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24. 11. 2009

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Minimaler Mehraufwand

Ausbildungsintegrierendes Fernstudium ausgezeichnet

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Gebäude der Euro-FH und des ILS in Hamburg

Fernlernen wird immer beliebter. Von Zuhause können Bildungsabschlüsse nachgeholt und Weiterbildungsziele erreicht werden, ohne dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer täglich in eine Schule, ein Institut oder eine Hochschule gehen müssen. Diese suchen sie nur zu wenigen Präsenzseminaren oder Prüfungen auf. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Teilnehmer die Lernzeit selbst bestimmen können. Sie lernen per Studienbrief und Internet und werden dabei digital oder via Telefon von Tutoren betreut. Dies ist gerade für Berufstätige attraktiv. Auch wenn der Fernunterricht bzw. das Fernstudium von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr viel Disziplin verlangt – die Lernzeiten fallen in den Abend und auf das Wochenende –, so ist es für viele aufgrund seiner flexiblen Struktur die beste Lösung, da die Weiterbildung keine Unterbrechung im Beruf erfordert.

Wirtschaftswissenschaftliche Lehrgänge und Fernstudien bevorzugt
Nach der Fernunterrichtsstatistik des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) in Bonn wächst die Zahl der Männer und Frauen, die sich jährlich für den Fernunterricht entscheiden. Rund 348.000 Menschen in Deutschland haben sich im Jahr 2008 auf diese Weise fortgebildet. Davon waren 70.000 an einer Fernhochschule eingeschrieben.
Besonders begehrt sind Lehr- und Studiengänge zu Wirtschaftsthemen. Allein 24 Prozent der Angebote widmen sich Themen aus der Wirtschaft, gefolgt von denen zu Schulabschlüssen und Gesundheitsthemen. Immer beliebter werden auch Fernstudiengänge mit staatlichen Abschlüssen zum Betriebswirt, Techniker oder Übersetzer sowie Sprach- und EDV-Lehrgänge.

Vielfältiges Angebot
Bundesweit gibt es 349 Fernschulen und -hochschulen, die rund 2.456 Lehr- und Studiengänge im Programm haben. Zahlreiche Hochschulen bieten angesichts der steigenden Nachfrage Fernstudiengänge an, die zum Bachelor und Master führen. Die einzige öffentlich-rechtliche Fernuniversität im deutschsprachigen Raum ist die FernUniversität in Hagen. Sie wird bis zum Sommersemester 2012 insgesamt 13 neue Regionalzentren eröffnen, um die studentische Betreuung bundesweit noch zu verbessern. Auch in Hagen liegt der Schwerpunkt auf den wirtschaftswissenschaftlichen Fächern. 40 Prozent der rund 66.000 Studierenden sind am Institut für Wirtschaftswissenschaftliche Forschung und Weiterbildung (IWW) der Universität eingeschrieben.

Daneben gibt es viele private Anbieter wie die Akademikergesellschaft für Erwachsenenfortbildung mbH (AKAD) oder die GRUNDIG AKADEMIE. Mit über 200 staatlich zugelassenen Fernlehrgängen, mehr als 700 Tutoren, Studienleitern und Mitarbeitern sowie rund 75.000 Studienteilnehmern ist das 1977 gegründete Institut für Lernsysteme GmbH (ILS) in Hamburg die größte Fernschule Deutschlands. Sie gehört ebenso wie die Studiengemeinschaft Darmstadt, die Hamburger Akademie für Fernstudien, die Fernakademie für Erwachsenenbildung, das Humboldt Fernlehr Institut, die Klett Akademie, die Deutsche Universität für Weiterbildung, die Wilhelm Büchner Hochschule, die Europäische Fernhochschule Hamburg, die APOLLON Hochschule und andere zur Klett-Gruppe. Die Fernschulgruppe bietet gemeinsam über 400 Fernkurse und Studiengänge an und zählt über 150.000 Fernkursteilnehmer und 8.500 Studierende.

Alle Kurse müssen ein Zulassungssiegel tragen, das die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht in Köln (ZFU) vergibt. Ausgenommen sind hier nur diejenigen, die allein der Freizeitgestaltung oder Unterhaltung dienen.

Die Euro-FH in Hamburg
Die 2003 gegründete private Europäische Fernhochschule Hamburg (Euro-FH) konzentriert sich ganz auf den Bereich Wirtschaft. Über 4.000 Studienteilnehmer haben sich seit Eröffnung der aus dem Institut für Lernsysteme (ILS) in Hamburg hervorgegangen Hochschule in die internationalen, FIBAA-akkreditierten Studiengänge sowie die Zertifikatskurse mit Hochschulzertifikat eingeschrieben. Die Euro-FH bietet die Studiengänge Europäische Betriebswirtschaftslehre, Logistikmanagement, Wirtschaftsrecht und International Management an. Die Regelstudienzeit für einen Bachelor im Fach Europäische Betriebswirtschaftslehre beträgt beispielsweise 36 Monate, berechnet man eine durchschnittliche Lernzeit von 15 Stunden in der Woche. Die Teilnehmer können das praxisorientierte Fernstudium vorab vier Wochen kostenlos und unverbindlich testen. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Fernstudium jederzeit aufgenommen werden kann. Es gibt keinen festgelegten Semesterbeginn, keine festen Vorlesungszeiten und keine Vorgaben hinsichtlich des Lerntempos. Die Abschlussprüfungen können an jährlich zwölf vorgegebenen Terminen in sieben beliebig wählbaren deutschen Prüfungszentren – gut über die Bundesrepublik verteilt – abgelegt werden.

Für die besondere Qualität und den Umfang ihrer Services, vor allem in den Bereichen Beratungshotline, Studien- und Service-Konzept, Betreuung und Online-Campus, hat die Euro-FH im Jahr 2005 den Studienpreis des Forum DistancE-Learning, des Fachverbands für Fernlernen und Lernmedien e. V., in der Kategorie „Service des Jahres“, erhalten. Das Forum DistancE-Learning, das in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum feiert, verleiht seit vielen Jahren Preise an besonders gute Fernanbieter in verschiedenen Kategorien.

Ausgezeichnet: Das „Hanse-Campus“-Studium
Im April 2009 wurde die Euro-FH erneut vom Forum DistancE-Learning ausgezeichnet. Für das „Hanse-Campus“-Studium erhielt sie den Studienpreis DistancE-Learning 2009 in der Kategorie „Innovation des Jahres“. In der 2005 eingeführten Preiskategorie werden jedes Jahr Best-Practice-Anwendungen von DistancE-Learning sowie innovative Marktneuheiten aus der Branche geehrt. Der Preis steht für das Potenzial dieser Lernmethode, um auf den vielfältigen Qualifikationsbedarf in unterschiedlichen Berufssparten zu reagieren. Das Modell der Euro-FH und des Hanse-Berufskollegs des Kreises Lippe in Lemgo (HBK) überzeugte die Fachjury durch seinen innovativen Ansatz, ein Fernstudium in die Ausbildung zu integrieren, ohne dass es zu erheblichen Mehrbelastungen für die Auszubildenden kommt.

Verbindung von Ausbildung und Studium
Das „Hanse-Campus“-Studium der Europäischen Fernhochschule Hamburg und des Hanse-Berufskollegs des Kreises Lippe kombiniert eine Ausbildung zur/m Industriekauffrau/-kaufmann bzw. Kauffrau/Kaufmann im Groß- und Außenhandel mit einem Fernstudium in Europäischer Betriebswirtschaftslehre. „Durch die Flexibilität des Fernstudiums an der Euro-FH und das eng abgestimmte Curriculum haben wir ein duales Studiensystem geschaffen, das den zeitlichen Mehraufwand für die Studierenden minimiert“, so Christian Jaschinski, Lehrer am Hanse-Berufskolleg und dort Studienleiter für das Projekt. Die Doppelbelastung durch Studium und Ausbildung wird heruntergefahren, in dem das Pendeln zwischen Berufsschule, ausbildendem Unternehmen und Hochschule entfällt. Dafür verbringen die Mädchen und Jungen der eigens eingerichteten Berufsschulklasse zwei Tage in der Berufsschule und die anderen drei Tage im ausbildenden Betrieb. Zehn weitere Stunden benötigen sie zusätzlich für das Studium. Ein gesonderter Online-Campus bei der Euro-FH eigens für die Teilnehmer erhöht zusätzlich den Austausch unter den Studierenden.

Ein aufeinander abgestimmtes Modell
Die ersten Azubis starteten im August 2008 zeitgleich ihre Ausbildung und das Studium. Das Fernstudium, das keinen Semesterbeginn und kein Semesterende kennt, d. h. den Einstieg jederzeit anbietet, macht es möglich. Beides zusammen ist auf die Dauer von drei Jahren angelegt. Die Einführungsphase sowie zusätzliche Module und Seminare absolvieren die Studierenden in den Übungsräumen der Euro-FH, erklärt Rainer Paetsch, Senior Projektmanager ILS Professional und Projektleiter des Hanse-Campus bei der Euro-FH. Alles andere lernen sie in der Berufsschule und von Zuhause aus. Die Lehrpläne sind so aufeinander abgestimmt, dass Inhalte des Studiums zum Teil von Lehrern in Lemgo unterrichtet werden. Sogar Prüfungen der Euro-FH werden als Klassenarbeiten geschrieben. Nur für die Semesterabschlussklausuren müssen die Studierenden ein Prüfungszentrum der Euro-FH aufsuchen.

Das Modell soll ausgeweitet werden
Das erste Jahr hat die Berufsschulklasse erfolgreich absolviert. Sowohl die 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer als auch die beteiligten Unternehmen zeigten sich sehr zufrieden. Die Studierenden bekommen viel Unterstützung und Anerkennung und haben sowohl in der Berufsschule als auch im Fernstudium jederzeit einen qualifizierten Ansprechpartner an ihrer Seite. Die Kosten für das Studium übernimmt in der Regel der Arbeitgeber, der großes Interesse daran hat, seine Azubis innerhalb von drei Jahren doppelt zu qualifizieren. Denn durch diese zweifache Qualifikation ergeben sich nicht nur für die Studierenden hervorragende Karrierechancen, auch die Ausbildungsbetriebe gewinnen Nachwuchsführungskräfte, die sie bereits sehr früh in die Personalstruktur einbinden können.

Aufgrund des erfolgreichen Verlaufs des dualen Modells ist im August 2009 in Lemgo bereits die zweite Klasse an den Start gegangen. Und auch die Euro-FH denkt darüber nach, das erfolgreiche Modell mit neuen Partnern weiter auszubauen.

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 24.11.2009
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