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12. 09. 2003

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Leserbrief der Autoren auf einen FAZ-Artikel vom 5.9.2003

Reaktion auf einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Leserbrief der Autoren der DIPF-Studie, Prof. Dr. Eckhard Klieme und Falk Radisch, zu einem Artikel von Heike Schmoll in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 5. September 2003, in dem sie sich falsch interpretiert sehen.

Als Autoren der Studie zur "Wirkung ganztägiger Schulorganisation", auf die sich Frau Schmoll ausführlich bezieht, möchten wir drei Punkte klarstellen:

1. Unsere Studie diente ausschließlich dazu, den Stand der empirischen Forschung zusammenzufassen. Das Ergebnis der Literaturrecherche war erwartungsgemäß mager. Zwar gibt es eine große Fülle an pädagogischen Ideen für Ganztagsangebote, aber die empirische Forschung weiß so gut wie nichts über deren Effekte, vor allem im Leistungsbereich. Sozialverhalten und Schulklima werden vermutlich verbessert, aber auch hier ist der Forschungsstand offen. Frau Schmoll greift einzelne Befunde - zum Beispiel 30 Jahre alte Daten zur "Nivellierung" von Schülerleistungen - heraus und kommt zu einer Kritik an Ganztagsschulen, die durch unsere Studie keineswegs gedeckt ist.

2. Als Bildungsforscher und Mitglied im PISA-Konsortium weiß ich: Wie man auf die Probleme, die PISA gezeigt hat, am besten reagiert, muss in der Praxis entschieden und ausprobiert werden. Dabei kann man sich auf gute Beispiele und Erfahrungswissen berufen, aber man darf gerade nicht bei dem verharren, was derzeit durch empirische Forschung nach allen Seiten abgesichert ist. Ganztagsschulen mit Konzepten für soziale Integration, individuelle Förderung und neue Unterrichtskonzepte, wie sie von der KMK und vom Bund angestrebt werden, können die pädagogischen und bildungspolitischen Initiativen sinnvoll bündeln. Dafür gibt es gute Beispiele und auch neue, innovative Ideen.

3. Es lohnt sich also, Ganztagsschulen gründlich zu erproben und zu untersuchen, und dazu bietet das neue Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" eine gute Basis. Es kommt jetzt darauf an, die Evaluation der Ganztagsangebote systematisch zu planen und zu koordinieren, damit man klare Erkenntnisse gewinnen kann, die der Praxis dienen und die Forschungslage verbessern. Unsere Studie hat hierzu eine Reihe von Vorschlägen gemacht.

 

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Datum: 12.09.2003
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