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22. 07. 2009

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

„Asa-Doku“ - Leseförderung auf Japanisch und mehr

Bildungsserver & Co., Teil 3

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„Asa-Doku“ ist Japanisch und bedeutet „Morgenlesung“ und ist ein populäres Programm, das an Japans Grundschulen allmorgendlich die ersten 10 bis 15 Minuten des Schultags fürs Lesen reserviert, zusätzlich zum offiziellen Lehrplan. „Asa-Doku wird bereits an 73 Prozent aller japanischen Grundschulen eingesetzt“, erläutert Miyoko Hida in einem Interview, das auf den Seiten von „Lesen weltweit“ zu finden ist. Dieses Portal wird im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom Deutschen Bildungsserver (DBS) gemeinsam mit der Stiftung Lesen verantwortet. Dort erfährt man auch: Miyoko Hida arbeitet als Geschäftsführerin einer Organisation, die sich für Leseförderung im Land der aufgehenden Sonne stark macht.  

Portal „Lesen weltweit“
Miyoko Hida berichtet, was sie derzeit umtreibt: die Wirtschaftskrise. Betroffen sind, ähnlich wie in Deutschland, vor allem ausländische Arbeitnehmer. „Daher besteht Anlass zur Sorge, dass ihre Kinder hinsichtlich der Bildungschancen benachteiligt sind.“ Dem wollen Japans Bildungsverantwortliche entgegentreten, zum Beispiel mit dem Programm „Kids Reading Summer Camp“ - ein Sommerferienlager mit zahlreichen Lese-Angeboten. Auf „Lesen weltweit“ erläutern weitere Fachleute, wie in Belgien, Österreich oder Portugal versucht wird, Mädchen und Jungen das Lesen schmackhaft zu machen.

Zu finden ist diese Seite auf der Homepage des Deutschen Bildungsservers. Rechts unten kann das Logo „Lesen weltweit“ angeklickt werden, oder aber man steuert die Adresse der Website direkt an: www.lesen-weltweit.de

Warum Leseförderung?
Leseförderung tut not. Viele Kinder unter drei Jahren sitzen bis zu drei Stunden täglich vor dem Fernsehgerät. Bei Älteren kommt die Zeit vor dem Computer hinzu. „In dieser Zeit bewegen sie sich nicht, haben teilweise keine sozialen Kontakte und sind auf dem Weg, sozial zu verwahrlosen“. Dr. Wolfram Hartmann findet deutliche Worte. Er ist Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) mit Sitz in Köln. Fehlt es an Förderung, vor allem im Vorschulalter, könne es zu Aggressivität und Lernstörungen kommen, betont der Mediziner. Deshalb unterstützt der BVKJ eine Aktion, in deren Rahmen die Broschüre „Medientipps fürs Kinderzimmer“ bundesweit in Kinderarztpraxen verteilt wird. Hinter der Aktion stehen ein Berliner Unternehmen und die Stiftung Lesen. 

Portal „Lesen in Deutschland“
Wer das Interview mit Dr. Wolfram Hartmann lesen möchte, geht wieder auf die Homepage des DBS, „Lesen in Deutschland“ anklicken und danach „Leseort Familie“. Die direkte Adresse des Portals lautet: www.lesen-in-deutschland.de

Das Portal „Lesen in Deutschland“ enthält unter anderem die Rubrik „Materialien“. Dort stehen Fachbeiträge aus Forschung und Politik. Aber auch Ratgeber für die praktische Leseförderung in Schulen und Familien. Unter „Kalender“ finden sich aktuelle Mitmachtermine und Fachveranstaltungen. Die Rubrik „Akteure“ vereinigt Kurzporträts von Organisationen, Vereinen und Einrichtungen, die zur Leseförder-Szene gehören. Ein Kurztext stellt beispielsweise „Amaro Kher“ vor, das Kölner Schulprojekt für Romakinder. Amaro Kher ist ein Begriff aus der Roma-Sprache Romanes und bedeutet „Unser Haus“. Seit Sommer 2004 lernen hier Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren. Die Schule ist ein Projekt des Kölner Roma-Unterstützervereins Rom e.V. Zu den Geldgebern gehören das Jugendamt der Stadt Köln, die Aktion Mensch und der Kölner Stadt-Anzeiger.

Wer das Portal „Lesen in Deutschland“ besucht, kann auch in den Rubriken „Leseforschung“ und „Leseort Bibliothek“ stöbern oder auf „Schülertexte“ klicken. Dort finden sich originelle, zuweilen berührende Geschichten. Die achtjährige Isabelle schreibt: „Jeden Abend öffnete sich die Tür und die Nachtfee verteilte die Nacht über das Land...“ Joel, ebenfalls acht, erzählt vom „Orangeneis-König“, der im Gefrierschrank wohnt. Und die zehnjährige Alexandra versucht sich an einer Selbstbeschreibung: „Ich bin ein Jungtier, das verletzlich ist. Ich bin ein Fuchs, der nachdenkt, bevor er geht.“ Entstanden sind diese Texte an der Universität Halle-Wittenberg. Sie bietet eine „Schreibspielwiese“ an – rund 25 Kinder der Klassen zwei bis sechs treffen sich regelmäßig unter fachkundiger Anleitung. Den spielerischen Umgang mit der Schrift zu erproben, sei Ziel der Schreibspielwiese.

Portal „Schulmediothek“
Der Deutsche Bildungsserver betreibt zudem gemeinsam mit dem Deutschen Bibliotheksverband (DBV) das Portal schulmediothek.de. Wer sich über den Schulbibliothekstag Sachsen-Anhalt informieren will, ist hier ebenso richtig wie jene, die Orientierung auf dem Markt für Spiel- und Lernangebote suchen. Ein weiterer Schwerpunkt lautet: Wie können Schulen und öffentliche Bibliotheken zusammenarbeiten? Praxisbeispiele dazu: Da verlegt eine Schulklasse ihre Unterrichtsstunde kurzerhand in die Stadtbücherei. Oder die örtliche Bibliothek stellt, in Abstimmung mit der Lehrkraft, altersgerechte Bücherkisten und Medienboxen zusammen. Und wie erklärt man Drei- bis Sechsklässlern, wie sie eine Bibliothek nutzen können? Da kommt die „Bibliotheksrallye“ in Frage mit Stationen wie beim Zirkeltraining. Oder die Aktion „Heiße Spuren – Falsche Fährten“, die Büchersuche in der Stadtbücherei als Krimi gestaltet. Materialien dazu stehen auf dem Portal unter dem Stichwort „Unterrichts- & Lernort“, auch als pdf-Dokument zum Herunterladen.

Autor(in): Matthias Holland-Letz
Kontakt zur Redaktion
Datum: 22.07.2009
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