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16. 06. 2003

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Nach den Empfehlungen des Forum Bildung, Teil 1

Eine Dokumentation von Reformmaßnahmen

Nach Abschluss der zweijährigen Arbeit des Forum Bildung (eines gemeinsamen Projektes von Bund und Ländern und weiteren wichtigen Akteuren im Bildungsbereich) im Januar 2002 stellte sich den Beteiligten die Aufgabe, die im jeweiligen Zuständigkeitsbereich - d.h. in Schulen und Hochschulen, in der betrieblichen Ausbildung und der Weiterbildung, in Vorschulerziehung und Erwachsenenbildung -  angestrebten Reformen im Detail zu planen und zu implementieren. Dabei kann es in einem Bildungssystem, das föderal gegliedert ist und für jeden Bildungsbereich eigene Zuständigkeiten vorsieht, nicht darum gehen, zentrale Vorgaben zu machen. Das Verdienst des Forum Bildung besteht aber darin, übergreifende Leitideen und Prioritäten formuliert zu haben, die es möglich machen, Reformen in unterschiedlichen Bereichen des Bildungswesens aufeinander abzustimmen und zu bündeln.

Mit der Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse, die nahezu zeitgleich mit dem Abschluss des Forum Bildung erfolgte, konzentrierte sich die öffentliche Debatte sehr stark auf das Schulsystem und die vorgelagerte Früherziehung. Bildungspolitiker aller Parteien, aber auch Vertreter der Sozialpartner forderten Veränderungen in Schulen und im Elementarbereich, die weitgehend mit Empfehlungen des Forum Bildung vereinbar waren.

Um diese öffentliche Reformdebatte zu unterstützen, wurde die vorliegende Dokumentation von Reformmaßnahmen erarbeitet.
Aufgrund der beschriebenen Entwicklung beschränkt sich die Dokumentation hauptsächlich auf den Schul- und Vorschulbereich. Dokumentiert werden Maßnahmen zu fünf ausgewählten Empfehlungen des Forum Bildung: Frühe Förderung, Individuelle Förderung, Bildung und Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten,  Lernen, Verantwortung zu übernehmen sowie Lehrer als Schlüssel der Bildungsreform. Folglich wurden Maßnahmen, die sich nicht direkt in die Empfehlungen einordnen lassen z. B. die verstärkten Bemühungen, den Schulen mehr Autonomie und Verantwortung zu übertragen, nicht mit aufgenommen. Die Dokumentation umfasst Maßnahmen, die im Zeitraum vom Januar 2001 (Abschluß des Forum Bildung) bis zum Mai 2003 (Vorlage dieser Dokumentation) geplant bzw. umgesetzt wurden.

Die vorliegende Dokumentation stützt sich auf eine Internetrecherche, die am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung durchgeführt wurde. Es wurde systematisch im Internet - unter Nutzung von Datenbanken, Bildungsservern und Suchmaschinen und mit direkter Erfassung der Internetauftritte aller relevanten Ministerien - erfasst, welche Maßnahmen zu den fünf genannten Themen in Deutschland in Angriff genommen wurden. Da die Zuständigkeit in diesen Bereichen überwiegend bei den Ländern liegt, wurden die Ergebnisse nicht nur nach Themen, sondern auch nach Ländern geordnet. Die vorläufigen Ergebnisse der Recherchen wurden den Öffentlichkeitsreferaten der Kultusministerien im Februar 2003 vorab zur Verfügung gestellt mit der Bitte, eventuelle Aktualisierungen, Korrekturen oder Ergänzungen mitzuteilen. Etwa die Hälfte der angeschriebenen Länder hat davon Gebrauch gemacht.

Erstellt wurde die Dokumentation im Rahmen des Projekts Bildung Plus, einem aus den Aufgaben des Forum Bildung erwachsenen Pilotprojekts am DIPF.
Ziel der Dokumentation ist es, einen Überblick zu erhalten, welche Maßnahmen ergriffen wurden,  um die folgenden  Empfehlungen des Forum Bildung umzusetzen:

Frühe Förderung
Ein Schwerpunkt der Maßnahmen innerhalb der frühen Förderung ist die vorschulische Sprachförderung: Nahezu alle Länder haben in der vorschulischen Sprachförderung neue Angebote geschaffen. Besonders Kinder mit Migrationshintergrund sind Zielgruppe dieser Angebote. Weitere häufig genannte Maßnahmen im Bereich der frühen Förderung sind die frühe Einschulung bzw. die flexible Eingangsphase in der Grundschule, die Verzahnung von Kindergarten und Grundschule und das frühe Fremdsprachenlernen. Die Formulierung eines Bildungsauftrags für den Kindergarten wird von einigen Ländern angestrebt und umgesetzt, ist aber als Maßnahme gegenüber den genannten Strukturmaßnahmen nicht so häufig vertreten.

Individuelle Förderung
Bei der individuellen Förderung gibt es neben dem Ausbau von Ganztagsangeboten und/oder Ganztagsschulen eine Vielzahl von zielgruppenspezifischen Maßnahmen. Es werden für benachteiligte, lernschwache Kinder und Jugendliche zusätzliche Förderangebote geschaffen z. B. in Form von Förderklassen. Daneben werden auch integrative Unterrichtsformen verstärkt. Für ältere Schüler - besonders an Hauptschulen - werden Angebote ausgebaut, die einen Bezug zur späteren Berufspraxis herstellen sollen. Für hochbegabte Schüler werden oftmals neue Angebote geschaffen wie z. B. Internate und Ferienakademien.

Maßnahmen zur Bildung und Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten
Bei den Maßnahmen zur Bildung und Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten ist eindeutig die Sprachförderung von Kindern dominant. Empfehlungen des Forum Bildung wie die Verstärkung des interkulturellen Lernens in allen Bildungseinrichtungen, der Einbezug der Eltern und ihre Heranführung an die deutsche Kultur, die Förderung von lokalen Netzwerken u. ä. werden kaum und wenn, dann nur vereinzelt, umgesetzt.

Lernen, Verantwortung zu übernehmen
Bei der Empfehlung Lernen, Verantwortung zu übernehmen finden sich viele Kooperationen zwischen Schule und Wirtschaft wieder, die zum Erwerb von Handlungskompetenz, in Vorbereitung auf das Berufsleben, dienen. In dieser Empfehlung lassen sich eher zeitlich begrenzte Projekte ausmachen wie z. B. das BLK-Programm "Demokratie Leben und Lernen" oder der Wettbewerb "Jugend debattiert".

Lehrer als Schlüssel der Bildungsreform
Bei der Empfehlung die Lehrenden als Schlüssel der Bildungsreform fällt auf, dass viele Länder versuchen, ihre Lehrerausbildung zu reformieren durch einen stärkeren Praxisbezug und durch einen modularen Aufbau des Studiengangs. Bei der Lehrerfortbildung und Lehrerausbildung stehen die diagnostischen Fähigkeiten der Lehrer im Vordergrund. Es werden auch viele neukonzipierte fachliche Fortbildung angeboten z. B. zum Thema neue Medien oder zur ökonomischen Bildung. Gestaltungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten von Lehrern in den Schulen werden selten benannt und wenn dann eher im Kontext der Qualitätsentwicklung in Schulen verortet.

Dokumentation

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  • Thüringen
  • Autor(in): Jutta Laukart
    Kontakt zur Redaktion
    Datum: 16.06.2003
    © Innovationsportal

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