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15. 11. 2012

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

JOBSTARTER akquiriert Ausbildungsplätze

Programm verbessert Ausbildungsstrukturentwicklung in Deutschland

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Mit dem Ausbildungsstrukturprogramm JOBSTARTER fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine umfassende Initiative zur Verbesserung der Ausbildungsplatzsituation von Jugendlichen. Seit 2006 sind über 280 innovative Projekte an den Start gegangen, mit denen rund 60.000 Ausbildungsplätze akquiriert werden konnten.


Das Programm JOBSTARTER fördert anhand eines regionalen und unternehmensorientierten Ansatzes seit 2006 Projekte, die zusätzliche betriebliche Ausbildungsplätze vor Ort schaffen. Durch eine engere Kooperation benachbarter Akteure wird die regionale Verantwortung in der beruflichen Bildung gestärkt und ein Beitrag zur Strukturentwicklung in den Regionen geleistet. Unterstützt wird das Programm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bis 2013 mit 125 Millionen Euro, darunter sind auch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds.
Insgesamt werden über 280 innovative Projekte gefördert, die schon rund 60.000 Ausbildungsplätze akquiriert haben. Dabei sind auch viele grenzüberschreitend ausgerichtete Bildungskooperationen und Ausbildungsverbünde.

Umsetzung durch vier Regionalbüros
Koordiniert und umgesetzt wird JOBSTARTER von der Programmstelle beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Zusätzlich informieren vier Regionalbüros in Hamburg, Nürnberg, Berlin und Düsseldorf über die Förderbedingungen, begleiten die geförderten Projekte, beraten potenzielle Antragsteller, unterstützen die Akteure in regionalen Ausbildungsstrukturen und gewährleisten eine Vernetzung der beteiligten Partnerinstitutionen. Sie richten auch Workshops, Fachveranstaltungen und Konferenzen aus, dokumentieren und sichern die Ergebnisse und arbeiten an der programmbezogenen Öffentlichkeitsarbeit mit. Damit übernehmen sie eine wichtige „Brückenfunktion“ für die zentrale Programmstelle in Bonn, die Projekte und die Ausbildungsinitiativen auf der regionalen Ebene.

Die Projekte bei JOBSTARTER
Seit Beginn des Programms im Jahre 2006 sind insgesamt 287 regionale JOBSTARTER-Projekte in fünf Förderrunden an den Start gegangen. Die Mehrzahl ist bereits abgeschlossen, aktiv sind vor allem noch diejenigen, die in der fünften Förderrunde begonnen haben.
Die inhaltliche Arbeit der Projekte ergibt sich aus den in der jeweiligen Förderrunde genannten Themenschwerpunkten. So gibt es eine Reihe so genannter KAUSA-Projekte. KAUSA steht für „Koordinierungsstelle Ausbildung bei Selbstständigen mit Migrationshintergrund“, wurde 1999 gegründet und ist seit 2006 Teil des Ausbildungsstrukturprogramms JOBSTARTER. Vorrangige Aufgabe von KAUSA ist es, die Idee der betrieblichen Berufsausbildung bei den Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationshintergrund zu stärken und dort Ausbildungsplätze zu akquirieren.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden Projekte, die die neuen Handlungsspielräume des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) modellhaft erproben, zum Beispiel die Teilzeitberufsausbildung. Diese – seit 2005 im BBiG verankert – eröffnet jungen Menschen mit Familienverantwortung eine realistische Perspektive auf eine qualifizierte Berufsausbildung. Die zugehörigen Projekte im Rahmen des JOBSTARTER-Programms leisten erfolgreiche Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit in den Betrieben und bei den Auszubildenden, um die Teilzeitausbildung zu bewerben. Projektdurchführende sind Kammern, kommunale und regionale Einrichtungen, Bildungsdienstleister und Betriebe.
Andere Projekte beschäftigen sich mit der Gründung von Ausbildungs-Stiftungen oder setzen sich für die Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft sowie eine bessere Vernetzung der relevanten Akteure des regionalen Ausbildungsgeschehens ein.

Mit Hilfe all dieser Vorhaben konnten bisher 60.651 Ausbildungsplätze geschaffen werden, in die bislang 41.640 Auszubildende vermittelt wurden (Stand: 20.07.2012). Die Gesamtzahl aller Ausbildungsplätze schließt knapp 3.000 schulische Plätze mit ein, die neu eingerichtet werden konnten. Dabei entsprechen 61 Prozent aller akquirierten Ausbildungsplätze dem JOBSTARTER-spezifischen Kriterium der „Zusätzlichkeit“. Das heißt, dass in den betroffenen Ausbildungsbetrieben zuvor nicht ausgebildet wurde oder im Jahr des Ausbildungsbeginns mehr Auszubildende beschäftigt sind als im Durchschnitt der letzten drei Jahre.

Die fünfte Förderrunde

Die 46 JOBSTARTER-Projekte der laufenden fünften Förderrunde haben im ersten Quartal 2010 ihre Arbeit begonnen. Der Fokus dieser letzten Runde liegt auf einer nachhaltigen Fachkräftesicherung durch betriebliche Ausbildung, europäischer Öffnung und der gesteigerten Attraktivität dualer Berufsausbildung. Daraus ergeben sich eine Reihe an Projekten, die Ausbildungsplätze in neuen Berufen und Zukunftsbranchen wie den Erneuerbaren Energien akquirieren und Anschlussfähigkeit und Flexibilität durch zusätzliche Qualifikationsmöglichkeiten schaffen wollen. Andere widmen sich erneut Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationshintergrund, weil die Ausbildungsbeteiligung hier noch unterdurchschnittlich ist. Auch die Förderung von Stiftungen in der beruflichen Bildung wie der Verbundausbildung spielt noch einmal eine wichtige Rolle, ebenso die Einrichtung von Teilzeit-Ausbildungsplätzen.

Ergebnisse: Regionale Strukturverbesserung der dualen Ausbildung

Insgesamt haben die Initiativen des JOBSTARTER-Programms in den vergangenen Jahren wesentliche bildungspolitisch relevante Veränderungen erzielt: Sie haben regionale Netzwerke zwischen allen relevanten Akteuren regionaler Ausbildungsmärkte geknüpft und sich damit als wegweisend für die Weiterentwicklung der Governance-Strukturen im Bereich des regionalen Ausbildungsmanagements erwiesen. Sie haben Stiftungen gegründet, Netzwerke in rechtlich geordnete Strukturen überführt und Finanzierungskonzepte für die Netzwerkarbeit erarbeitet. Außerdem haben sie erreicht, dass sich neue gesellschaftliche Gruppen (z.B. Migrantenorganisationen) im Bereich der beruflichen Bildung engagieren, und sie haben das Ausbildungsspektrum nachhaltig verbreitert, indem sie zusätzliche Berufe an Berufsschulen eingeführt oder duale Studiengänge eingerichtet haben. Damit hat JOBSTARTER insgesamt ganz wesentlich dazu beigetragen, das System der beruflichen Bildung an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen und es flexibler und innovativer zu gestalten.

Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 15.11.2012
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