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27. 03. 2014

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Der Girls' Day wird jedes Jahr beliebter!

Girls' und Boys' Day in diesem Jahr schon im März

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Ein Mädchen verbringt den Girls' Day bei der freiwilligen Feuerwehr. Bildquelle: Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.

Seit dreizehn Jahren heißt es am letzten Donnerstag im April „Girls' Day – Mädchen-Zukunftstag“. An diesem Tag führt das größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen weltweit Mädchen ab der 5. Klasse in die Welt der „typisch“ männlichen Berufe ein. Analog dazu entstand 2011 der „Boys’ Day – Jungen-Zukunftstag“. In diesem Jahr finden beide Aktionstage wegen der Osterferien schon am 27. März statt.


Heute öffnen wieder Unternehmen, Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Dort können sie Ausbildungsberufe und Studiengänge in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennenlernen, in denen Frauen immer noch selten vertreten sind. Zu den typischen Girls' Day-Berufen zählen solche, in denen maximal 40 Prozent Frauen eine Ausbildung machen oder arbeiten. Dazu gehören beispielsweise Bauingenieurin, Informatikerin, IT-Systemkauffrau oder Schornsteinfegerin.

Der „Girls' Day – Mädchen-Zukunftstag“
Der „Girls' Day – Mädchen-Zukunftstag“ ist das größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen weltweit. Seit seinem Beginn im Jahr 2001 haben mehr als 1,3 Millionen Mädchen teilgenommen. Im Jahr 2013 suchten rund 109.000 Mädchen die 9.200 Angebote von Unternehmen und Organisationen auf. Der „Girls' Day – Mädchen-Zukunftstag“ wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Zahlreiche Partner unterstützen das bundesweite Projekt. Die Lenkungsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der Aktionspartner sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) und die Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (GFMK) begleiten das Projekt inhaltlich und organisatorisch.

Der Mädchen-Zukunftstag wird vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. auf Bundesebene koordiniert. Das Kompetenzzentrum ist für die Akquise neuer Partnerinnen und Partner in Unternehmen, Organisationen und Verbänden zuständig und erstellt die Aktionsmaterialien zur Durchführung des Girls' Day. Auch betreibt es die Homepage, über die die Mädchen, Unternehmen und Organisationen, Lehrkräfte, Arbeitskreise und Eltern über den Aktionstag und das Thema Berufsorientierung informiert werden. Rund 350 regionale Arbeitskreise unterstützen den Girls' Day zusätzlich vor Ort.

Ein Blick in die Praxis
Am Girls' Day erleben die Teilnehmerinnen in Laboren, Büros und Werkstätten, wie spannend die Arbeit dort ist. Sie gewinnen Einblicke in den Alltag der Betriebe und erproben ihre Fähigkeiten. Sie erhalten direkte Antworten auf ihre Fragen und können erste Kontakte knüpfen – oft auch zu weiblichen Vorbildern. Kiara zum Beispiel hat ihren Girls' Day in einer kleinen Schiffswerft in Hamburg verbracht und gelernt, wie Schiffe dort generalüberholt werden. Das Beste war, dass sie direkt mithelfen durfte. Mit einer großen Schleifmaschine hat sie an einem Schiff die alte Farbe abgeschliffen, es neu grundiert und gestrichen.
Miriam schnupperte in ein Softwareunternehmen hinein. Dort gab es verschiedene Berufe zu entdecken. Als „Entwicklerin“ konnte sie einen eigenen Taschenrechner programmieren, der Minus und Plus rechnen kann. Als „IT-Systemkauffrau“ musste sie IT-Produkte analysieren und Systeme installieren. Schnell war ihr klar, dass sie in diesem Beruf eine Ausbildung beginnen möchte – obwohl sie vor dem Girls' Day noch Bürokauffrau werden wollte.

Viele junge Frauen haben durch den Girls' Day schon eine Ausbildung oder einen Studiengang in ihrem Traumberuf gefunden, von dem sie vorher gar nichts wussten. Meist greifen Mädchen auf die klassischen „Frauenberufe“ zurück, weil sie über andere Berufe wenig informiert sind oder sie sich nicht zutrauen. Der Girls' Day ist eine gute Gelegenheit, neue Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln.

Der Girls' Day wird von Jahr zu Jahr erfolgreicher
Seit 2002 wird der „Girls' Day – Mädchen-Zukunftstag“ jährlich mittels einer standardisierten Befragung evaluiert. Die Ergebnisse zeigen, dass der Girls' Day von Jahr zu Jahr beliebter und erfolgreicher wird. Im vergangenen Jahr hat 95 Prozent der Mädchen der Aktionstag sehr gut oder gut gefallen. 36 Prozent der Mädchen können sich vorstellen, in dem Unternehmen oder der Organisation, wo sie den Girls' Day erlebt haben, ein Praktikum oder eine Ausbildung zu machen. Auch belegen die Evaluationsergebnisse, dass der Girls' Day positiven Einfluss auf das Image von technischen Berufen hat und die Schülerinnen tatsächlich dazu motiviert, technische, informationstechnische, handwerkliche oder naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen. Schon viele Mädchen haben durch den Girls' Day ihren Weg in einen dieser Berufe gefunden.

Doch die positive Wirkung des Girls' Day macht sich auch in den Unternehmen und Organisationen bemerkbar: Fast 30 Prozent gaben an, dass sich nach dem Aktionstag Teilnehmerinnen um ein Praktikum oder eine Ausbildung bei ihnen beworben haben, 64 Prozent davon haben die Bewerberinnen als Auszubildende und Praktikantinnen eingestellt. Und auch an den Schulen hat die genderspezifische Berufsorientierung in den letzten Jahren immer mehr an Gewicht gewonnen. Im Jahr 2004 hatten nur 21,1 Prozent der befragten Schulen eine Berufsorientierung mit besonderer Berücksichtigung genderspezifischer Aspekte im Angebot, im Jahr 2013 waren es bereits 41,4 Prozent.

Der Boys’ Day

Aufgrund des enormen Erfolgs entstand in Anlehnung an den Girls' Day im Jahr 2011 der „Boys’ Day – Jungen-Zukunftstag“. Seitdem haben mehr als 100.000 Jungen an rund 14.000 Boys’ Day-Angeboten teilgenommen. Mehr als die Hälfte der Jungen entscheidet sich für einen von zwanzig jungentypischen Ausbildungsberufen. Unter den zehn am häufigsten gewählten Ausbildungsberufen ist kein einziger Beruf aus dem sozialen, erzieherischen und/oder pflegerischen Bereich. Am Boys’ Day können Jungen Berufsfelder in Einrichtungen, Unternehmen und Organisationen kennenlernen, in denen bislang noch wenige Männer arbeiten, oder sich in Hochschulen über Studienfächer mit geringem Männeranteil informieren. Auch können sie an Workshops teilnehmen, in denen es um Berufs- und Lebensplanung, Vorstellungen von Männlichkeit(en) oder Sozialkompetenzen geht.

Jungen in „typisch“ weiblichen Berufen

Der „Boys’ Day – Jungen-Zukunftstag“ ist eine Aktion von „Neue Wege für Jungs“, das ist ein bundesweites Netzwerk und Fachportal zur Berufswahl und Lebensplanung von Jungen. Es unterstützt Initiativen, die Angebote zur Erweiterung der Berufswahl, zur Auseinandersetzung mit Rollenbildern und zum Ausbau sozialer Kompetenzen für Jungen organisieren. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Boys' Day-Initiativen werden z. B. von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Jugendämtern, Jugendeinrichtungen, (Hoch-)Schulen, Vereinen und Verbänden, Kammern, Arbeitsagenturen, Gewerkschaften, Unternehmen und Organisationen im Sozial- und Pflegesektor oder auch von Gleichstellungsbeauftragten getragen. Sie sind wesentlich daran beteiligt, dass der Boys’ Day so erfolgreich ist. Sie organisieren und koordinieren Boys’ Day-Angebote und unterstützen die Aktiven vor Ort.

Wie die Evaluationsergebnisse der vergangenen drei Jahre zeigen, erfreut sich auch der Boys’ Day bei allen Beteiligten großer Beliebtheit und hat schon viele Jungen zu neuen Berufswünschen inspiriert. Gerade der Beruf des Erziehers ist zu einem begehrten Berufsbild geworden. Das war vor Jahren noch undenkbar, und daran trägt der Boys’ Day einen großen Anteil.

Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 27.03.2014
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