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24. 07. 2014

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erasmus+ steht für noch mehr Mobilität und Kooperation

Das neue Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union

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Erasmus+ ist das neue Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. Es führt die bisherigen EU-Programme für lebenslanges Lernen, Jugend und Sport sowie die europäischen Kooperationsprogramme im Hochschulbereich zusammen. Das auf sieben Jahre angelegte Programm soll Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit verbessern und die Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie der Kinder- und Jugendhilfe voranbringen.


Erasmus+ löst das Programm für Lebenslanges Lernen (2007 - 2013) ab und bündelt die bisherigen Bildungsprogramme der EU zur Förderung von Lernaufenthalten im Ausland „Erasmus" (Hochschulbildung), „Leonardo da Vinci" (berufliche Aus- und Weiterbildung), „Jugend in Aktion" (im Kontext des nicht formalen und des informellen Lernens), „Comenius" (allgemeine und berufliche Bildung einschließlich Schulbildung), „Grundtvig" (Erwachsenenbildung) und Sport (insbesondere Kooperationsprojekte und Breitensport). Die Programme sollen durch die Zusammenführung überschaubarer, leichter zugänglich und besser nutzbar werden.

Erasmus + macht Europa und die Idee der Europäischen Union durch die vielen Partnerschaften und Auslandsaufenthalte für junge Menschen erlebbar. Durch den Austausch bewährter Praxis im Bildungs- und Jugendbereich leistet es einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Bildungssysteme in Europa, fördert die europäische und internationale Bildungszusammenarbeit und unterstützt junge Menschen und Lernende dabei, beschäftigungsrelevante und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben. An Erasmus+, das am 1. Januar 2014 in Kraft getreten ist, beteiligen sich die 28 Mitgliedstaaten der EU sowie Island, Norwegen, Liechtenstein, die Türkei und die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien.

Wichtige Leitaktionen
Beabsichtigt ist im Bereich der Hochschulbildung, die Modernisierung, Internationalisierung und qualitative Verbesserung des Hochschulbereichs in Europa voranzubringen sowie die internationalen Kompetenzen, die persönliche Entwicklung und Beschäftigungsfähigkeit der Studierenden zu stärken. Die bisherigen innereuropäischen Mobilitätsmaßnahmen für Studierende und das Hochschulpersonal werden fortgeführt und durch eine Reihe neuer Maßnahmen ergänzt. So können Studierende jetzt beispielsweise bis zu 12 Monate gefördert werden. Auch können sie – mit einem zinsgünstigen Bankdarlehen – ihr gesamtes Masterstudium im europäischen Ausland absolvieren. Weiter sind die Bewerbungsverfahren vereinfacht und bürokratische Hemmnisse abgebaut worden.

Der strategische Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung ist die Strategie „Allgemeine und berufliche Bildung 2020" (ET 2020). Außerdem orientiert sich Erasmus+ an der „Strategie Europa 2020". Ziele sind unter anderen die Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität, die Verbesserung der Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung, die Förderung der Gerechtigkeit und des sozialen Zusammenhalts. Bei den Schulprojekten sollen zukünftig Themen wie die Senkung der Quote der Schulabbrecher, die Stärkung der Lesekompetenz, der Erwerb mathematisch-naturwissenschaftlicher Schlüsselkompetenzen und die frühe Bildung im Vordergrund stehen. Lehrerfortbildungen werden nicht mehr als Einzelmaßnahme gefördert, sondern als Teil eines Bündels von Fortbildungsmaßnahmen einer Schule. Möglich sind Unterrichten an einer Partnereinrichtung, Teilnahme an europäischen Fortbildungskursen und Konferenzen, Hospitationen bzw. Job-Shadowing an einer Partnereinrichtung oder an einer für die Schulbildung relevanten Einrichtung.

Unter den strategischen Partnerschaften werden die bisherigen COMENIUS-Schulpartnerschaften (ausschließlich Schulen), COMENIUS-Regio-Partnerschaften (eine Schulbehörde, eine Schule und eine weitere Einrichtung) und die Multilateralen COMENIUS-Projekte (unterschiedliche Einrichtungen mit thematischem Bezug zum Schulbereich) unter leicht veränderten Modalitäten fortgeführt.

Auch im Berufsleben werden internationale Berufserfahrungen immer öfter vorausgesetzt. Auslandsaufenthalte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung stellen deshalb eine sehr gute Möglichkeit dar, internationale Berufskompetenzen zu erwerben. Lernende, Personen in beruflichen Aus-und Weiterbildungsgängen oder Bildungspersonal können über Erasmus+ Lernaufenthalte im europäischen Ausland in Form von beruflichen Praktika, Ausbildungsabschnitten und Weiterbildungsmaßnahmen, Hospitationen oder Job-Shadowing absolvieren.

Erwachsenenbildung, Jugend in Aktion und Sport

Da Aufenthalte im Ausland auch einen Beitrag zur Professionalisierung der Weiterbildung leisten können, werden auch Mobilitätsprojekte in der Erwachsenenbildung in Form von Fortbildungskursen, Aufenthalten bei Partnern u.a. durchgeführt. Die Projekte werden von Einrichtungen der Erwachsenenbildung wie Volkshochschulen, Vereinen oder kirchlichen Trägern der Erwachsenenbildung organisiert.

Innerhalb von Erasmus+ ist „Jugend in Aktion“ das Förderprogramm für alle jungen Menschen und Fachkräfte im Bereich der non-formalen und informellen Bildung. Junge Menschen sollen über das Programm wichtige Schlüsselkompetenzen für ihre persönliche und berufliche Entwicklung erlangen und Lust bekommen, die Zukunft der EU mitzugestalten. Auch in Zukunft gibt es weiterhin Jugendbegegnungen ebenso wie den Europäischen Freiwilligendienst und Mobilitätsmaßnahmen für Fachkräfte der Jugendarbeit. Es werden auch strategische Partnerschaften unterstützt, die auf Innovationen in der Kinder- und Jugendhilfe abzielen.

Mit Erasmus+ -Aktivitäten im Bereich des Sports werden Maßnahmen gefördert, die grenzübergreifenden Bedrohungen gegen die Integrität des Sports begegnen, Sport und parallele Berufsausbildung von Leistungssportlern ermöglichen sowie freiwillige Aktivitäten und Chancengleichheit im Sport unterstützen. Auch soll ein Bewusstsein für Gesundheit und Bewegung geschaffen und eine höhere Beteiligung an sportlichen Aktivitäten erreicht werden.

Die Umsetzung des Programms
Das Programm hat eine Laufzeit von sieben Jahren und wird mit einem Budget in Höhe von etwa 14,8 Milliarden Euro ausgestattet. Vier Millionen Menschen in Europa, vor allem Schülerinnen, Schüler, Studierende, Auszubildende, Lehrkräfte und junge Freiwillige sollen bis 2020 Stipendien und Zuschüsse für einen Aufenthalt zu Lernzwecken im Ausland erhalten. Allein in Deutschland werden rund 275.000 Studierende, 150.000 Auszubildende und 130.000 junge Menschen unterstützt.

Für Erasmus+ sind in Deutschland drei nationale Behörden verantwortlich. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Kultusministerkonferenz. Vier nationale Agenturen sind für die Umsetzung zuständig: die Nationale Agentur „Jugend für Europa" für den Bereich Jugend, die Nationale Agentur im Pädagogischen Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz für den Schulbereich, die Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit beim DAAD für den Bereich der Hochschulbildung und die Nationale Agentur „Bildung für Europa" beim Bundesinstitut für Berufsbildung für den Bereich der beruflichen Bildung und Erwachsenenbildung.

Die nationale Auftaktfeier

Zur nationalen Auftaktveranstaltung am 24./25. April 2014 in Berlin waren rund 500 Gäste aus Bildungs- und Jugendpolitik, aus Fachpraxis sowie von Unternehmen und Gewerkschaften eingeladen. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka bezeichnete Erasmus+ und seine Vorgängerprogramme als „europäische Erfolgsgeschichte". Das Programm schlage Brücken zwischen Menschen, wirke über Bildungsbereiche und Ländergrenzen hinweg. Die nun finanziell deutlich bessere Ausstattung biete jungen Menschen einzigartige Angebote und Chancen, sich persönlich weiterzuentwickeln und wichtige berufliche Kompetenzen anzueignen. „Das beugt Jugendarbeitslosigkeit vor und schafft Perspektiven für die Jugend Europas", ist Wanka überzeugt.
Die nationale Auftaktveranstaltung von Erasmus+ bot über zwei Tage Gelegenheit, mit Akteuren aus dem Hochschul-, Berufs-, Erwachsenen, Schulbildungs- und Jugendbereich ins Gespräch zu kommen. In Foren und Podiumsrunden diskutierten Gäste sowie Expertinnen und Experten darüber, wie in den kommenden sieben Jahren Erasmus+ in Deutschland erfolgreich umgesetzt werden kann.




ERASMUS+ für Bildung, Jugend und Sport in der Projektedatenbank des Innovationsportals

Deutscher Bildungsserver: Mobilität und akademischer Austausch: Einrichtungen, Programme, Projekte

Deutscher Bildungsserver: Institutionen und Hilfen zur beruflichen Mobilität in Europa

 

 

 

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 24.07.2014
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