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26. 05. 2016

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Ein Bündnis für die (Aus)bildung

Allianz für Aus- und Weiterbildung stärkt die duale Berufsbildung

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Die Bundesregierung hat im Dezember 2014 mit Vertretern der Wirtschaft, der Gewerkschaften, der Bundesagentur für Arbeit und der Länder im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die neue Allianz für Aus- und Weiterbildung besiegelt. Mit gezielten Maßnahmen will sie die duale Berufsausbildung weiterentwickeln.


Die duale Berufsausbildung ist ein Erfolgsmodell und ein wichtiger Standortfaktor für Deutschland. Sie trägt stark dazu bei, dass Deutschland nur eine geringe Jugendarbeitslosigkeit aufweist. Die Nähe zum Betrieb und zur Praxis schon während der Ausbildung verschafft den meisten Auszubildenden einen guten Übergang ins Berufsleben. Außerdem gibt es gute Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten. Trotzdem besteht Handlungsbedarf. Zwar beginnt mehr als die Hälfte eines Altersjahrgangs eine Ausbildung in einem der rund 300 anerkannten Ausbildungsberufe, trotzdem stehen Tausende Ausbildungsstellen offen, während viele Bewerber und Bewerberinnen keinen passenden Ausbildungsplatz finden. Auch ist die Quote der Betriebe, die ausbilden, leicht rückläufig.

Um die berufliche Bildung zu stärken, hat die Bundesregierung am 12. Dezember 2014 mit Vertretern der Wirtschaft, der Gewerkschaften und der Länder im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gemeinsam die Allianz für Aus- und Weiterbildung besiegelt. Sie löst den zum Ende des Jahres 2014 ausgelaufenen Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs ab. Die Beteiligten wollen mit vereinter Kraft die duale Berufsausbildung in Deutschland weiterentwickeln, jungen Menschen ihre Bedeutung sichtbar machen und die Lage auf dem Ausbildungsmarkt insgesamt verbessern.

Gemeinsame Ziele der Partner
Die Allianz-Partner, darunter verschiedene Ministerien, die Bundesagentur für Arbeit, der DGB, der BDA, der BDI und viele andere, unternehmen seitdem gezielte Aktionen, um sowohl die leistungsstarken Jugendlichen für die berufliche Bildung zu gewinnen als auch benachteiligten Jugendlichen, jungen Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderung eine betriebliche Berufsausbildung zu ermöglichen. Sie haben sieben strategische Handlungsfelder identifiziert, in denen sie verstärkt gemeinsame Maßnahmen ergreifen: Attraktivität und Qualität der Ausbildung; Ausbildungsplätze; Ausbildungsunterstützung; Berufliche Weiterbildung; Berufsorientierung und -vorbereitung; Menschen mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge sowie Wege zwischen beruflicher und akademischer Bildung. Mit den Maßnahmen beabsichtigen sie u.a. für die duale Berufsbildung zu werben, die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss zu reduzieren, die Passungsprobleme zwischen Bewerbern/Bewerberinnen und Unternehmen zu verringern, die Qualität der Ausbildung weiterzuentwickeln sowie Weiterbildung und Aufstiegsfortbildung zu stärken. Außerdem sollen die Zahl der ausbildungsbereiten Betriebe erhöht und die Zahl der jungen Menschen im Übergangsbereich reduziert werden.

Attraktivität und Qualität der Ausbildung verbessern
Eine der jüngsten Aktionen, mit der die Allianz seit Ende April 2016 versucht, junge Menschen auf die berufliche Ausbildung aufmerksam zu machen und das duale System zu bewerben, ist die Informationskampagne „Du + Deine Ausbildung = Praktisch unschlagbar!“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Auf einer deutschlandweiten Infotour geben Expertinnen und Experten den Jugendlichen vor Ort Hinweise für ihre Berufsorientierung, zur Bewerbung und zu den Chancen einer beruflichen Aus- und Fortbildung. Ergänzt wird dieses Angebot durch die neu gestaltete Kampagnenwebsite, ihre Präsenz in sozialen Netzwerken sowie durch Plakataktionen und Kinospots. Die Ausbildungsseiten sind ein Wegweiser und eine Orientierung durch die vielfältigen Informationsangebote rund um das Thema Ausbildung, damit Jugendliche, aber auch Eltern, Lehrer, Berufsberater/-beraterinnen und Ausbilder/innen an die Informationen kommen, die sie in ihrer individuellen Situation brauchen.

Betriebe und junge Menschen zusammenbringen
Um die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe zu erhöhen, fördert die Allianz mit dem BMBF-Programm JOBSTARTER gezielt kleine und mittlere Unternehmen, die vom Rückgang am schwersten betroffen sind. Sie bekommen Know-how und organisatorische Dienstleistungen, damit sie geeignete Bewerberinnen und Bewerber finden und ihre Fachkräfte selbst ausbilden können. Außerdem werden gezielt Jugendliche in eine betriebliche Ausbildung vermittelt. Für Auszubildende und deren Betriebe, die während der Ausbildung Unterstützung benötigen, hat das Bundesarbeitsministerium in Absprache mit der Allianz die „Assistierte Ausbildung“ ins Leben gerufen. Dabei bietet ein Bildungsträger als dritter Partner in der Ausbildung allen Seiten passende Dienstleistungen und verknüpft so Berufsvorbereitung und Ausbildung. Das neue Instrument wurde im Sommer 2015 gestartet und hat allein im ersten Jahr über 5000 Jugendliche erreicht. Von der Maßnahme sollen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei der Ausbildung von leistungsschwächeren Jugendlichen profitieren. Gute Erfolge werden auch mit der Initiative „VerA – Stark durch die Ausbildung“ des BMBF erzielt. VerA richtet sich ebenfalls an Jugendliche, die in der Ausbildung auf Schwierigkeiten stoßen und mit dem Gedanken spielen, ihre Lehre abzubrechen. Ihnen werden berufs- und lebenserfahrene Senior- Expertinnen und -Experten zur Seite gestellt, die ihnen individuell helfen. Außerdem hat die Allianz für Aus- und Weiterbildung viele Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung und ihrer staatlichen Förderung (Meister-BAföG, Bildungsprämie, Weiterbildungsstipendium etc.) gebündelt und neben den Regelangeboten zur Berufsorientierung und -vorbereitung auch neue Hilfeleistungen ins Leben gerufen. Da Ausbildung, Qualifizierung und Arbeit auch mitentscheidend für eine erfolgreiche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und von Flüchtlingen sind, hat die Allianz am 18. September 2015 eine Vielzahl an Maßnahmen zur Sprachförderung und zur schnelleren Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Arbeit beschlossen, wie Integrationskurse, Kompetenzchecks, die Anerkennung von Abschlüssen, Maßnahmen zur Berufsorientierung, zum Einstieg und der Begleitung der betrieblichen Ausbildung sowie zur (Nach-) Qualifzierung und Weiterbildung.

Mehr Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung
Wichtig ist den Partnern auch, dass berufliche und akademische Bildung als gleichwertig anerkannt werden. Mit gezielten Aktionen soll die Durchlässigkeit zwischen den Bildungssystemen in beide Richtungen erhöht werden. Studienabbrechern wird der Weg in die berufliche Bildung als echte Alternative aufgezeigt und in relativ kurzer Zeit ein berufsqualifizierender Abschluss und praktische Erfahrung in der beruflichen Aus- und Fortbildung ermöglicht. Auch sollen die im Studium erworbenen Kenntnisse besser auf die berufliche Aus- und Weiterbildung angerechnet werden.
Auf der anderen Seite öffnen sich auch die Hochschulen neuen Zielgruppen. Seit 2011 werden berufsbegleitende Studiengänge, einzelne Module sowie Zertifikats- oder Beratungsangebote entwickelt und erprobt, die auf lebenslanges wissenschaftliches Lernen zielen. Mit Hilfe eines Aufstiegsstipendiums des BMBF können sich besonders motivierte Berufstätige in einem Hochschulstudium beruflich und persönlich weiterentwickeln.

 

 

 

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 26.05.2016
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