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11. 08. 2016

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

„Wir wollen Neugierde wecken und begeistern.“

Stiftung stößt Kita-Projekte im Bereich der nachhaltigen Entwicklung an

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Logo S.O.F. Save Our Future - Umweltstiftung; © S.O.F.-Bildarchiv

 

Die S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung unterstützt Kindertageseinrichtungen mit vielfältigen Angeboten bei der Einführung und Weiterentwicklung von Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Immer mehr Kitas werden so zu Lernorten nachhaltiger Entwicklung und Kinder zu Zukunftsgestaltern.


Die S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung ist davon überzeugt, „dass jeder und jede Einzelne von uns einen großen Beitrag dazu leisten kann, das Zusammenleben auf unserer einen Welt verantwortlich mitzugestalten.“ Sie hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, Menschen darin zu bestärken, aktiv zu werden. Sie stößt Veränderungs- und Bildungsprozesse in Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Organisationen an und bringt ihr Wissen in vielen Netzwerken zur Förderung von Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ein. Ihr Schwerpunkt liegt im Elementarbereich. Die 1989 gegründete Stiftung mit Sitz in Hamburg macht vor allem junge Kinder für eine ressourcenschonende und faire Mitgestaltung von Gegenwart und Zukunft stark. In Kindertageseinrichtungen initiiert und unterstützt sie Bildungsprojekte, fördert Umweltbewusstsein sowie nachhaltiges Handeln und engagiert sich in der Aus- und Fortbildung von pädagogischen Fachkräften.

Die Bildungsinitiative KITA21
Ihr größtes Projekt im Elementarbereich ist zurzeit die Bildungsinitiative KITA21. Im Rahmen der Initiative unterstützt die S.O.F. Kindertageseinrichtungen mit Fortbildungen, Beratung und Vernetzung bei der Einführung und Weiterentwicklung von Bildungsprojekten für eine nachhaltige Entwicklung. Sie zeigt den Kitas Wege auf, zu einem Lernort nachhaltiger Entwicklung zu werden und zukunftsbedeutsame Themen wie Ernährung, Wasser, Müll oder Klimaschutz einzuführen, weiterzuentwickeln und zu verankern. In Projekten lernen die Kinder die Zusammenhänge kennen und erleben, dass sie selbst Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten haben und etwas bewirken können, sie erfahren wie es ist, gemeinsam mit anderen Gegenwart und Zukunft verantwortungsbewusst und aktiv im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung mitzugestalten. Seit Beginn der Aktion vor sechs Jahren, erhielten schon viele Kitas in Hamburg und Umgebung die Auszeichnung „KITA21“. Die Auszeichnung wird in drei Stufen vergeben: Für Kitas, die sich auf den Weg gemacht haben (Einsteiger-Kita | Stufe 1); Für Kitas, die bereits Bildungsarbeit im Sinne einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung gestaltet haben und in der Weiterentwicklung begriffen sind (Fortgeschrittenen-Kita | Stufe 2) und für Kitas, die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in allen Bereichen fest verankert haben (Leuchtturm-Kita | Stufe 3).

In der „KITA21“-Naturkita am Friedensberg in Schwerin beispielsweise, haben sich unter dem Motto „Tür an Tür mit Kleintieren aus unserer Umgebung – ein Tiergarten entsteht“ 45 Kinder mit der heimischen Kleintierwelt, aber auch mit Themen wie Recycling und der Verwendung von Naturmaterialien beschäftigt. In der Kita Deelbögenkamp in Hamburg war eine Zeit lang das Thema Kleidung vorherrschend. Durch eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Materialien wie Schafwolle und Baumwolle lernten die Kinder viel über Ursprung und Herstellung ihrer Kleidung und über die Herkunft verschiedener Materialien kennen. Und in der Kita Bekassinenau in Hamburg experimentierten alle Kinder fünf Monate lang mit der lebenswichtigen Ressource Wasser, untersuchten seine Eigenschaften, die verschiedenen Erscheinungsformen und seine Bedeutung für das Leben.

„Aus ALT mach NEU“

Das Projekt „Vom Huhn zum Ei zum Osterei“ wiederum war ein Teil des Gesamtprojekts „Auf der Suche nach dem Strom des Lebens“, das Nachhaltigkeit in verschiedenen Lebensbereichen in der Kita Rahlstedt thematisierte. Die Kinder beschäftigten sich vier Wochen mit den Inhalten der Materialkiste „Henne Berta“ und erfuhren, warum es wichtig ist, regional und saisonal einzukaufen und auf verschiedene Haltungs- und Produktionsmethoden zu achten. Anhand von Bildern und Büchern lernten sie viel über das Leben der Hühner, experimentierten, bastelten, spielten und malten und besuchten zum Abschluss einen echten Hühnerhof.
Seit Februar 2013 befassen sich die Krippen-Kinder der Hamburger Kita Luisito II in dem auf Dauer angelegten Projekt „Alltäglichen Materialien neues Leben geben“ mit dem respektvollen Umgang mit Ressourcen und Umweltschutz. Ziel ist es, in der Kita durch Wieder- und Mehrfachverwertung kaum noch Abfall zu erzeugen und natürliche Ressourcen zu schonen. Die Kinder lernen Mülltrennung und die Vermeidung von Abfall durch Wiederverwertung kennen und erfahren, wie Ressourcenschutz in der Kita aussieht – indem sie zum Beispiel den Wasserhahn nach Gebrauch wieder zudrehen und das Licht nur bei Bedarf anmachen. Außerdem basteln sie aus gesammelten Resten und Naturmaterialien wie abgefallenen Baumblättern, Kastanien, Steinchen, Holz und Ästen Collagen sowie Spielsachen wie Puppenbettchen, Autospielanlagen, Experimentierkästen und Musikinstrumente. Sie bepflanzen Blumentöpfe und reparieren kaputte Spiele und Bücher.

Die Mülldetektive
Eine weitere Initiative der S.O.F. ist der bundesweite Mülldetektive-Aktionstag, der am 3. Juni 2016 zum ersten Mal stattfand. An diesem Tag wurden knapp 700 Kitas in ganz Deutschland gegen Wegwerfplastik und für mehr Ressourcenschutz aktiv: Es wurden Müll gesammelt, Spielzeugtauschboxen eingeweiht, selbst gestaltete Stoffbeutel vor Supermärkten verkauft oder Sommerfeste mit Wertstoff-Orchestern und Müll-Modenschauen veranstaltet. Geschäftsführer der S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung Ralf Thielebein war begeistert, mit welchem Ideenreichtum und Elan die Kinder dabei waren. In den meisten Kitas ging dem Aktionstag ein individuelles Projekt voraus, in dem die Kinder erforschten, wo Abfall in der Kita anfällt, was aus ihm wird und warum es sich lohnt, ihn zu vermeiden. Zur Unterstützung erhielten die Erzieherinnen und Erzieher ein kostenfreies Materialpaket der S.O.F. mit Hintergrundinformationen und Praxistipps zur Gestaltung ihrer Bildungsarbeit.

KLIMAfuchs - Das Hamburger Energiesparprojekt für Kitas

Mit dem Projekt KLIMAfuchs will die S.O.F. in den nächsten drei Jahren 150 Hamburger Kitas beim Energiesparen und der Gestaltung einer zugehörigen Bildungsarbeit unterstützen. Erfolgreiches Energiesparen und Klimaschutz erfordern ein verändertes Energiebewusstsein und ein verantwortliches Verhalten. Viele Handlungen hängen direkt oder indirekt mit dem Verbrauch von Energie zusammen, auch im Kita-Alltag: In allen Bereichen - Licht ausschalten, Einkauf regionaler Produkte, Weg in die Kita zu Fuß oder mit dem Fahrrad etc. - kann man energiebewusst handeln und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das Projekt verzahnt die Aspekte Qualifizierung, Energiecontrolling und Klimaschutz und unterstützt die Kitas mit vielfältigen Angeboten bei der Gestaltung des Themas.

Auszeichnung für herausragendes Engagement
Seit 2015 vergeben die S.O.F. und der Wissens- und Informationsdienstleister Wolters Kluwer mit „KiTa aktuell“ den Carl Link Award in der Kategorie „Zukunftsgestalter – Kitas als Impulsgeber für Nachhaltigkeit im Gemeinwesen“. Damit würdigen sie Kindertageseinrichtungen, die sich für eine nachhaltige Entwicklung engagieren. Bei der Bewertung spielt eine besondere Rolle, inwieweit die durchgeführten Aktivitäten tatsächlich Veränderungsprozesse im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung im Umfeld der Kitas anstoßen oder unterstützen konnten.

Für ihr Engagement wurde die S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung jetzt selbst geehrt: Sie erhielt beim ersten nationalen Agendakongress BNE Mitte Juli 2016 eine Auszeichnung für ihre Bildungsinitiative KITA21 und ihr herausragendes Engagement zur strukturellen Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung im Elementarbereich.

 

 

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 11.08.2016
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