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31. 01. 2008

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Frankreich und Deutschland neu entdecken

Die Nachbarländer feierten am 22. Januar zum fünften Mal den Deutsch-Französischen Tag

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Der Deutsch-Französische Tag

Am 22. Januar haben Deutschland und Frankreich zum fünften Mal den Deutsch-Französischen Tag begangen. Es sind die einzigen beiden Nationen, die ihre Freundschaft an einem offiziellen Tag gemeinsam zelebrieren. Grundlage für die intensive und besondere Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich ist der Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit von 1963, den Charles de Gaulle und Konrad Adenauer unterzeichneten. Der so genannte „Elysée-Vertrag“ besiegelte nach dem Zweiten Weltkrieg die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich. Nach langer Rivalität stellten beide Länder ihr Verhältnis auf eine neue Grundlage und arbeiten seitdem politisch und wirtschaftlich sehr eng und vertrauensvoll zusammen. Sie stimmen ihre Positionen in allen wichtigen politischen Fragen miteinander ab und nehmen insbesondere in der Europapolitik eine Vorreiterrolle ein. Die Einführung der gemeinsamen europäischen Währung und die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik sind auf ihre gemeinsame Initiative zurückzuführen.

Der Deutsch-Französische Tag
Aus Anlass des 40. Jahrestags des Elysée-Vertrages erklärten der damalige deutsche Bundeskanzler Schröder und der ehemalige französische Staatspräsident Chirac im Jahr 2003 den 22. Januar zum „Deutsch-Französischen Tag“. An diesem Tag sollten künftig die bilateralen Beziehungen „insbesondere in den Bildungseinrichtungen beider Länder“ im Mittelpunkt stehen und einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Gerade an den Schulen sollten die Chancen der gegenseitigen Begegnung, der Zusammenarbeit in Projekten des Lernen der jeweiligen Fremdsprache sowie Austausch-, Studien- und Berufsmöglichkeiten im Nachbarland vorgestellt werden.

In diesem Jahr stand der Tag unter dem Motto „Frankreich neu entdecken - L`Allemagne, un pays à redécouvrir“. Aus diesem Anlass standen zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten in Schulen, Universitäten sowie öffentlichen Einrichtungen im Zeichen der bilateralen Beziehungen sowie der Sprache und Kultur Frankreichs und Deutschlands. In Kiel fanden beispielsweise im Centre Culturel Francais de Kiel eine Ausstellung, Informationsveranstaltungen und eine Lesung zum Thema „Erfahrungsberichte von Leuten, die im Partnerland gearbeitet haben“ statt. In Dresden gab es im Institut français das Ausstellungsprojekt „Bienvenue en Saxe. Frankreich in Sachsen“ von Romanistikstudenten der TU Dresden sowie eine Diskussion zu dem Thema „Aktuelle Herausforderungen der deutsch-französischen Beziehungen“. In der Zentralbibliothek Essen hielt Dr. Karlheinz Bentele, ehemaliger Präsident des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbands, im Rahmen der Vortragsreihe: "Kultour de France: Vision und Wirklichkeit“ ein Referat über die deutsch-französische Freundschaft.

Werben für die deutsch-französische Freundschaft
Am 22. Januar 2008 kam auch der Staatssekretär für europäische Angelegenheiten Jean-Pierre Jouyet nach Berlin. Gemeinsam mit dem Staatsminister für Europa Günter Gloser lud er zur zentralen Veranstaltung des Deutsch-Französischen Tages 2008 ins Auswärtige Amt in Berlin ein. Nach einer Podiumsdiskussion zum Thema „Ein Blick von Außen auf die deutsch-französischen Beziehungen in Europa“ wurden in Anwesenheit von 300 Jugendlichen die Gewinner des Zeitungsprojekts „Jugend und Europa - Schüler machen Zeitung“ von den beiden Beauftragten für europäische Angelegenheiten ausgezeichnet. An diesem Wettbewerb, der vom Deutsch-Französischen Jugendwerk organisiert wurde und unter der Schirmherrschaft der beiden Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Bernard Kouchner stand, nahmen mehr als 1700 Schüler teil. Sie schrieben unter Betreuung eines Journalisten Artikel zum Thema Europa, die mit der Unterstützung der Robert Bosch-Stiftung und des Vereins der französischen Regionalpresse (ARPEJ) in verschiedenen Regionalzeitungen veröffentlicht wurden.

Am Abend nahm Staatssekretär Jouyet gemeinsam mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers an der offiziellen Eröffnung des NRW-Frankreich-Jahres teil. Im Rahmen dieses Kulturjahres werden im Oktober 2008 ca. 2000 Schüler aus Nordrhein-Westfalen zu Besuch in Paris sein.

Der Entdeckungstag
Das Deutsch-Französische Jugendwerk, das zum Zeichen der Aussöhnung mit dem Nachbarn 1963 gegründet wurde, organisierte 2008 erneut die Durchführung des Entdeckungstags. An diesem Tag besuchen deutsche Jugendliche Niederlassungen deutsch-französischer Unternehmen in Deutschland, während französische Schüler in Niederlassungen deutsch-französischer Unternehmen in Frankreich gehen. Eingeladen sind Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 10 in Deutschland und der Klassen CM2 bis Seconde in Frankreich, die einen Entdeckungstag in einem in der Nähe ihres Wohnsitzes gelegenen Unternehmens erleben wollen. Im vergangenen Jahr ermöglichten rund fünfzig Unternehmen den Jugendlichen, die deutsch-französische Arbeitswelt kennenzulernen und sich über Ausbildung und Beschäftigung im deutsch-französischen Wirtschaftsbereich zu informieren, um sie auf diese Weise für das Erlernen der Partnersprache zu motivieren. Das Projekt wird mit der Unterstützung des Auswärtigen Amts und des Ministère des Affaires Etrangères (französisches Außenministerium) durchgeführt. Der Staatsminister Günter Gloser und der Staatssekretär für europäische Angelegenheiten Jean-Pierre Jouyet besuchten im Rahmen des Deutsch-Französischen Entdeckungstages 2008 mit Schülerinnen und Schülern Berliner Gymnasien die Nachrichtenagentur AFP.

Der EU-Projekttag
Im vergangenen Jahr hatte Deutschland aus Anlass seiner EU-Ratspräsidentschaft den Deutsch-Französischen-Tag zu einem EU-Projekttag erklärt. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Mitglieder der Bundesregierung, des Deutschen Bundestages und des Europäischen Parlaments sowie die Ministerpräsidenten und Landtagsabgeordneten besuchten an diesem Tag mehrere Schulen und diskutieren mit den Jugendlichen über Europa. In diesem Jahr wird der EU-Projekttag am 6. Mai stattfinden. Auch dann sollen wieder viele Schülerinnen und Schüler für das „Projekt Europa“ interessiert und ihr Verständnis für die Funktionsweise von Europa verbessert werden.

Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 31.01.2008
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