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23. 08. 2004

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Sommerfrische, Teil 7

Kurzinterviews zu Bildungsbiografien

Babette Einstmann, Moderatorin
Babette Einstmann,
Moderatorin

Babette Einstmann, Moderatorin

Bildung PLUS: Welche Menschen und welche Ereignisse haben Ihre Bildungsbiografie nachhaltig beeinflusst?

Einstmann: Mein Vater, der immer großen Wert auf Sprachen und Geschichte legte und meine englische Mutter sowie meine Religionslehrerin.

Bildung PLUS: Welche Erinnerungen und Erfahrungen an Ihre Schulzelt wünschen Sie auch heutigen Schülerinnen und Schülern und welche sollten den Kindern dagegen erspart bleiben?

Einstmann: Engagierte Lehrer, die Lust auf Lernen machen und Interesse wecken. Dröge Lehrer, die ihren langweiligen Lehrstoff abspulen.

 

Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen
Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen

Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen

Bildung PLUS: Welche Menschen und welche Ereignisse haben Ihre Bildungsbiografie nachhaltig beeinflusst?

Kreibich: Allen voran hat mich John F. Kennedy geprägt. Er hat als Idol der frühen sechziger Jahre gezeigt, dass es nur die Grenzen gibt, die man sich selbst steckt. "It is our goal, to land a man on the moon", sagte er und setzte alle Wissensquellen und Forschungspotenziale für die Realisierung dieses Ziels in Bewegung. Und genau das macht Bildung für mich aus: Nichts ist unmöglich, vorausgesetzt man kann sich das notwendige Wissen aneignen - und hierbei ist das Lesen ganz unverzichtbar. Dieser Punkt ist auch mit der nachhaltigsten Erfahrung meiner Jugend verknüpft: Ohne Unterstützung war ich ganz auf mich selbst angewiesen, und ohne das Lesen als innere Triebfeder hätte meine Bildungsbiografie gewiss ganz anders ausgesehen.

Bildung PLUS: Welche Erinnerungen und Erfahrungen an Ihre Schulzelt wünschen Sie auch heutigen Schülerinnen und Schülern und welche sollten den Kindern dagegen erspart bleiben?

Kreibich: Ich hatte unheimlich gute Lehrer, die von der Aufbruchstimmung der 60er Jahre ebenso mitgerissen waren wie ihre Schüler. Sie haben es geschafft, eine gleichberechtigte Gemeinschaft herzustellen und ihre Schülerinnen und Schüler zu akzeptieren, ohne jede Normbildung vorzugeben. Solche Lehrkräfte wünsche ich jedem Kind. Was den jungen Menschen in Deutschland heute zum Glück größtenteils erspart bleibt, ist die Begegnung mit Lehrern, die einen Krieg miterlebt haben. Denn es ist sehr schlimm, wenn vom Krieg geprägte Menschen ihren Frust an die Kinder weitergeben, weil sie auf deren Unbeschwertheit neidisch sind. Ohne die Furcht an Krieg aufwachsen zu dürfen, ist ein sehr großes Geschenk.

Autor(in): Ursula Münch
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Datum: 23.08.2004
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