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23. 06. 2003

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Eine Idee macht Schule

Schülerteams als Jungunternehmer bei business@school

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Schülerteam präsentiert den DVD-Automaten "Cinemat".

Nur nicht nervös werden. Doch das ist leichter gesagt als getan. Vor allem beim Blick auf die Jury, die mit Vorstandsmitgliedern und Geschäftsführern deutscher Großunternehmen wie Ford, Boston Consulting Group, Rhenus AG und der AXA-Versicherung besetzt ist. Auch der Staatssekretär im Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Elmar Schulz-Vanheyden, zeigt sich in seinem Grußwort neugierig auf die anstehenden Schülerpräsentationen. Ein Jahr lang haben sich Schülerteams mit Hilfe von Lehrern und eines Beraters der Boston Consulting Group Wirtschaftswissen angeeignet und eine eigene Geschäftsidee entwickelt. Nun stehen drei Teams aus Köln und Düsseldorf im regionalen Finale von Nordrhein-Westfalen des Schülerwettbewerbs business@school. Doch nur ein Team kann die Fahrkarte zum Bundesfinale nach München gewinnen. Und dafür müssen sie ihre Idee professionell präsentieren und sich von den Wirtschaftsexperten in der ersten Reihe auf Herz und Nieren prüfen lassen.

Die Tücken der Technik
Doch bevor Hendrik, James, Rainer, Julian, Marie, Stephan und Pascal aus dem Irmgardis-Gymnasium in Köln ihre Idee"Cinemat", einen DVD-Verleih-Automaten, der weder Ladenöffnungszeiten und Feiertage kennt, präsentieren können, macht noch die Technik einen kleinen Strich durch die Rechnung. "Wenn Sie XP als Betriebssystem hätten, würden unsere Figuren sich bewegen. So müssen Sie sich mit unbeweglichen Objekten begnügen", sagt Hendrik mit einem breiten Grinsen zu den Jurymitgliedern. Diese quittieren den verdeckten Vorwurf, die technische Ausstattung der Veranstaltung sei nicht auf der Höhe der Zeit, mit einem Schmunzeln.

Vorreiter in Sachen Wirtschaft und Schule
Die Boston Consulting Group ist in Sachen Wirtschaft und Schule ein Vorreiter: Seit 1998 haben mehr als 3.500 Schüler an dem Wettbewerb business@school teilgenommen. Allein dieses Jahr sind es über 50 Schulen. Die Teilnehmer bekommen einen Berater der internationalen Unternehmensberatung zur Seite gestellt, der mit den Schülern und Lehrern Unternehmen analysiert, Wirtschafts-Know-how vermittelt und eine eigene Geschäftsidee entwickelt. "Lange vor der Pisa-Debatte haben wir mit diesem Projekt aktiv Verantwortung im Bildungsbereich übernommen", betont BCG-Partnerin Dr. Antonella Mei-Pochtler. Und dieses Engagement wurde vergangenes Jahr von Bundespräsident Johannes Rau mit dem Preis der "Initiative Freiheit und Verantwortung" belohnt, der von den Spitzenverbänden der Wirtschaft und der "Wirtschaftswoche" ausgelobt wurde.

Professionelle Präsentationen der Schülerteams
"Der Wettbewerb vermittelt Jugendlichen nicht nur Kenntnisse, sondern auch Spaß am Thema Wirtschaft und Schlüsselqualifikationen wie Teamarbeit, Präsentations- und Recherchetechniken", zeigt sich Antonella Mei-Pochtler überzeugt. Und tatsächlich meistern alle Schülerteams in Köln die Präsentation mit Bravour. Bei den detaillierten Nachfragen der Juroren, die die Schüler wahrlich nicht mit Samthandschuhen anfassen, kommen zwar manche Jungunternehmer ein wenig ins Straucheln, meistern aber auch diese Hürde mehr oder weniger souverän. Das Ticket nach München gewinnt das Team "Cinemat" aus dem Irmgardis-Gymnasium. Die Geschäftsidee überzeugte die Juroren mehr als der Vorlese-Service für Senioren oder der Vermittlungsservice für Werbung an Baugerüsten. Auch bei der Präsentation waren die "Cinematen" der Konkurrenz einen kleinen Schritt voraus. Bleibt nur zu hoffen, dass sie beim Finale in München auf das Betriebssystem XP zurückgreifen können, damit sich ihre Figuren bei der Power-Point-Präsentation auch bewegen lassen.

Autor(in): Udo Löffler
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Datum: 23.06.2003
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