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24. 08. 2012

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Den Nachwuchs fördern

Die Klaus Tschira Stiftung entfacht Begeisterung für Naturwissenschaften

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Die Klaus Tschira Stiftung fördert das Interesse an Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik in Kindergarten, Schule und außerschulischem Umfeld, unterstützt Forschungsprojekte und ihre Nachwuchswissenschaftler und widmet sich der Verbesserung der Kommunikationskompetenz von Wissenschaftlern.

 

Ende Juni 2012 konnte in Mannheim wieder nach Herzenslust experimentiert werden. Vom 20. bis 24. Juni 2012 fanden im Mannheimer Luisenpark die siebten naturwissenschaftlichen Erlebnistage „Explore Science“ der Klaus Tschira Stiftung statt. Unter dem diesjährigen Motto „Mathematik mal anders!" zogen zahlreiche Mitmachstationen, Experimentalvorträge, Musik und Shows auf den Bühnen über 56 000 Besucher in ihren Bann und zeigten ihnen, wie spannend und abwechslungsreich Mathematik sein kann.

Die Stiftung
„Explore Science“ ist eins von zahlreichen Projekten, mit denen die Klaus Tschira Stiftung Neugier und Begeisterung für die Welt der Naturwissenschaften bei Kindern und Jugendlichen wecken und fördern möchte. Kinder sind von Natur aus sehr fasziniert von Naturphänomenen. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder in diesem Interesse so früh wie möglich zu bestärken.
Die gemeinnützige Stiftung wurde 1995 von dem Physiker Klaus Tschira gegründet. Sie gehört zu den größten gemeinnützigen Stiftungen Europas, die mit privaten Mitteln ausgestattet wurden. Sitz der Stiftung ist die Villa Bosch in Heidelberg. Klaus Tschira hat in den siebziger Jahren mit seinen Kollegen Dietmar Hopp, Hasso Plattner, Clause Wellenreuther und Hans-Werner Hector die Softwarefirma SAP Systemanalyse und Programmentwicklung ins Leben gerufen, die sich zu Europas größtem Softwarekonzern entwickelt hat. In den neunziger Jahren konzentrierte sich der promovierte Physiker auf sein zweites großes Werk, die Gründung seiner Stiftung.

Stiftung fördert drei Bereiche
Die Stiftung fördert das Interesse an Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik in Kindergarten, Schule und außerschulischem Umfeld, unterstützt Forschungsprojekte und ihre Nachwuchswissenschaftler und widmet sich der Verbesserung der Kommunikationskompetenz von Wissenschaftlern. In diesen drei Förderschwerpunkten hat die Stiftung eine Reihe eigene Projekte initiiert, nach Antrag und Begutachtung aber auch Fördermittel an wissenschaftliche und gemeinnützige Einrichtungen ― nicht an Privatpersonen ― vergeben.
Seit ihrer Gründung hat die Stiftung mehr als 200 Millionen Euro Fördermittel in zahlreiche Projekte investiert. Dazu gehören zum Beispiel die „Tschira-Akademie für junge WissensSchaffer", bei der Schüler/-innen zu Forschern werden: Ausgestattet mit professioneller Ausrüstung gehen sie wie echte Biologen auf Exkursionen, studieren das heimische Ökosystem, experimentieren im Labor und können bei Ausgrabungen und Forschungen, zum Beispiel im Zoo, selbst Hand anlegen. Oder die „MachmitWerkstatt Minima“, die im Rahmen des Projekts „Kinder und Erwachsene entdecken gemeinsam Mathematik" der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe eingerichtet wurde und vier- bis achtjährigen Kindern einen alters- und entwicklungsgerechten Einstieg vermitteln will.
Zu einem der Forschungsprojekte, die die Stiftung unterstützt, zählt das Projekt „Neuartige Kontrollarchitektur für humanoide Roboter“ von Prof. Dr. Raúl Rojas, Fachbereich Mathematik und Informatik, an der Freien Universität Berlin. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts werden humanoide Roboter entwickelt, die Menschen hinsichtlich ihres Körperbaus ähneln, so dass man zum einen mit ihnen experimentieren kann, um motorische Fähigkeiten von Menschen besser zu verstehen. Zum anderen können mögliche Gestalten für Service-Roboter der Zukunft erprobt werden.

Die geförderten Projekte des dritten Schwerpunkts konzentrieren sich auf die Verbesserung der Kommunikationskompetenz von Wissenschaftlern. Damit Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik wertgeschätzt werden, müssen Forscher sich verständlich ausdrücken können und zum Dialog bereit sein. In diesem Sinne unterstützt die Stiftung sowohl die Erarbeitung als auch die verständliche Darstellung von Forschungsergebnissen. Projekte wie die „Tagung der Nobelpreisträger in Lindau 2011“ oder den „Alpha Galileo Service“, ein von der Alpha Galileo Foundation betriebenes Pressezentrum für Forschungsnachrichten, das die Medien der Welt mit Neuigkeiten aus Europa versorgt. Mit den Fördermitteln der Klaus Tschira Stiftung soll gewährleistet werden, dass die Forschungsergebnisse auch in deutscher Sprache zugänglich sind.

Eigene Projekte
Neben den „Explore Science“, die seit 2006 jedes Jahr zu anderen naturwissenschaftlichen Themen einladen, entwickelt die Stiftung auch eine ganze Reihe hochinteressante eigene Projekte, die sie zum Teil mit Partnern realisiert. Die „Forscherstation“ zum Beispiel, das Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für frühe naturwissenschaftliche Bildung. Dieses wurde 2009 von der Klaus Tschira Stiftung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg eingerichtet. 2012 wurde aus dem Projekt eine selbstständige gGmbH und ein An-Institut der PH Heidelberg.
Nach dem Motto „Mit Kindern die Welt entdecken“ werden hier Erzieher/innen sowie Grundschullehrkräfte fortgebildet, um im Rahmen ihrer täglichen Arbeit gemeinsam mit den Kindern Naturphänomene zu beobachten und zu erforschen. Sie lernen, Kinder nicht zu belehren, sondern sie eigenständig die Natur um sich herum entdecken zu lassen. Das Forschen, Erkunden und Experimentieren im Alltag steht im Vordergrund. Darüber hinaus bietet die „Forscherstation“ eine große Materialbibliothek, aus der sich Erzieher/innen und Grundschullehrkräfte Experimentierkisten ausleihen können.
Das Projekt wird umfassend wissenschaftlich begleitet und evaluiert und strahlt mittlerweile schon weit über die Grenzen Heidelbergs auf das gesamte Bundesgebiet aus.
Neu ist das Projekt „Jugend präsentiert“: Schüler/-innen lernen, den Unterricht mitzugestalten – insbesondere in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern. Kooperationspartner der Klaus Tschira Stiftung ist die Initiative Wissenschaft im Dialog.

Und auch in den anderen beiden Bereichen stellt die Stiftung interessante Projekte auf die Beine. Darunter sind die „GIS-Station“, das Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für digitale Geomedien an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, das den Einsatz von digitalen Geomedien im Unterricht fördert. Das NaWik (Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation) wurde am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gegründet, um Studierende und Wissenschaftler in Wissenschaftskommunikation zu unterrichten. In Unterrichtseinheiten werden Kommunikationskompetenzen vermittelt - vom Schreiben eines verständlichen Textes bis zum öffentlichen Präsentieren der Forschungsergebnisse.

 

 

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 24.08.2012
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