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17. 03. 2016

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

„Sichtbarkeit und Anerkennung für Akteure stärken“

Der erste OER-Award im deutschsprachigen Raum

Bild

Logo OER-Award; Quelle: Transferstelle für OER

Vom 28. Februar bis zum 1. März 2016 fand in Berlin das große OER-Festival #OERde16 statt. An drei Tagen diskutierten Bildungsinteressierte über Herausforderungen und Chancen von „Open Educational Resources“ (OER). Höhepunkte der Veranstaltung waren die Verleihung des ersten OER-Awards und die Veröffentlichung des OER-Atlas.


Zahlreiche Interessierte aus dem deutschsprachigen Raum kamen auf Einladung von Jöran Muuß-Merholz von der Transferstelle für OER vom 28. Februar bis zum 1. März an die Spree, um bei dem großen OER-Festival #OERde16 gemeinsam „die Breite und Vielfalt von Open Educational Resources sichtbar“ zu machen sowie „die bisherigen Aktivitäten zu feiern und die nächste Phase der OER-Entwicklung einzuleiten“. Das ist ihnen gelungen. Eine große Themenbandbreite, interessante Beiträge sowie ein intensiver Austausch machten das Festival zu einem wichtigen Schritt auf dem Weg zur Verbreitung von OER in Deutschland. In den verschiedenen Formaten des OERcamps sowie des OER-Forums gab es Raum für alle Fragen rund um OER. „Welche offenen Formate und einfachen Arbeitsabläufe sind für die Weiterverwendung und Anpassung von OER notwendig?“, „Welches sind die notwendigen Kompetenzen zur Produktion und Veröffentlichung von OER?“, „Wie geht es nach dem BMBF-Projekt Mapping OER und der Machbarkeitsstudie in Deutschland mit OER weiter?“ oder „Was kann die Politik dafür tun, um OER voranzutreiben?“, sind nur einige von ihnen.

Verleihung des Awards

Ein glanzvoller Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung des ersten „Oscars“ für „Open Educational Resources“ am Abend des 1. März in der Landesvertretung von Schleswig-Holstein. Der OER-Award ist der bisher erste große Wettbewerb zu OER im deutschsprachigen Raum und dazu erdacht, die Sichtbarkeit und Anerkennung für Akteure und Angebote zu stärken. Mit großer Spannung wurde am letzten Abend des Festivals die Verleihung erwartet. Eine Jury, die oer.academy, die sich aus Vertreter/inne/n der Organisationen zusammensetzte, die als Veranstalter, Partner oder Unterstützer zum Team des OER-Festivals gehörten, bewertete die besten OER-Angebote in neun Kategorien und Sonderkategorien. Die Wettbewerbe dazu starteten im November 2015, bis Mitte Januar 2016 konnten Bewerbungen eingereicht werden. Darüber hinaus zeichnete die Jury besonders bemerkenswerte Akteure aus, für die keine Bewerbung möglich war: große OER-Projekte, engagierte OER-Förderer sowie Politik- und Leuchtturmprojekte.

And the Oscar goes to...

Die glücklichen Preisträger im Bildungsbereich Schule, Hochschule sowie Weiterbildung / Erwachsenenbildung waren die Projekte „ZUM-Wiki“, „Mathe für Nicht-Freaks“ und „ichMOOC – Mein digitales Ich.“ Das ZUM-Wiki ist eine offene Plattform für Lehrinhalte und Lernprozesse, die dem Austausch von Informationen, Erfahrungen und Ideen rund um Unterricht und Schule dient, und Teil des Angebots der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V. (ZUM.de). „Mathe für Nicht-Freaks“ ist eine Lehrbuchreihe der Hochschulmathematik, die sich zum Ziel gesetzt hat, nicht nur für „Mathe-Freaks“, sondern für alle verständlich zu sein. In „ichMOOC –„Mein digitales Ich“ haben sich die Teilnehmenden auf digitalem Wege gemeinsam Möglichkeiten erschlossen, ihre Identität im Netz zu gestalten und für eigene Ziele einzusetzen.

Den Award im Bildungsbereich „The Great Wide Open“ erhielt das Projekt „Methodenset Barcamp-Schulung", das mit Jugendlichen zusammen entwickelt wurde und aufzeigt, wie Schüler und Lehrende gemeinsam Barcamps planen und durchführen können. Preisträger im Bildungsbereich Fusion (Angebote, die gezielt mehrere Bildungsbereiche verbinden) war das Social-Bookmarking-Tool „edutags“, das nach Ansicht der Laudatorinnen Claudia Bremer (Goethe-Universität Frankfurt) und Prof. Friederike Siller (TH Köln) „im OER-Feld ein Vorreiter mit enormer Strahlkraft ist und einen entscheidenden Beitrag dafür leistet, dass die Materialien von Anbietern und Produzenten von OER sichtbar und auffindbar sind.“ Lehrkräfte und Lernende können bei „edutags“ Lesezeichen zu sämtlichen Ressourcen im Netz speichern, sortieren und in Listen packen. Sie können Ressourcen kommentieren, bewerten, beschreiben und mit ihren eigenen Begrifflichkeiten, sogenannten Tags, auszeichnen. Sie erstellen und nutzen die Ressourcen nicht nur für sich persönlich, sondern können sie mit anderen teilen und ergänzen und so die individuellen und gemeinsamen Wissensbestände erweitern.

Die Sonder-Awards
Mit den Sonder-Awards wurden besonders ungewöhnliche und individuelle Initiativen ausgezeichnet. So ging etwa der „OER für Integration“ an das Team von „Refugee Phrasebook“, das eine in 44 Sprachen übersetzte Sammlung von hilfreichen Phrasen, Vokabeln und Links für Geflüchtete und Helfer bereit stellt und Druck und Verteilung organisiert. Darüber hinaus wurden die Preise der Jury ausgelobt und die besten OER-Ideen des Jahres prämiert. Ausgezeichnet mit dem Preis der Jury in den Kategorien „Große OER-Projekte“ und „konsequenteste OER-Förderer und -Wegbereiter“ wurden „Serlo“ – eine Lernplattform, die didaktisch wertvolle Lehr- und Lernmaterialien für Mathematik und andere Fächer frei lizenziert zur Verfügung stellt – und die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), die schon seit Jahren OER nicht nur für die eigene Arbeit, sondern auch für die interessierte Öffentlichkeit sammelt, systematisiert und verbreitet. Den „Oscar“ für OER-Politik bekam Saskia Esken, SPD, die sich im Bundestag für „Open Educational Resources“ engagiert.

Zusätzlich und live wurde der fOERder-Award ausgelobt. Er war – gefördert von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg – mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. In einem Online-Voting wurden zuvor aus 13 eingereichten OER-Angeboten sieben Finalisten ausgewählt, die ihre Ideen beim OER-Fachforum vorstellten. Die Forums-Teilnehmer/innen wählten im Anschluss ihre Gewinner: „Mitmach-Tutorials für Junge Tüftler“; „MOOC Extension für Wikiversity“ und den Videokurs „WhatsApp, meine Freunde & Ich”

Der OER-Atlas

Ein weiterer Höhepunkt des Festivals war die Veröffentlichung des sogenannten OER-Atlas 2016: „Open Educational Resources: Akteure und Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz“, ebenfalls am 1. März. Die umfangreiche Publikation bietet einen aktuellen Überblick über die OER-Landschaft im deutschsprachigen Raum, die Daten zu Akteuren und Projekten wurden im vierten Quartal 2015 in Zusammenarbeit mit dem Projekt „OER World Map“, gefördert von der Hewlett Foundation, erhoben.


Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 17.03.2016
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