DIPF-Logo

Deutscher Bildungsserver

Innovationsportal

Suche




Hier beginnt der Inhalt:

28. 07. 2016

 

  • Diese Seite posten:
  • Edutags-Logo
  • g+
  • Twitter-Logo
  • Facebook-Logo
  • Delicious-Logo

Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

„Mathematik wird zum Erlebnis“

Eine Ausstellung macht Mathematik begreifbar

Bild

Das „Erlebnisland Mathematik“ ist eine Mitmach-Ausstellung in den Technischen Sammlungen Dresden. Durch interessante Exponate, Experimente und Workshops lernen Kinder, Jugendliche und Erwachsene Mathematik spielerisch kennen und lieben.


Anfassen ausdrücklich erlaubt! Im „Erlebnisland Mathematik“ in Dresden steht der Spaß im Vordergrund. Kinder und ihre Eltern sind dazu eingeladen, die Ausstellungsstücke in die Hand zu nehmen und auszuprobieren. Dass Mathematik interessant und spannend und gar nicht trocken und langweilig ist – das kann hier jeder sehen.

Mathematik zum Anfassen
Das „Erlebnisland Mathematik“ ist eine dauerhaft eingerichtete Mitmach-Ausstellung in Dresden, die Mathematik Besuchern jeden Alters auf unterhaltsame Weise näher bringt. Angeregt durch das von Albrecht Beutelspacher aufgebaute und geleitete „Mathematikum“ in Gießen, wurde in Kooperation der Technischen Sammlungen Dresden mit der Fachrichtung Mathematik der Technischen Universität Dresden das Konzept einer „Mathematik zum Anfassen“ entwickelt und umgesetzt. Der Aufbau des „Erlebnisland Mathematik“ in den Technischen Sammlungen Dresden kam durch die finanzielle Förderung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus in den Jahren 2008 bis 2011 zustande. Die wissenschaftlichen Direktoren sind die Mathematikprofessoren Dr. Volker Nollau und Dr. Bernhard Ganter, Bereichsleiter ist Holger Seifert. In der Ausstellung werden auf einer Fläche von 1000 m² rund 100 Exponate gezeigt.

Das Konzept der Ausstellung
Der größte Teil der Ausstellung besteht aus Puzzles, Spielen, Experimenten und Anschauungsobjekten, mit denen mathematische Grundsätze veranschaulicht werden. Eigeninitiative ist gefragt. Erst wenn die Betrachter die Exponate in die Hand nehmen, sie betrachten, knobeln und überlegen, finden sie heraus, worum es geht. Die Mathematik, die dahinter steht, wird nicht direkt erklärt. Man muss sie ausprobieren, erleben, durch Experimente erfahren, dann erschließt sie sich. Dieser spielerische Umgang mit Mathematik macht den Besuch für Jung und Alt zu einem Erlebnis. Alle Objekte sind in drei Sprachen – Deutsch, Englisch und Tschechisch – beschriftet. Die meisten Ausstellungsstücke sind Unikate, sie wurden eigens für das „Erlebnisland Mathematik“ erstellt. Durch begehbare Musikinstrumente, Riesenseifenblasen oder eine Kletterskulptur taucht man ein in die Dimensionen mathematischer Ordnungen, durch das Lösen von Rätseln und Knobelaufgaben kommt man mathematischen Beweisen auf die Spur. Vorträge, Führungen und Erklärungstafeln runden das Angebot ab. Im „εpsilon“, dem Erlebnisland für Kleine, bekommen Kinder im Alter von drei bis acht Jahren einen ersten Zugang zu mathematischen Objekten wie Zahlen, Formen, Strukturen und Mustern.

Interessante Workshops für Schülerinnen und Schüler

Das Museum wendet sich grundsätzlich an alle Altersgruppen, aber natürlich sind Schüler die wichtigste Zielgruppe. Viele Themen stehen in Bezug zum Mathematiklehrplan, ein Besuch im Erlebnisland lässt sich deshalb gut in den Unterricht integrieren, dort vor- und nachbereiten. Das Museum bietet dazu auch Informationen, Arbeitsblätter und sogar Weiterbildungsangebote und Workshops für Lehrkräfte an. Von Vorteil ist: Das „Erlebnisland Mathematik“ ist kein Ort des klassischen Unterrichts. Hier stehen der Spaß, das spielerische Erlebnis und die Freude an der Mathematik im Vordergrund. Das kommt bei den Schülerinnen und Schülern gut an.

Es gibt interessante Angebote, die von ganzen Schulklassen gebucht werden können. Zum Beispiel den Workshop „Eine Nasenlänge voraus“, geeignet für Grundschüler aller Klassen, in dem Maße und Gewichte am „eigenen Leib“ ermittelt und verglichen werden. In der Erlebniswerkstatt erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie die Menschen vor langer Zeit mit Hilfe ihres Körpers zählten und rechneten. An einzelnen Stationen müssen sie dann selbst aktiv werden. Sie bestimmen mit verschiedenen Messmitteln unterschiedliche Maße ihres Körpers, wie z.B. die Armspanne, die Schrittlänge oder das Gewicht, und setzen das Gesamtgewicht der Klasse zum Schluss in Bezug zu bekannten Größen wie: „Alle zusammen wiegen so viel wie ein kleiner Elefant oder ein PKW.“

In dem Workshop „Können Maschinen denken?“, geeignet für Kinder ab Klasse 7, werden nach dem Besuch der Ausstellung „Computer und Rechentechnik“ allgemeine Grundlagen und Methoden der Informatik vermittelt. Die Themenstellung steht dabei im Mittelpunkt. Bei einfachen Spielen und Versuchen mit binären Zahlen, Schaltungen und mathematischen Modellen wird die „Denkweise“ des Computers begreifbar, und in einzelnen Modulen werden Datenmengen und -ordnungen erklärt.

Natürlich gibt es auch eine Schnitzeljagd durch das Erlebnisland! Nur wer die Fragen zur Mathematik lösen kann, findet den Schatz. Doch zuerst müssen von allen Schatzsuchern mit Bändern und Karten „verblüffende Dinge“ gebastelt werden. Nach der Bildung kleiner Suchtrupps werden anhand eines Aufgabenzettels verschiedene Stationen im Erlebnisland absolviert. Es müssen Geschichten erzählt und Aufgaben gelöst werden. Erst mit den richtigen Ergebnissen können die Schatzsucher mit Hilfe des Zahlencodes das Schloss zur Schatzkiste öffnen.

Die mobile Mathematikstation

In den Ferien und an den Wochenenden laden viele zusätzliche und abwechslungsreiche Programme in das „Erlebnisland Mathematik“ ein. Und unter dem Titel „Mathematik öffentlich erleben“ ist sogar eine mobile Version des Museums im Einsatz. Einige Ausstellungsstücke werden dann auf Plätzen, in Parks oder Einkaufszentren präsentiert, um möglichst vielen Menschen die Mathematik näher zu bringen. Auch die mobile Station lädt ausdrücklich zum Anfassen ein, liefert eine Gebrauchsanweisung sowie Informationen zum mathematischen Hintergrund und macht Mathematik zu einem unvergessenen Erlebnis.

 

 

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 28.07.2016
© Innovationsportal

Die Übernahme von Artikeln und Interviews - auch auszugsweise und/oder bei Nennung der Quelle - ist nur nach Zustimmung der Online-Redaktion von Bildung + Innovation erlaubt.

Die Redaktion des Online-Magazins Bildung + Innovation arbeitet journalistisch frei und unabhängig. Die veröffentlichten Beiträge bilden u. a. auch interessante Einzelmeinungen zum Bildungsgeschehen ab; die darin zum Ausdruck gebrachte Meinung entspricht nicht notwendig der Meinung der Redaktion oder des DIPF.

Links zum Thema