit Jugendsteg e.V. Berlin, bei dem junge Flüchtlinge oder auch Jugendliche mit motorischen oder geistigen Behinderungen selbst Rap-Texte verfassen, musikalisch umsetzen und Filmclips erstellen. Das Projekt „Ausgeschlossen – Tatort Schule“ der Schule am Weserbogen (Förderschule des LWL) in Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule Löhne, bei dem drei Klassen mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung über ein Schuljahr lang einen Kriminalfilm zum Thema Mobbing erstellten. Und das Projekt „(Cyber-)Mobbing – Aufgeklärt!“ der Media To Be|M2B e.V. in Zusammenarbeit mit diversen Kooperationspartnern aus Cottbus, das kreative Filmarbeit mit Aufklärung über die riskanten Seiten digitaler Kommunikation verbindet und Schulklassen dazu anregen will, sich mit verschiedenen Formen von Mobbing auseinanderzusetzen und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Die Auszeichnung für das „Projekt von und mit Jugendlichen“ bekamen Schüler/innen dreier Berliner Schulen, die von Februar bis Juli 2014 im Nachmittagsbereich auf Smartphones und Tablets gemeinsam Musik gemacht und diese vorgeführt haben.

Medienpädagogen spielen eine wichtige Rolle

In allen Projekten spielen Medienpädagoginnen und Medienpädagogen eine zentrale Rolle. Sie sind es, die Prozesse anstoßen und voranbringen, die die Jugendlichen dazu anregen, mit Tablets in Bands zu musizieren, oder ihnen zeigen, wie sie ihre eigenen Ideen in Radiosendungen oder Filmen umsetzen können. Eine besondere Anerkennung erhielt deshalb auch das Projekt „MEDIENISTIK.DE – Innovative Unterrichtsmaterialien fürs digitale Zeitalter.“ Auf der Homepage bietet Tobias Hübner (Lehrer, Trainer, Medienpädagoge und Autor) kostenlose Unterrichtsmaterialien und Informationen für den Einsatz neuer Medien in der Schule an, mit denen alle Lehrkräfte zu Medienpädagogen werden können, um ihre Schülerinnen und Schüler dazu anleiten zu können, manipulative Tendenzen ihrer medialen Umwelt zu erkennen, zu hinterfragen und eigenständig zu beurteilen.

Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 19.02.2015
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