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18. 09. 2012

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Eine „Standleitung“ nach Deutschland

Das „Alumniportal Deutschland“

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Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH (damals InWEnt gGmbH) haben im Jahr 2008 sechs deutsche Organisationen der internationalen Zusammenarbeit ihre Alumnitätigkeiten zusammengelegt und das soziale Netzwerk „Alumniportal Deutschland“ gegründet. Das Portal bietet Menschen, die in Deutschland studiert, geforscht, gearbeitet oder sich weitergebildet haben, nach der Rückkehr in ihr Heimatland die Möglichkeit, ihre Kompetenzen und Kontakte zu sichern und auszubauen.



Viele Tausend Menschen aus aller Welt haben in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland gelebt, gearbeitet oder studiert. Sie denken noch gern an diese Zeit zurück, haben aber im Lauf der Jahre den Bezug zum Land verloren und nach und nach auch die deutsche Sprache verlernt.
Das soll mit Hilfe des Alumniportals anders werden. Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH haben im Jahr 2008 sechs deutsche Organisationen aus dem Bereich der internationalen Zusammenarbeit ihre Alumnitätigkeiten zusammengelegt und das kostenlose soziale Netzwerk „Alumniportal Deutschland“ gegründet. Dazu gehören die Alexander von Humboldt-Stiftung, das Centrum für internationale Migration, der DAAD, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und das Goethe-Institut. Weitere Organisationen stehen dieser Kooperation als strategische Partner zur Seite. Finanziert wird die Arbeit rund um das Portal vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Veranstaltungen in der ganzen Welt

„Bekannt gemacht wurde und wird das Portal auf der ganzen Welt durch zahlreiche kleine, aber auch große Veranstaltungen, auf denen zum Teil auch die deutschen Botschafter der jeweiligen Länder sprechen“, berichtet Christian Poschmann von der GIZ, Chef-Contentmanager des Portals. Durch diese Veranstaltungen werden Zehntausende erreicht. „Der älteste Alumni, der sich gemeldet hat, hat in den 50er Jahren in Deutschland studiert“, erzählt Christian Poschmann. Neben ihm sind bei der GIZ Sabine Olthof als Gesamtprojektleiterin und Alexander Grovenhorst als Chef-IT-Administrator für das Projekt zuständig. Außerdem arbeiten noch Mitarbeiter aus den verschiedenen Partnerinstituten an dem Projekt mit. Mit einer Multiplikatorenstruktur wird das Portal in den Ländern vertreten. 

Angefangen haben die Betreiber des Portals mit Veranstaltungen in Afrika, Asien und Lateinamerika. „Und dann war ziemlich schnell die ganze Welt dabei“, freut sich Poschmann. Die Veranstaltungen und das Portal stoßen bei den Alumni in der ganzen Welt auf ein sehr großes Interesse. Die meisten freuen sich über die Gelegenheit, den Kontakt zu Deutschland wiederherzustellen. Das Alumniportal bietet ihnen, Menschen, die in Deutschland studiert, geforscht, gearbeitet oder sich weitergebildet haben, nach der Rückkehr in ihr Heimatland die Möglichkeit, ihre interkulturellen, sprachlichen und fachlichen Kompetenzen und Kontakte zu sichern, auszubauen und für ihre persönliche und berufliche Entwicklung zu nutzen. Angesprochen werden auch diejenigen, die über eine deutsche Organisation im Ausland aus- oder weitergebildet wurden. Das Portal ist somit ein Angebot für alle Alumni, egal an welcher Hochschule sie studiert haben oder ob und von welcher Organisation sie gefördert wurden.

Die „Infothek“

Inhaltlich ist das Portal in die beiden Bereiche „Community“ und „Infothek“ gegliedert. In der „Infothek“ finden die Alumni einen ausführlichen weltweiten Veranstaltungskalender, Informationen über Weiterbildungen, eine sehr umfangreiche Liste über existierende Alumninetzwerke in aller Welt, Tipps und Infos rund um die deutsche Sprache sowie interessante Meldungen und News aus Deutschland. Im Vordergrund der „Infothek“ stehen Rubriken, die im Wesentlichen aus den Bereichen der Zusammenarbeit mit den Alumni entstanden sind, wie Kultur, Gesellschaft, Deutsche Sprache, Bildung, Wissenschaft & Forschung und Wirtschaft. Sie informieren über Aktuelles, empfehlen die neueste Literatur und Theateraufführungen, berichten über relevante Forschungen oder gesellschaftspolitische Themen, über Bachelor- und Masterstudiengänge an den Hochschulen oder die Vorbereitung auf die Fußball-EM. Sie enthalten aber auch Landestypisches und Informationen über deutsche Traditionen wie das Oktoberfest oder Ostern. „Es werden regelmäßig neue Beiträge von unseren Fachredakteuren online gestellt“, berichtet Christian Poschmann. Sie sollen die Verbindung der Alumni zu Deutschland pflegen und aufrechterhalten. Dabei ist es ist nicht immer leicht, die heterogenen Gruppen zusammenzuführen. „Alle Inhalte sind bewusst nur auf Deutsch und Englisch gehalten“, ergänzt der Contentmanager. Auch wenn die Nachfragen nach anderen Sprachen manchmal laut werden ― es geht in dem Portal um Deutschland und den Bezug zu Deutschland, und alle Alumni können mehr oder weniger gut Deutsch. Das ist das ihnen Gemeinsame, das gefördert werden soll. Für alle, die ihr sprachliches Handwerkszeug aufrüsten müssen, gibt es „Deutsch auf die Schnelle“ oder einen erweiterten Wortschatz. Die Sprachangebote des Portals liegen unterhalb der Lernebene und bieten einen ungezwungenen Zugang zur Sprache.

Die „Online-Community“
Das „Herzstück“ des Portals ist die „Online-Community“, in der jeder registrierte Nutzer mit anderen Alumni sowie mit Organisationen, Unternehmen, Hochschulen und Netzwerken weltweit in Kontakt treten kann. Auf einer persönlichen Startseite kann man ein Profil anlegen, sehr hilfreich und sinnvoll, wenn man ein interessanter Kontaktpartner für Andere sein möchte. Anschließend hat man die Möglichkeit, nach Namen, Ländern oder Stichwörtern zu suchen, um interessante Personen und Informationen zu finden. Unter „Mitglieder" kann man gezielt nach interessanten Kontakten recherchieren, wenn man auf „Als Kontakt hinzufügen“ klickt, sendet man eine Kontaktanfrage an eine bestimmte Person.
Die bei der Registrierung und im Zuge der Portalnutzung eingegebenen Daten bleiben unter individueller Kontrolle. Jeder bestimmt selbst, welche angemeldeten Nutzer welche Informationen sehen können. Suchmaschinen und nicht angemeldete Benutzer haben keinen Zugang zu den Seiten mit persönlichen Daten.

In interaktiven Blogs und Foren kann man sich auch über die redaktionellen Beiträge aus der „Infothek“ austauschen. Jemand, der zum Beispiel in der Rubrik „Wirtschaft“ einen interessanten Artikel liest, kann zu diesem Thema eine Gruppe bilden und anschließend mit Gleichgesinnten darüber diskutieren. Die Fachredakteure bzw. Autoren der Artikel begleiten ihre Beiträge fünf, sechs Wochen lang und moderieren die Foren in dieser Zeit.

Eine weitere Besonderheit sind die so genannten Webinare. Fachkräfte aus internationalen Bereichen halten zu bestimmten Themen, wie zum Beispiel erneuerbare Energien, Vorträge vor einer webcam. Interessierte können sich einloggen, zuhören, direkt antworten und mit den Referenten und den anderen Beteiligten ins Gespräch kommen. Verpasst man den Vortrag, kann man auch später in den Foren noch zu dem Thema Stellung nehmen, dann aber ohne Anwesenheit des Referenten.

Unternehmen werben für Fachkräfte
Auch Unternehmen, Organisationen, Verbände und Hochschulen, die Kontakt zu Deutschland-Alumni halten oder herstellen möchten, können sich auf dem Portal registrieren. Sie finden hier Experten und Fachkräfte, können Jobs anbieten, netzwerken, sich präsentieren und ihre Veranstaltungen bekannt geben. „Zurzeit sind gut 1.100 Organisationen registriert, die im Ausland nach Fachkräften suchen“, weiß Christian Poschmann. Viele Alumni haben über das Portal schon eine Anstellung gefunden.

Eine „Standleitung“ nach Deutschland
Insgesamt gibt es beim „Alumniportal Deutschland“ aktuell rund 54.000 registrierte Mitglieder, 1.180 angemeldete Unternehmen, mehr als 270 beteiligte Organisationen und Hochschulen, 230 aktuelle Jobangebote, 3.220 Karriereprofile, über 800 Gruppen und rund 1.400 Blogs. „Mit all diesen Funktionen soll die Verbindung nach Deutschland aufrecht erhalten werden. Die Anzahl der interaktiven Nutzer steigt. Viele trauen sich erst nicht, eigene Beiträge zu erstellen und müssen sich zunächst an das Medium gewöhnen“, berichtet der Contentmanager.

Die Idee, von der sich das Portal leiten lässt, ist die Vernetzung der Alumni über fachliche und kulturelle Grenzen hinweg, um ein breites wirtschaftliches Wachstum und die Entwicklung offener Gesellschaften zu fördern. Das Portal versteht sich als eine moderne Form der internationalen Zusammenarbeit und bietet ein ideales Forum für den Austausch von Nord und Süd.

Das „Alumniportal Deutschland“ ist eine „Standleitung“ nach Deutschland, zu Alumni in aller Welt und nicht zuletzt auch zu Unternehmen und Organisationen, die ein Interesse an Kooperation und Vernetzung haben.

 

 

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 18.09.2012
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