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17. 11. 2016

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

„Der Einsatz digitaler Medien trägt zur Verbesserung der Hochschullehre bei“

Potenziale und Herausforderungen der Digitalisierung für die akademische Lehre und das Hochschulsystem

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Logo; Quelle: Hochschulforum Digitalisierung

Das Hochschulforum Digitalisierung begleitet den digitalen Wandel an deutschen Hochschulen seit 2014. Ziel war und ist, alle relevanten Akteure aus Hochschulen, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik im Dialog zusammenzubringen und Handlungsempfehlungen für die Hochschulpraxis zu entwickeln.


Die Digitalisierung ist an den deutschen Hochschulen noch nicht richtig angekommen. Trotz Interesses auf Seiten der Lernenden und Lehrenden bzw. Institutionen fehlen vielerorts übergreifende Konzepte und Entwicklungsstrategien. Es besteht ein Verständigungs- und Handlungsbedarf über die Potenziale und Herausforderungen der Digitalisierung für die akademische Lehre, das Hochschulsystem sowie die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen. Aus diesem Grund hat der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gemeinsam mit dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) 2014 das Hochschulforum Digitalisierung (HFD) eingerichtet. Auf dieser unabhängigen nationalen Plattform können sich alle Akteure der Hochschulen über die den Hochschulraum und die Hochschullehre betreffenden Aspekte und Einflüsse von Digitalisierung austauschen, technologische Entwicklungen, pädagogische Innovationen sowie strukturell-strategische Aspekte erörtern und Handlungsempfehlungen zur Unterstützung der Hochschulen für den Hochschulalltag entwickeln. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Das Hochschulforum Digitalisierung
Die Geschäftsstelle des HFD ist beim Stifterverband für Deutsche Wissenschaft angesiedelt und wird von Oliver Janoschka geleitet. Sie ist zuständig für die Koordination der Abläufe, die Organisation der Maßnahmen und dient als zentrale Anlaufstelle. Die inhaltliche Arbeit findet in den sechs Themengruppen „Neue Geschäftsmodelle, Technologien & LLL“, „Internationalisierung & Marketingstrategien“, „Changemanagement & Organisationsentwicklung“, „Innovationen in Lern- und Prüfungsszenarien“, „Curriculum Design & Qualitätsentwicklung“ sowie „Governance & Policies“ statt. In den Themengruppen diskutieren Experten gemeinsam mit Studierenden und Best-Practice-Vertretern die thematischen Schwerpunkte, werten Initiativen und Studien aus, bereiten gute Beispiele gelungener Hochschuldigitalisierung auf und formulieren Handlungsempfehlungen auf strategischer Ebene für die weitere Entwicklung der Praxis. Das Hochschulforum versteht sich als „Multiplikator für gute Ideen der Digitalisierung“. Es hilft den Hochschulen dabei, sich in der digitalen Welt zu positionieren. „Wir müssen aus den vielfältigen Erfahrungen eine qualitätsgesicherte Gute Praxis gewinnen“, fordert Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung. „Jede Hochschule sollte ihre eigene digitale Agenda entwickeln, um die Möglichkeiten der Digitalisierung auf ihr eigenes Profil zuzuschneiden. Und unser gemeinsames Ziel muss es sein, alle Forschungsdaten breit verfügbar zu machen. Dazu wird auch unsere geplante Open-Access-Strategie beitragen", so Quennet-Thielen.

Zwischenbilanz: „20 Thesen zur Digitalisierung der Hochschulbildung“
Seit dem Start der Initiative im März 2014 beschäftigen sich mehr als 70 Experten mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für Hochschulen. Es wurden bisher rund 20 Veranstaltungen ausgerichtet, die von ca. 2. 000 Interessierten besucht wurden, und zahlreiche Veröffentlichungen und Videos über Hochschullehre im digitalen Zeitalter erstellt. Auch außerhalb des Forums werden regelmäßig Experten um Rat gefragt und der Dialog in der gesamten Community gefördert.

Auf der Halbzeitkonferenz „The Digital Turn - Hochschulen im Transformationsprozess“ im September 2015 formulierte das Hochschulforum erste Ergebnisse seiner Arbeit. In dem Thesenpapier „20 Thesen zur Digitalisierung der Hochschulbildung“ fasst es seine Einschätzungen und Forderungen, die Potenziale und Herausforderungen der Digitalisierung für das Hochschulsystem, die akademische Lehre und die notwendigen politischen Rahmenbedingungen betreffend, zusammen: Danach unterstütze die Digitalisierung u.a. den laufenden Differenzierungsprozess im Hochschulsystem, setze die Hochschulen stärker dem internationalen Wettbewerb aus und fördere durch den Einsatz digitaler Lehr- und Lernangebote die internationale Studierendenmobilität. Auch gehe es bei der Digitalisierung nicht nur um technische Innovationen, sondern darum, Didaktik, Curricula und Lehrorganisation weiterzuentwickeln und mit den technischen Neuerungen das Lernen aktiver, individualisierter und motivierender zu gestalten. Der Einsatz digitaler Medien trage insgesamt zur Verbesserung der Hochschullehre bei, in der die Kollaboration eine große Rolle spiele. Die Experten betonen, dass der Hochschulstrategie eine besondere Bedeutung zukomme, wenn es darum gehe, Hemmnisse bei der Digitalisierung zu überwinden. Sie entscheide über Erfolg oder Misserfolg der Digitalisierungsbemühungen an der Einrichtung. Denn oft mangele es nicht an digitalen Lehr- und Lerninnovationen, sondern vielmehr an ihrer strukturellen und strategischen Verbreitung. Neben finanziellen Investitionen sei es zunächst wichtig, die rechtlichen Rahmenbedingungen, wie eine Neuregelung des Datenschutzes und eine Urheberrechtsreform, zu gestalten, um die Potenziale digitaler Medien in der Lehre zu verbreiten.

Am 1. Dezember 2016 veranstaltet das Hochschulforum Digitalisierung in Berlin seine Abschlusskonferenz. Dann wird es seinen Abschlussbericht vorstellen und auf Grundlage seiner Thesen die aktualisierten Handlungsempfehlungen für Bildungspolitik und Hochschulen vorstellen. In hochrangig besetzten Podiumsdiskussionen wird dabei auch ein Blick auf künftige Entwicklungen geworfen.


 

 

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 17.11.2016
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