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03. 09. 2009

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Rechtzeitig in die Berufsvorbereitung starten

Berufseinstiegsbegleiter an 1000 Schulen im Einsatz

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Mit den Jugendlichen wird der Start ins Berufsleben jetzt früher vorbereitet

Vielen jungen Menschen fällt der Einstieg ins Berufsleben schwer. Vor allem für Jugendliche mit Hauptschulabschluss ist es schwierig, eine Lehrstelle zu bekommen. Nach dem Bildungsbericht von Bund und Ländern aus dem Jahr 2008 findet jeder zweite Hauptschüler nach dem Schulabgang keinen Ausbildungsplatz. Auch 30 Monate nach Schulende sind 40 Prozent der Hauptschüler trotz beruflicher Qualifizierungsmaßnahmen noch nicht in eine qualifizierte Ausbildung vermittelt. Um die Ausbildungschancen junger Menschen zu verbessern, will die Bundesregierung jetzt neue präventive Angebote für förderungsbedürftige Jugendliche schaffen. Schülerinnen und Schüler, die sich beim Einstieg in den Beruf besonders schwer tun, sollen zukünftig verstärkt schon in der Schule aufgefangen und bei der Ausbildungsplatzsuche unterstützt werden.

Das Angebot „Berufseinstiegsbegleitung“
Das neue Programm heißt „Berufseinstiegsbegleitung“ und soll als ein weiterer Baustein in den Übergang Schule/Arbeitswelt eingefügt werden. Es ergänzt die bestehenden Angebote der Arbeitsagentur, wie die vertiefte Berufsorientierung, das Berufsinformationszentrum (BiZ), die individuelle Beratung und die Finanzierung von Ausbildungsangeboten für benachteiligte und behinderte Jugendliche. Im Rahmen des Projekts soll den Jugendlichen von so genannten Berufseinstiegsbegleitern durch eine individuelle Begleitung und Unterstützung zu einem erfolgreichen Start ins Berufsleben verholfen werden. Die örtlichen Arbeitsagenturen finanzieren das Projekt und beauftragen lokale Bildungsträger mit der Einstellung der Berufseinstiegsbegleiter. Jeder von ihnen betreut maximal 20 Jugendliche.

Auswahl der Schulen
Seit Februar 2009 wird das Programm an 1000 Schulen bundesweit modellhaft erprobt. Die teilnehmenden Haupt-, Sonder- und Gesamtschulen wurden von der Bundesagentur für Arbeit bis Ende Dezember 2008 bestimmt. Besonders berücksichtigt wurden Schulen mit einer hohen Anzahl von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Die Auswahl der zu begleitenden Schüler erfolgte in Absprache mit den Lehrkräften und den Schulsozialarbeitern. Als Vorbild für das Programm dienten bereits bestehende Ausbildungspatenschaftsprojekte von Verbänden, Vereinen, Kirchen, Gewerkschaften und anderen Organisationen.

Die Aufgaben der Begleiter
Zu den Aufgaben der Berufseinstiegsbegleiter zählt die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler beim Erreichen des Abschlusses einer allgemein bildenden Schule, die Hilfe bei der Berufsorientierung und Berufswahlwahl, bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz sowie bei der Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses. Darüber hinaus kann der Berufseinstiegsbegleiter auch bei der Herstellung der Ausbildungsreife mithelfen. Er versteht seine Tätigkeit dabei nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Möglichkeiten, die es in den Schulen und in ihrem Umfeld bereits gibt – wie zum Beispiel Studien- und Berufswahlkoordinatoren, den Berufswahlpass, Potenzialanalysen, Berufsorientierungsbüros, Praxisstationen an Schulen, Schülerfirmen und verschiedene Angebote zur vertieften Berufsorientierung –, sondern als sinnvolle Ergänzung. Um dieser anspruchsvollen Aufgabe gerecht zu werden, werden als Berufseinstiegsbegleiter fest beschäftigte Personen ausgewählt, die aufgrund ihrer Lebens- und Berufserfahrung besonders geeignet sind, die Jugendlichen zu unterstützen. Dazu zählen insbesondere Männer und Frauen mit praktischer Berufserfahrung in den dualen Ausbildungsberufen, mit Führungs- und Ausbildungserfahrung oder mit sozialpädagogischer Berufserfahrung.

Stärken herausfinden
Die Berufseinstiegsbegleitung beginnt schon während des Besuchs der Vorabgangsklasse der allgemein bildenden Schule, damit genug Zeit bleibt, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und frühzeitig Orientierung zu geben. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern ermittelt der Berufseinstiegsbegleiter Stärken und Schwächen sowie einen realistischen Berufswunsch. Mit jeder Schülerin und jedem Schüler wird ein individueller Förderplan entwickelt, und die Jugendlichen erhalten Hilfestellungen, um ihr Berufsziel zu verwirklichen. In Einzelstunden führt der Berufsbegleiter Schritt für Schritt an die Berufswelt heran, hilft bei der Vorbereitung auf Abschlussklausuren und trainiert das Kommunikations- und Bewerbungsverhalten. Er hält in dieser ganzen Zeit engen Kontakt zu den Lehrerinnen und Lehrern, den Schulsozialarbeitern, den Eltern und den Beratern der Agenturen für Arbeit. Die einzelnen Schritte werden mit den Lehrern und Fachkräften der Berufsberatung abgestimmt. Die aktive Bewerbungsphase beginnt spätestens ein Jahr vor dem Verlassen der allgemein bildenden Schule. Die Begleitung endet ein halbes Jahr nach Beginn einer beruflichen Ausbildung. Wenn der Schüler oder die Schülerin Schwierigkeiten hat, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, endet das Betreuungsverhältnis spätestens 24 Monate nach Beendigung der allgemein bildenden Schule. Wer darüber hinaus begleitende Hilfe benötigt, kann als junger Erwachsener auf das Regelangebot der Agenturen für Arbeit zurückgreifen.

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 03.09.2009
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