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16. 03. 2017

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Ein Wandel der Führungskultur

Projekt will mehr Frauen in Führungspositionen bringen

Bild

Logo; Quelle: Die Führungskräfteschmiede

Die Führungskräfteschmiede in Hamburg bietet kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie ihren weiblichen Nachwuchskräften eine Werkstatt-Reihe an, bei der diese lernen, einen Wandel ihrer Führungskultur in Richtung chancengleicher Personalpolitik zu vollziehen. Dafür erhalten die Betriebe Qualifizierungs- und Beratungsangebote und die weiblichen Nachwuchsführungskräfte ein Führungskräftetraining.


Noch immer sind Frauen in Führungspositionen eher selten vertreten. Dabei wird die Förderung weiblicher Nachwuchsführungskräfte vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) immer wichtiger, denn oft fehlt es ihnen an personellen, organisatorischen und finanziellen Ressourcen, um eine strategische Personalentwicklung zu betreiben. Von einem Wandel der Führungskultur in Richtung chancengleicher Personalpolitik profitieren alle – die Mitarbeiter/-innen sowie der Betrieb. Dazu kommt es aber nur, wenn beide Seiten etwas dafür tun.

Die Führungskräfteschmiede

Die Führungskräfteschmiede aus Hamburg bietet kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie ihren weiblichen Nachwuchskräften eine passgenaue Werkstatt-Reihe an, bei der sie einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt: Die Betriebe werden individuell beraten und ihre Führungskräfte und Personalentscheider/-innen erarbeiten gemeinsam mit anderen Unternehmen in Werkstätten Ansätze und Instrumente für eine chancengleiche Personalentwicklung. Die weiblichen Nachwuchskräfte werden in Workshops, Coachings und Fachvorträgen für die Übernahme von Führungspositionen qualifiziert.

KWB Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V.
Angeboten wird das Projekt von der KWB Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V. in Hamburg. 1990 von der damaligen Landesvereinigung der hamburgischen Unternehmensverbände, des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg sowie der Arbeitsagentur gegründet, ist es ihre Aufgabe, präventive Qualifizierungskonzepte für Unternehmen und Beschäftigte der Region Norddeutschland zu entwickeln und umzusetzen. Ziel ist, den Fachkräftebedarf durch die Ausschöpfung und Verbesserung bereits vorhandener Ressourcen langfristig zu decken und demografischen Veränderungen entgegenzuwirken. Das Projekt „Die Führungskräfteschmiede“ wird im Rahmen des Programms „Fachkräfte sichern: weiter bilden und Gleichstellung fördern“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Das Angebot der Führungskräfteschmiede

Die Führungskräfteschmiede bietet kleinen und mittleren Unternehmen in Norddeutschland ein modulares Angebot zur gezielten Weiterentwicklung von Strukturen im Bereich Personalentwicklung für eine nachhaltige Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen. Den Auftakt des dreimonatigen Organisationsentwicklungsprogramms bildet ein Kick-off-Workshop zu dem Thema „Rekrutieren Sie noch oder entwickeln Sie schon?“. Er macht darauf aufmerksam, dass Betriebe oft zu sehr in die Rekrutierung externer Nachwuchskräfte investieren und dabei die internen Potenziale, vor allem die der weiblichen Mitarbeiterinnen, übersehen. Die folgenden drei Werkstätten orientieren sich an verschiedenen Leitfragen und werden an die Bedarfe der teilnehmenden Unternehmen angepasst. In Werkstatt 1 erfolgt zunächst eine Bestandsaufnahme, bei der die Ressourcen und Handlungsfelder der beteiligten Unternehmen sichtbar gemacht werden: Wo sind die Firmen gut aufgestellt, wo liegen hingegen Problemfelder? In Werkstatt 2 werden mögliche Instrumente einer chancengleichen Führungskräfteentwicklung und deren praktischer Umsetzung diskutiert und auf ihre Praktikabilität für die teilnehmenden KMU geprüft. In Werkstatt 3 planen die Teilnehmenden den Transfer erster Maßnahmen in den Unternehmensalltag und erstellen einen Maßnahmenplan. Wie können die für ihr Unternehmen passenden Instrumente implementiert werden? Wie können sie bestmöglich den Transfer in die Praxis vorbereiten? Dabei treten die Betriebe miteinander in Austausch, beraten sich gegenseitig und lernen voneinander. Erfahrene Berater/-innen besuchen die Unternehmen vor Ort, vertiefen mit ihnen Themen aus der Werkstatt-Reihe, beraten sie bei deren Umsetzung oder helfen bei auftretenden Fragestellungen.

Das Nachwuchsprogramm für weibliche Führungskräfte
Das Qualifizierungspaket für weibliche Nachwuchskräfte aus mittelständischen Unternehmen bzw. weibliche Führungskräfte mit geringer Führungserfahrung beinhaltet ebenfalls eine dreiteilige Workshop-Reihe, individuelle Business Coachings sowie eine Fachvortragsreihe. In den Workshops erhalten die Frauen an jeweils eineinhalb Tagen ein umfassendes Handwerkszeug zum Auf- und Ausbau von Führungskompetenzen. Ein hoher Praxisbezug, viel Raum für Übungen und der Austausch mit anderen Nachwuchsführungskräften ermöglicht ein nachhaltiges Lernergebnis. Workshop 1 „Die Rolle als Führungskraft“ vermittelt Grundlagen der Führung sowie Führungsstile. In Workshop 2 „Gelingende Kommunikation als Führungskraft“ lernen die Teilnehmerinnen, ein Team zu führen, Mitarbeiter/-innen zu motivieren und die Bedürfnisse und Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter/-innen zu verstehen. Zudem lernen sie die Bedeutung von Feedback- und Konfliktgesprächen im Führungsalltag kennen und üben, den eigenen Standpunkt zu vertreten und ihr Ziel auch in schwierigen Situationen nicht aus den Augen zu verlieren. Ein „gut gefüllter Koffer mit modernen Führungsinstrumenten“ ist Inhalt des dritten Workshops. Hier werden Methoden und Techniken vorgestellt, mit denen die Nachwuchskräfte ein Team, auch unter Veränderungsprozessen und Druck, führen können.
Im Rahmen der drei Business Coachings erarbeiten die Teilnehmerinnen außerdem mit erfahrenen Coaches individuelle Fragestellungen im beruflichen Kontext und entwickeln neue Blickwinkel. Ihr persönlicher Coach begleitet sie während des kompletten Programms. Zusätzlich haben die Frauen die Möglichkeit, Fachvorträge zu aktuellen Führungsthemen wie „Mut zu Kindern und Karriere“, „Kommunikationspsychologie für Führungskräfte“ oder „Präsentieren mit Persönlichkeit“ zu besuchen. Im Anschluss findet ein reger Austausch mit den Expertinnen/Experten und den anderen (Nachwuchs-)Führungskräften statt, bei dem sie viele neue Netzwerkkontakte knüpfen können.

Das Praxistool „Job Shadowing“
Als „Training on the Job“ ergänzt ein kurzzeitiges „Job Shadowing“ die Entwicklungsmöglichkeiten für die weiblichen Nachwuchsführungskräfte. „Job Shadowing“ ist ein Instrument im Rahmen der Führungskräfteentwicklung, von dem alle Beteiligten profitieren, da es bei allen einen Perspektivwechsel anregt. Die weiblichen Nachwuchsführungskräfte bilden mit einer erfahrenen Führungskraft als Patin/Pate für ein bis fünf Tage ein kurzzeitiges Tandem. Dabei erleben sie deren Berufsalltag, bekommen einen praxisnahen Einblick in Führungsaufgaben, können wichtige Fragen stellen, sich Tipps und Feedback holen und erhalten wichtige Impulse für ihre weitere berufliche Entwicklung – Informationen, die für die eigene Karriereentscheidung von großem Vorteil sind.

 

Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 16.03.2017
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