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17. 07. 2003

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Ferienzeit ist Lesezeit, Teil 3

Leseempfehlungen der Kultusminister

Der Auftakt zur mehrteiligen Serie zum Thema Lesen machen die Kultusminister/innen, die wir nach ihrer Urlaubslektüre und ihren Leseempfehlungen für Kinder gefragt haben. Nach den Minister/innen aus Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein, kommen heute die Kultusministerinnen aus Bayern und Hessen sowie der Bildungssenator aus Berlin zu Wort und geben Anregungen für eine interessante Urlaubslektüre.

Wir fragten:

  1. Welcher Buchtitel fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie an Bildung denken, und warum würden Sie ihn empfehlen?
  2. Welche Bücher werden Sie selbst in Ihrem Urlaub lesen?
  3. Welches ist die schönste Ferienlektüre in Ihrer Schulzeit gewesen und würden Sie dieses Buch den Schülerinnen und Schülern von heute empfehlen?



Hier die Antworten von:

 

Karin WolffKarin Wolff

1. Welcher Buchtitel fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie an Bildung denken, und warum würden Sie ihn empfehlen?

Da fallen mir viele Titel ein, Marcel Reich-Ranicki hat sie für mich in seinem Literaturkanon sehr gut erfasst.

2. Welche Bücher werden Sie selbst in Ihrem Urlaub lesen?

Reiseführer sind meine erste Pflichtlektüre zur Vorbereitung auf mein Urlaubsziel. Die Kür sind Kochbücher mit den entsprechenden Rezepten aus der Region, in der ich meinen Urlaub verbringe. Da ich alle Harry-Potter-Bände gelesen habe und der neueste Band schon fast in den Regalen steht, wäre dieses Buch die Abrundung der Urlaubs-Leseliste.

3. Welches ist die schönste Ferienlektüre in Ihrer Schulzeit gewesen und würden Sie dieses Buch den Schülerinnen und Schülern von heute empfehlen?

Es gibt da einige Lieblingsbücher. In meiner frühen Jugend habe ich gerne Erich Kästner gelesen, später hat mich dann "Vom Winde verweht" fasziniert. Kaum ein Roman hat mich damals so gefesselt wie dieses Meisterwerk mit familiären Verstrickungen vor dem Hintergrund eines Bürgerkrieges.

 

Klaus BögerKlaus Böger

1. Welcher Buchtitel fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie an Bildung denken und warum würden Sie ihn empfehlen?

Das Buch von Hartmut v .Hentig, mit dem schlichten aber schönen Titel "Bildung". Es verkauft sich leider nicht so gut wie das Buch mit gleichnamigem Titel von Herrn Schwanitz. Und das sagt etwas darüber aus, wie Bildung in unserem Land leider immer noch rezipiert wird. Schwanitz verbreitet ein oberflächliches Party-Bildungsverständnis, das mit den Ängsten von Menschen spielt, dabei erwischt zu werden, etwas nicht zu wissen. Hartmut von Hentig breitet ein Verständnis von Bildung aus, das im Kern von einem humanistischen Menschenbild ausgeht. Er beschreibt die Bereicherung und Entfaltung des Einzelnen durch Zugänge zur Bildung in den zentralen Bereichen Sprache, Geschichte, Naturwissenschaften, Mathematik und künstlerisch-musische Betätigungen einschließlich des Sports und weist der Schule eine Aufgabe zu, die weit über das Vermitteln von Faktenwissen hinausgeht. Es geht um Weltverständnis und Gestaltungsbereitschaft für ein demokratisches Gemeinwesen.
Allen, die wissen wollen, wie der Schulbetrieb wirklich funktioniert, empfehle ich das ironisch-amüsante Buch von Friedrich Mahlmann "Pestalozzis Erben".

2. Welche Bücher werden Sie selbst im Urlaub lesen?

Mein Lieblingsautor ist Günther de Bruyn. Ich habe fast alle seine Bücher gelesen. Leider kann ich die neuesten Bücher aufgrund der vielen beruflichen Verpflichtungen nicht immer zeitnah lesen. Das hole ich im Urlaub aber nach. Ganz oben auf meiner Bücherliste stehen von Günther de Bruyn "Preußens Luise" und "Unter den Linden". Und dann nehme ich natürlich das neueste Buch von Donna Leon mit: "Die dunkle Stunde der Serenissima", so, wie ich alle Krimis von Donna Leon davor auch schon verschlungen habe.

3. Welches ist die schönste Ferienlektüre in Ihrer Schulzeit gewesen und würden Sie dieses Buch den Schülerinnen und Schüler von heute empfehlen?

"Robin Crusoe" von Daniel Defoe und alle Bücher von Erich Kästner. Ich würde beides auch den Schülerinnen und Schülern von heute empfehlen. Wichtige Überlebensstrategien werden hier anregend beschrieben, aber auch Witz und Pfiffigkeit von Heranwachsenden.

 

Monika HohlmeierMonika Hohlmeier

1. Welcher Buchtitel fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie an Bildung denken, und warum würden Sie ihn empfehlen?

Ich glaube, diese Frage kann man so nicht beantworten. Die Lektüre eines einzigen Buches verschafft natürlich keine Bildung. Bildung ist - soweit sie durch das Lesen erworben wurde - die Summe der eigenen Leseerfahrungen. Schopenhauer hat für den Zusammenhang von Lesen und Bildung - wie ich glaube - die richtige Antwort gefunden: "Das Gute kann man nie zu oft lesen."

Welche Bücher werden Sie selbst in Ihrem Urlaub lesen?

Im Urlaub bevorzuge ich eine Mischung aus unterhaltsamer, leicht zu lesender Literatur und anspruchsvolleren Büchern. Meine Auswahl reicht von Krimis über Klassiker bis hin zu Werken, die sich mit historischen oder aktuellen politischen Themen beschäftigen. Zuletzt habe ich Patricia Cornwells "Die Hornisse" und Professor Horst Möllers Darstellung "Weimar. Die unvollendete Demokratie" gelesen. Auch Goethes "Wilhelm Meister" habe ich mir wieder einmal vorgenommen.

Welches ist die schönste Ferienlektüre in Ihrer Schulzeit gewesen und würden Sie dieses Buch den Schülerinnen und Schülern von heute empfehlen?

Besonders geliebt habe ich natürlich klassische Jugendbuchautorinnen wie Enid Blyton oder Astrid Lindgren, aber auch spannende Krimireihen wie Hitchcocks "3 Fragezeichen". Ein Buch, das mich besonders angezogen und geprägt hat und das ich auch den Schülerinnen und Schülern von heute empfehlen würde, ist sicherlich "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry. Das "Geheimnis" des Fuchses: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!" ist eine Maxime, die einen das ganze Leben begleiten kann.

Autor(in): Ursula Münch
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Datum: 17.07.2003
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