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22. 01. 2013

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

„Das Gründungsziel ist erreicht“

Der Verein „Schulen ans Netz“ stellt seine Arbeit ein

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Die Initiative „Schulen ans Netz“ hat ihren Gründungsauftrag erfüllt und zum 31. Dezember 2012 ihre Arbeit eingestellt. In den gut 16 Jahren ihrer Wirkungszeit hat sie außerordentliche Projekte auf die Beine gestellt und damit Lehrenden und Lernenden den Weg in die digitale Welt geebnet.



Man kann es sich kaum noch vorstellen – aber Mitte der 90er Jahre waren die meisten Schulen in Deutschland noch nicht online, nur vereinzelt gab es hier und da Computer. Aus diesem Grund riefen das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Telekom AG gemeinsam mit den Ländern und Vertretern kommunaler Verbände 1996 den Verein „Schulen ans Netz“ (SAN) ins Leben. Sie wollten so schnell wie möglich die damals 35.000 Schulen in Deutschland mit einem Internetzugang versorgen, um den Anschluss an die digitale Welt nicht zu verpassen.

Entwicklung pädagogischer Konzepte
Nach rund fünf Jahren waren 2001 zwar alle Schulen am Netz, aber ohne didaktisch-methodische Anleitungen konnten Computer und Internet nicht genutzt werden. „Schulen ans Netz“ nahm die Herausforderung an, erstellte pädagogische Konzepte, Modellprojekte und hochwertige digitale Unterrichtsmaterialien und entwickelte sich zu einem Kompetenzzentrum für die Nutzung digitaler Medien im Schulalltag. Mit vielen Themenangeboten, Projekten, virtuellen Arbeits- und Kommunikationsplattformen, Fortbildungen und Veranstaltungen unterstützte es Lehrende und Lernende dabei, die neuen Kommunikationsformen zu erschließen und sich im Netz zurecht zu finden. Die zahlreichen von „Schulen ans Netz“ entwickelten Projekte und Angebote sind heute aus der Bildungslandschaft nicht mehr wegzudenken.

Angebote für Lehrkräfte

Im Vordergrund stand zunächst die Entwicklung digitaler Unterrichtmaterialien für Lehrerinnen und Lehrer. Das Internetportal „Lehrer-Online“ wurde eingerichtet, um Lehrkräften dabei zu helfen, die neuen Medien im Unterricht einzusetzen. Kernstück von „Lehrer-Online“ sind die unterrichtspraktischen Bereiche für die Sekundarstufen I und II, die Grundschulen und die Berufsbildung. Darüber hinaus gibt es schulformübergreifende Service- und Informationsangebote sowie Anregungen zu einer sinnvollen Mediennutzung. Ergänzend entstand „lo-net²“, die Arbeitsumgebung von „Lehrer-Online“. Bei „lo-net²“ können bundesdeutsche Schulen und Bildungseinrichtungen ihre gesamte Institution in virtuellen Arbeitsräumen abbilden, die mit modernen Instrumenten des E-Learning ausgestattet sind, und sich vernetzen. Die Einsatzmöglichkeiten reichen von der Schulorganisation bis hin zur eigentlichen pädagogischen Arbeit.

Ergänzend hat der Verein „Schulen ans Netz“ interessante Projekte zur schulischen Bildung entwickelt. „Naturwissenschaften entdecken!“ beispielsweise ist ein in Kooperation mit Lehrkräften und Wissenschaftlern erarbeitetes Lehr- und Lernangebot für die mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Fächer sowie den Geographie- und Sachkundeunterricht. Das Projekt „eTwinning“ fördert europäische Schulpartnerschaften, die über das Internet geknüpft werden.

Das Projekt „LIFT“ wurde ins Leben gerufen, um bildungsbenachteiligte Jugendliche mit Migrationshintergrund zu unterstützen. Mit Hilfe der kostenlosen webbasierten Lern- und Übungsangebote zur Sprachförderung und interkulturellen Bildung werden Jugendliche mit Themen aus der eigenen Lebenswelt an selbstständiges Lernen herangeführt.

Freie Lernorte

60 Ganztagsschulen aus dem ganzen Bundesgebiet wurden bei der Umsetzung neuer Konzepte des selbstständigen Lernens an so genannten „Freien Lernorten“ begleitet. Freie Lernorte stehen für zeitgemäßes, integratives Lernen: Sie verbinden Lernen und Freizeit, bieten Gelegenheit sowohl für individuelles als auch für Gruppenlernen und machen klassische wie neue Medien für alle verfügbar. Die Schulen des Vereins „Netzwerk Freie Lernorte“ setzten während der Projektlaufzeit eigene Ziele um und entwickeln sich auch heute im Sinne der Freien Lernorte weiter.

Projekte zur frühkindlichen und beruflichen Bildung
Auch für den frühkindlichen Bereich entwickelte „Schulen ans Netz“ Unterstützungssysteme. Bei dem Projekt „BIBER: Bildung-Beratung-Erziehung“ können alle mitmachen, die sich im Berufsfeld der Frühpädagogik informieren, vernetzen und weiterbilden möchten. Es bietet Projektbeispiele, pädagogische Anregungen, Informationen aus Praxis und Forschung und vieles mehr. Pädagogische Fachkräfte können sich (inter-)aktiv mit praxisnahen Inhalten auseinandersetzen und ihre Kompetenzen bedarfsnah weiterentwickeln. bibernetz.de unterstützt auch den Austausch in der frühkindlichen Bildung: Erzieherinnen und Erzieher aus dem gesamten Bundesgebiet können sich kennenlernen und miteinander diskutieren.

Angebote von „Schulen ans Netz“ im beruflichen Bereich sind zum Beispiel „beroobi“ und „qualiboXX“. „beroobi“ ist ein interaktives Portal zur Berufsorientierung für Schulabgänger. Hier werden Berufsbilder multimedial aufbereitet und einzelne Berufe mit Video- und Audiosequenzen, interaktiven Quizspielen und Interviews vorgestellt. Das Projekt zur Berufsvorbereitung „qualiboXX“ unterstützt das pädagogische Personal der Bildungsträger dabei, Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf mithilfe interaktiver, webbasierter Lernangebote individuell und qualifiziert zu begleiten.

Einstiegskurse für Eltern

Darüber hinaus entwickelte „Schulen ans Netz“ Angebote für Mädchen, wie das Portal „LizzyNet“. Das bis Ende 2007 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Europäischen Sozialfond finanzierte Projekt startete bereits im Jahr 2000 mit dem Ziel, Mädchen und jungen Frauen eine aktive und gleichberechtigte Teilhabe an der Entwicklung und Gestaltung der Informationsgesellschaft zu ermöglichen. Heute wird das Portal, das sich zu einer lebendigen, aktiven Community im Internet entwickelt hat, vom Verlag M. DuMont Schauberg gefördert.

Und auch Eltern bekamen Hilfe von „Schulen ans Netz“. Sie wurden an die Medienwelt ihrer Kinder herangeführt, damit sie sie zu Hause besser begleiten können. Im Rahmen des Projekts „Bildungschance Internet – Eltern ans Netz“ wurden das Format eines dreistündigen Internet-Einstiegskurses und eine Schulungsbroschüre für Eltern entwickelt. Über ein Partnernetz an Bildungseinrichtungen wurden die Kurse vor Ort angeboten und waren über eine zentrale Hotline buchbar.

Der Geschäftsbetrieb wird eingestellt
In ihrer Sitzung am 7. März 2012 hat die Mitgliederversammlung von „Schulen ans Netz“ beschlossen, nach Ablauf der erfolgreichen Projekte den Geschäftsbetrieb des Vereins zum Ende des Jahres 2012 einzustellen. Der Verein hatte sein Gründungsziel erreicht. Einige Projekte, wie etwa „Bildungschance Internet - Eltern ans Netz“ oder „LIFT“ wurden mit Beendigung der offiziellen Laufzeit eingestellt, andere wurden in privatwirtschaftliche Trägerschaften überführt und unterstützen ihre Zielgruppen bis heute. Dazu gehören „Lehrer-Online“ mit der dazugehörigen Arbeits- und Kommunikationsplattform „lo-net2“, das Portal „LizzyNet“, „Naturwissenschaften entdecken!“, „beroobi“ oder „Biber“. Auch werden die Ergebnisse vieler Projekte von anderen Einrichtungen verwertet.

Aber ‒ ob bereits ausgelaufen oder weiterhin existent ‒ für alle Projekte gilt, dass sie die Medienlandschaft rund um Schule und Bildung reicher gemacht und Lehrern, Eltern und Schülern den Übergang in die digitale Welt erleichtert haben. Ihre hohe Qualität zeigt sich auch in den vielen bedeutenden Preisen, mit denen der Verein für seine innovativen Entwicklungen ausgezeichnet wurde: die Comenius-EduMedia-Medaille und das Comenius-EduMedia-Siegel 2012 für „qualiboXX“, der Deutsche Bildungsmedien-Preis digita 2011 für „BIBER“, der Grimme Online Award 2010 für „beroobi“ sowie die UN-Weltdekade-Auszeichnung 2010 und 2009 für „Naturwissenschaften entdecken!“.








Die Projekte von „Schulen ans Netz“ in der Projektedatenbank des Innovationsportals:


Naturwissenschaften entdecken!

eTwinning - Schulpartnerschaften in Europa


LIFT: Lernen, Integrieren, Fördern und Trainieren. Webbasierte Lernangebote für Jugendliche mit Migrationshintergrund

Freie Lernorte – Raum für mehr

BIBER: Bildung-Beratung-Erziehung

Beroobi: Berufe online erleben!

qualiboXX: Individuell fördern mit digitalen Medien

Bildungschance Internet - Eltern ans Netz

 

 

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 22.01.2013
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