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21. 07. 2011

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

„Wir schenken ihnen unsere Zeit“

Die Henry Maske Stiftung unterstützt sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche

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Das Logo der Henry Maske Stiftung

Der ehemalige Boxweltmeister Henry Maske hat eine Stiftung ins Leben gerufen, die sich um sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmert. Die Stiftung „A Place for Kids“ unterstützt viele Projekte, in denen die jungen Menschen mehr Selbstvertrauen bekommen und lernen, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen. Das Herzstück der Stiftung ist die PerspektivFabrik in Brandenburg.


Unbeschwert tobt eine Gruppe Kinder und Jugendlicher am Beetzsee herum. Sie verbringen in diesem Sommer eine Woche lang einen „Adventure-Urlaub für Teens“ in der PerspektivFabrik – Haus am See in Brandenburg. Für viele ist es das erste Mal, dass sie im Urlaub sind. Sie wohnen zusammen mit anderen Jugendlichen in Ferienhäusern und absolvieren ein abwechslungsreiches Programm, zu dem Klettern, Kanu fahren, Wasserski und andere Sportarten, Kreativprogramme, kleinere Bauprojekte, Naturbegehung und andere gehören.

Die Henry Maske Stiftung
Die PerspektivFabrik ist das Kernstück der Henry Maske Stiftung „A Place for Kids“, die 1999 als Verein in Kooperation mit der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen (DVJJ e.V.) gegründet wurde. Der ehemalige Boxweltmeister Henry Maske selbst betrachtete es „als das größte Glück seiner Karriere“, durch den Boxsport „nicht nur früh das gefunden zu haben, was mich begeisterte, sondern auch die Menschen, die mir halfen, meine Ziele zu verwirklichen“. Dieses Glück möchte er gerne an Kinder und Jugendliche weitergeben, die in ihrem Leben bisher nicht allzu viel Glück hatten.

Nach dem Motto „Vorbeugen ist besser als heilen“, unterstützt er mit seiner Stiftung sozial benachteiligte und gefährdete Kinder und Jugendliche in Deutschland. Verschiedene Projekte mit Bildungs-, Ausbildungs- und Sozialisationsangeboten, mit Sport und Musik, mit Freizeit- und kulturellen Aktionen sowie präventiven Betreuungsangeboten sollen als Anlaufstelle fungieren, in der die Kinder und Jugendlichen lernen, sich und anderen zu vertrauen, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen und in denen sie Perspektiven für ihr Leben entwickeln können. Dabei orientieren sich die Projekte an den Bedürfnissen vor Ort. So gibt es beispielsweise berufsvorbereitende Projekte zur Vermittlung von handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten wie die Lernwerkstatt in Gerswalde, offene Jugendeinrichtungen in sozialen Brennpunkten wie das Jugendzentrum in Köln-Dünnwald, Maßnahmen und Kurse zur Aus- und Weiterbildung und Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt. Dazu gehören auch pädagogisch betreute Freizeiten und Gruppenfahrten sowie Sportprojekte zur Gewaltprävention. Darunter fallen beispielsweise soziale Trainingskurse für straffällig gewordene Jugendliche in Dortmund, die Einrichtung von Sport und Fitnessräumen in Sachsen-Anhalt, die Unterstützung erlebnis- und bewegungspädagogischer Maßnahmen in Herne und viele andere mehr. In diesen Projekten erfahren junge Menschen ihre Chancen und Grenzen und bekommen Mut und Bestätigung für ein aktives Leben innerhalb der Gesellschaft.

Die PerspektivFabrik
Um einen zentralen Ort zu haben, an dem man diese Fähigkeiten und Kompetenzen vermitteln kann, hat sich die Henry Maske Stiftung mit dem Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) Ostwerk e.V. Landesverband Berlin zusammengetan und vor einigen Jahren die PerspektivFabrik gGmbH gegründet. Die Fabrik ist ein Ort, wo bedürftige Kinder und Jugendliche aus der Region und dem gesamten Bundesgebiet lernen, ihr Leben sinnvoll zu gestalten, Selbstwertgefühl zu entwickeln und Talente zu entdecken und einzusetzen. Henry Maske glaubt, dass Kinder und Jugendliche grundsätzlich motiviert sind zu lernen: „Uns geht es nicht um Zwangsbeglückung. Wir sind nicht so überheblich zu glauben, dass wir Jugendlichen, mit denen wir ein oder zwei Wochen gemeinsam verbringen, ein neues Leben schenken können. Oder ihnen Ausbildungs- und Arbeitsplätze besorgen können. Nein, das liegt nicht in unserer Macht. Was wir wollen und können, ist, den Jugendlichen unsere Zeit zu schenken. Zeit, in der wir ihnen zuhören, mit ihnen reden. Zeit, in der wir versuchen, sie zu verstehen. Zeit, in der wir ihnen ein wenig auf die Sprünge helfen, sich selbst und ihre Talente zu entdecken.“

Das Angebot der PerspektivFabrik
Das Haus am Beetzsee, nördlich der Stadt Brandenburg, besteht aus einem Haupthaus und elf Bungalows. Erweitert wurde diese Anlage um zehn ökologische Strohballen-Bungalows für vier bis acht Jugendliche, zehn Alaskahütten für bis zu zehn Kinder und eine Sport- und Eventhalle. Für die Kinder- und Jugendarbeit sind somit ausreichend Schlafmöglichkeiten und zahlreiche Gruppenräume entstanden. Es gibt ein ganzjähriges Angebot hauptsächlich für die Kinder aus der Region und interessante Camps in den Ferien, die von jungen Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet besucht werden. Das Kidscamp für Jüngere: „Robin Hood und die fröhlichen Gefährten im Mittelalter“ beispielsweise, „Sport- und Erlebnisurlaube“ oder „Outdoor für Kids“ werden vor allem in den Sommerferien angeboten. Hier können die jungen Menschen in vielen Bereichen ihre Stärken und Begabungen entwickeln, so im Rahmen der vielfältigen Sport- und Freizeitangebote. Möglich sind Surfen, Wasserski, Boxen, Fußball, Basketball, Kanu fahren und anderes. Darüber hinaus gibt es Erlebnispädagogik wie Klettern oder Geo-caching. In Tanz- und Theaterseminaren sowie Musik- und Kunstkursen können die Jugendlichen ihre Kreativität erproben und entwickeln. Hinzu kommen Trainings wie Persönlichkeitstrainings, Konfliktmanagement, Bewerbungstrainings oder aber auch IT- und Computerkurse.

„Ein Platz an der Sonne“
In diesem Jahr stellte die Stiftung gemeinsam mit der ARD-Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ Plätze für sozial benachteiligte Schulkinder aus Cottbus und Umgebung zur Verfügung. Ihre Familien können sich keine Extras wie Urlaub leisten. Ausgewählt wurden die Mädchen und Jungen auf Vorschlag von Kindereinrichtungen, Jugendämtern oder Wohlfahrtsverbänden. Für einige der Kinder im Alter zwischen zehn und dreizehn Jahren war es die erste Reise überhaupt.

Im Rahmen des Sportcamps, das vom 09. bis zum 16. Juli 2011 stattfand, erschien Henry Maske dann auch persönlich. Nachdem er am 13. Juli einen exklusiven Fotoworkshop mit dem international gefragten Fotografen Oliver Mark veranstaltete, besuchte Henry Maske dann am 15. Juli 2011 die PerspektivFabrik gemeinsam mit dem ehemaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Sie gaben den Kids Hilfestellung beim Klettern, zeigten sich sportlich, „dribbelten“ einen Tag lang mit und stellten sich später den vielen Fragen der neugierigen Kids.

Die Partner sind am wichtigsten!
„Zur Verwirklichung dieser tollen Projekte spielen die Partner eine große Rolle“, betont die Geschäftsführerin der Stiftung, Cornelia Reh. Die Henry Maske Stiftung finanziert sich ausschließlich aus Spendengeldern und verfügt über keinerlei staatliche bzw. öffentliche Fördermittel. Unternehmen, Einzelpersonen und Kooperationspartner ermöglichen es den Kindern und Jugendlichen, dort ihre Zeit zu verbringen. Mit einer Spende von 160 Euro beispielsweise kann man einem Kind einen einwöchigen Besuch in der PerspektivFabrik schenken. Und natürlich ist es auch eine große Hilfe, dass so viele Politiker, Künstler und andere Prominente die Projekte der Henry Maske Stiftung mit ihrer Anwesenheit unterstützen



Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 21.07.2011
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