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12. 02. 2015

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Mehr Sicherheit im Netz

Der Safer Internet Day war ein großer Erfolg

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Am 10. Februar 2015 fand der diesjährige Safer Internet Day (SID) statt. An diesem Tag machten weltweit Aktionen und Veranstaltungen auf das Thema Internetsicherheit aufmerksam. Organisiert wird der SID in Deutschland von der EU-Initiative klicksafe, die zahlreiche Schulen, Institutionen und Medien mobilisierte.


Die Kinder und Jugendlichen, die das Internet nutzen, werden immer jünger. Klar macht es Spaß, Computerspiele zu spielen, Filme auf YouTube anzuschauen oder einfach nur durchs World Wilde Web zu surfen, doch leider lauern – wie im realen Leben – auch im Netz Gefahren. Ein großes Problem unter Jugendlichen ist heute das Cyber-Mobbing. Gemobbt wurde zwar auch schon vor 50 Jahren, aber die Möglichkeiten in der digitalen Welt, andere „fertig zu machen“, sind bedeutend größer. Mit einem „Klick“ kann man gemeine Bilder oder Sprüche übers Smartphone oder über soziale Netzwerke wie Facebook und WhatsApp rasend schnell verbreiten – überall auf der Welt.

Gerade soziale Netzwerke sind aus dem Alltag der Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Schnell ein Bild hier, eine Einladung da, ein Hinweis auf das Konzert, das man am Samstag gesehen hat – junge Menschen geben oft und gern viele persönliche Dinge preis, auch persönliche Daten. Das führt nicht selten zu ungewollter Kontaktaufnahme mit fremden Menschen, die sich in Foren und Chats als gleichaltrige Freunde ausgeben. Doch Gefahren lauern nicht nur in sozialen Netzwerken. Leicht tappen gutgläubige Jugendliche bei der Teilnahme an Gewinnspielen, Warenprobentests oder Angeboten zu Gratis-SMS in so genannte „Betrugsfallen“, oder sie bekommen im Netz viel zu leicht Zugang zu pornographischen und gewaltverherrlichenden Seiten sowie zu Inhalten, die rassistische und rechtsextreme Parolen enthalten.

Der Safer Internet Day
Um gerade junge Menschen besser auf das Internet vorzubereiten, machen auf Initiative der Europäischen Kommission am Safer Internet Day weltweit Aktionen und Veranstaltungen auf das Thema Internetsicherheit aufmerksam. Der Aktionstag, der seit 2004 an jedem zweiten Dienstag im Februar stattfindet, richtet sich mit vielfältigen Angeboten an junge Menschen, aber auch an Eltern, Lehrer, Erzieher, Jugendbetreuer und Sozialpädagogen, damit sie Jugendliche für einen kompetenten Umgang mit dem Internet sensibilisieren oder selbst als Betreiber einer Seite zu mehr Sicherheit im Internet beitragen.

International organisiert wird der Safer Internet Day vom Europäischen Netzwerk Insafe unter dem Motto „Let’s Create A Better Internet Together“ („Gemeinsam für ein besseres Internet“). Insafe verzahnt die auf nationaler Ebene laufenden Maßnahmen und Programme auf europäischer Ebene und verbessert den Austausch zwischen den Mitgliedstaaten. In Deutschland initiiert und koordiniert die EU-Initiative klicksafe die bundesweiten Aktionen zum Safer Internet Day, zusammen mit den Internet-Hotlines jugendschutz.net, internet-beschwerdestelle.de und der Nummer gegen Kummer (Helpline).

Die EU-Initiative klicksafe
klicksafe ist ein gemeinsames EU-Projekt der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) im Rahmen des Programms „Connecting Europe Facility (CEF)“. Es ist seit 2004 in Deutschland aktiv und versucht Menschen für den kritischen Umgang mit dem Internet zu sensibilisieren. klicksafe bietet auf seiner Homepage Medienerziehungstipps und Unterrichtsmaterialien und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern Schulungsmodule und Konzepte zur Aufklärung und Qualifizierung von Eltern und Lehrern. Das Portal gibt einen Überblick über aktuelle Themen, wie problematische Inhalte im Internet, Chatten, Instant Messaging oder Mobilfunk, erörtert Sicherheitsfragen, klärt über Entwicklungen, Chancen und Risiken im Netz auf und informiert über Internetbeschwerde- (Hotlines) und Beratungsstellen (Helplines).
Das in Kooperation mit dem Internet-ABC erstellte Angebot „klicksafe für Kinder“ bietet eine große Auswahl an spielerisch aufbereiteten Tipps für den Umgang mit dem World WideWeb und fördert Medienkompetenz.
Um das Thema öffentlich zu machen, schaltet die Initiative regelmäßig Spots, wie die prämierten „Wo ist Klaus?" oder „Wo lebst Du?", die im Fernsehen und Kino ausgestrahlt und auf Webseiten gezeigt werden und zahlreiche Nutzer erreichen.

„Grenzenloses Internet – Wie weit gehe ich?“
Am 10. Februar 2015 fand der diesjährige internationale Safer Internet Day statt. Auch in diesem Jahr rief klicksafe Institutionen, Stiftungen, Unternehmen, Schulen, Jugendorganisationen, Bildungseinrichtungen, Vereine und Privatpersonen dazu auf, sich an dem weltweiten Aktionstag zu beteiligen. Unter dem Thema „Grenzenloses Internet – Wie weit gehe ich?“ machten die Veranstalter darauf aufmerksam, dass es auf das Verhalten jedes Einzelnen ankommt, „auf die Selbstkontrolle beim Posten und Kommentieren, auf Empathie für das virtuelle Gegenüber und auf ‘Netzcourage‘ – das beherzte Reagieren auf z.B. Hasskommentare“. Sie forderten die Schulen dazu auf, die eigenen Werte und Grenzen des Online-Verhaltens im Unterricht zu thematisieren.

Gemeinsam mit dem Institut für digitale Ethik (IDE) an der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart entwickelte die Initiative das Unterrichtsmodul „Ethik macht klick - Werte-Navi fürs digitale Leben", das rechtzeitig zum Safer Internet Day erschien und auf der Pressekonferenz in Berlin vorgestellt wurde. Die am SID teilnehmenden Schulen erhielten zur Vorbereitung des Schwerpunkts schon vorher Auszüge aus dem Baustein „Verletzendes Online-Verhalten“ und die dazu gehörigen Arbeitsmaterialien „Netzcourage“. Im Zentrum stehen der Schutz der Privatsphäre, Cybermobbing und Gender-Sensitivität. Durch den Einsatz des neuen Unterrichtmoduls soll die Persönlichkeit der Jugendlichen gestärkt und ihnen eine wertebezogene Haltung vermittelt werden, damit sie sich in der digitalen Gesellschaft sicher bewegen können.

Neue Rekordbeteiligung
Daneben gab es noch zahlreiche andere interessante Aktionen. So suchten beispielsweise die Bremische Landesmedienanstalt, das ServiceBureau Jugendinformation und die Initiative „Tu was! Zeig´ Zivilcourage!" mit zwei Klassen aus der Berufsschule Alwin Lonke Antworten auf die Frage „Wie würde unsere Welt im Jahre 2020 aussehen? Und was müsste man heute tun, um in der Zukunft eine couragierte demokratische digitale Gesellschaft vorzufinden?“ und setzten diese szenisch um. Oder die update – Fachstelle für Suchtprävention in Bonn führte im Rahmen von „NET-PILOTEN – Durchklick mit Durchblick“ eine Aktion mit 120 Schülerinnen und Schülern des Ernst-Arend-Moritz-Gymnasiums durch, die auf die Ausbildung einer medienkritischen Haltung und zur Sensibilisierung für Medienabhängigkeit zielte.

In diesem Jahr hatte der Aktionstag eine Rekordbeteiligung: In über 100 Ländern weltweit und in rund 250 Veranstaltungen in Deutschland machten sich Initiativen, Schulen, Medien und Unternehmen für mehr Sicherheit im Internet stark und den Safer Internet Day zu einem großen Erfolg.







Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 12.02.2015
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